Blau-Weiß 90: Der erste Punkt, aber weiter kein Tor

Bereits in der vergangenen Saison hatte es der Aufsteiger aus der Berlin-Liga eine Klasse höher nicht leicht zu Beginn. Damals blieb man auch beim SC Staaken ruhig und landete am Ende sogar ziemlich weit vorn. Der „Geheimfavorit“ der Oberliga Staffel Nord, Blau-Weiß 90, hatte seinen Kader nach Aussage des Präsidenten Michael Meister bereits für die höchste Berliner Klasse mit Blick in die Zukunft zusammengestellt. Die Hoffnung problemlos an die Aufstiegssaison anknüpfen zu können, erfüllte sich aber noch nicht. Bisher bleiben auch nach dem dritten Spieltag eigene Tore weiter ein Traum. Das 0:0 war am Sonntagnachmittag im Stadtderby gegen Hertha 06 aber besser als nichts. Immerhin der erste Punkt. Mehr hätten es werden können, wenn in Hälfte zwei Marcel Czekalla einen umstrittenen (welcher ist das eigentlich nicht?) Strafstoß im Gehäuse Herthas untergebracht hätte. Gäste-Torwart Steven Braunsdorf war aber im gesamten Spiel in Glanzform und hatte etwas dagegen, den Ball aus seinem Kasten holen zu müssen. In der Fußball-Woche taucht er daher auch in der Mannschaft des 3. Spieltages im Tor auf.

Schiedsrichter Matthias Alm (Fürstenwalde) zeigte in der Partie vermutlich nicht die beste Leistung seiner Laufbahn. Besonders aber der ehemalige Stürmer vom Kreuzberger Klub Al-Dersimspor Merdan Baba hat aber noch nicht verstanden, dass in der höheren Spielklasse vieles einfach weiterläuft. Da hilft kein Jammern, sondern nur weiterspielen und am besten den Ball in die Maschen des gegnerischen Tores jagen. Baba hat aber Potential, ist noch jung und hat im Gegensatz zu den Offensivkräften der Blau-Weißen auch schon getroffen.

Für Blau-Weiß-Coach Marco Gebhardt ist klar, dass alles hart erarbeitet werden muss, um die Leichtigkeit im Spiel wiederzufinden. Seine Erwartungen an das nächste Spiel in Torgelow sind berechtigt, tritt doch dann der Ausnahmespieler der Tempelhofer aus der Saison 2017/18 wieder an. Kevin Gutsche war zuletzt gesperrt und seine Abwesenheit am Sonntag machte sich deutlich im Mittelfeld bemerkbar. Murat Tik von Hertha 06 und sein 1.Vorsitzender Ergün Cakir hatten allen Grund sich nach dem Abpfiff zu umarmen. Ihre Taktik war aufgegangen. Die Gäste waren nach dem verschossenen Strafstoß der Hausherren schließlich nah dran, dem Favoriten alle drei Punkte zu entführen. Ihr Konzept aus einer sicheren Deckung mutig die Chance zu suchen, wäre bei etwas mehr Ballsicherheit im Angriff beinahe erfolgreich gewesen. Zumindest stand hinten ein großartiger Kopfball-Spieler, Nemanja Samardzic, der keinen Luftkampf verlor und neben seinem Torwart zu den Auffälligsten gehörte. Diese Defensivstärke werden beide im nächsten Stadtderby am kommenden Wochenende, diesmal gegen den Vorjahres-Aufsteiger SC Staaken, auch wieder zeigen müssen. Die Spandauer haben etwas gut zu machen, sie verloren ihr drittes Spiel 1:3 beim FC Strausberg.

Frank Toebs

Veröffentlicht von

Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

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