BFV-Präsidium verurteilt jegliche Gewalt gegen Schiedsrichter

Das Präsidium des Berliner Fußball-Verbandes ist besorgt, dass die körperliche und verbale Gewalt gegen Berliner Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter zunimmt. Bereits nach sechs Spieltagen in der Berlin-Liga der ersten Herrenmannschaften ist ein zweiter körperlicher Angriff auf einen Schiedsrichter zu verzeichnen. Darüber hinaus gibt es seit Saisonbeginn zahlreiche Spielabbrüche, Bedrohungen und Angriffe auf Schiedsrichter in weiteren Spielklassen, bis hin zu handgreiflichen Auseinandersetzungen unter Zuschauern im Jugendbereich. Aus diesem Grund verurteilt das BFV-Präsidium einstimmig jegliche Gewalt auf Berlins Sportplätzen und appelliert an den Fairplay-Gedanken und gegenseitigen Respekt, die fest verankerte Werte des Sports sind.

Am vergangenen Wochenende kam es in der Partie der Berlin-Liga BSV Al-Dersimspor – Frohnauer SC zu einem tätlichen Übergriff im Kabinentrakt gegen den Schiedsrichter weit nach Spielende. Der Schiedsrichterausschuss des Berliner Fußball-Verbandes hat daher entschieden, bis zur Verhandlung des Sportgerichts am 11. Oktober 2019 für alle Mannschaftsspiele des BSV Al-Dersimspor keine Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter anzusetzen. Dieses erfolgt auch deshalb, da der Verein aus Sicht des Schiedsrichterausschusses in den vergangenen Monaten und aktuell nicht für die Sicherheit der Schiedsrichter sorgen kann. Das Präsidium stellt sich ausdrücklich hinter den Schiedsrichterausschuss und unterstützt die Entscheidung. Darüber hinaus hat das Sportgericht des BFV heute entschieden, dass sowohl der beschuldigte Spieler, als auch die Mannschaft der 1. Herren des Vereins BSV Al-Dersimspor nach § 26 Rechts- und Verfahrensordnung im Wege der einstweiligen Anordnung für die Zeit vom 27.09.2019 bis zur mündlichen Verhandlung am 11.10.2019 für alle Spiele gesperrt sind. Alle weiteren Spiele des Vereins BSV Al-Dersimspor, für die eine Ansetzungspflicht mit Schiedsrichtern besteht, werden bis zum 11. Oktober abgesetzt.

Im Jugendbereich gibt es ausdrücklich keine Ansetzungspflicht mit Schiedsrichtern. Da der Schiedsrichterausschuss auch im Jugendbereich keine Schiedsrichter ansetzt, sind Gast- und Heimverein angehalten, sich auf einen Ersatz-Schiedsrichter zu einigen. Dieses ist im Übrigen eine gängige Praxis im Berliner Amateurfußball. Mit dieser Maßnahme verdeutlichen der Schiedsrichterausschuss und das Präsidium ausdrücklich, dass unbeteiligte Jugendliche des Vereins BSV Al-Dersimspor bis zum Beginn der Berliner Herbstferien dem Fußballsport nachgehen können. Bernd Schultz, Präsident des BFV, sagt: „Das Präsidium und ich persönlich verurteilen jegliche Gewalt gegen Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter und fordern eine Rückkehr zur Toleranz und Respekt auf Berlins Fußballplätzen. Die Entscheidung, keine Schiedsrichter beim BSV Al-Dersimspor anzusetzen, ist ein ausdrückliches Zeichen an alle Vereine und Sportler in Berlin, jegliche Gewalt zu verurteilen und für das respektvolle Miteinander einzutreten.“ Jörg Wehling, Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses, ergänzt: „Der Schiedsrichterausschuss stellt mit großer Sorge die zunehmende Respektlosigkeit und den Anstieg von Gewalt gegen Schiedsrichter fest. Darauf müssen wir reagieren und alle Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter schützen. Zum Fußballsport gehören Unparteiische. Vor der Saison haben die Schiedsrichter in einer Banneraktion das Motto „Gemeinsam für Respekt und Fairness“ für dieses Spieljahr ausgerufen. Es wird Zeit, dass wir dieses Motto gemeinsam leben.“

Kevin Langner

Veröffentlicht von

Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

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