Beide Berliner Profimannschaften hatten eigentlich ihre jeweiligen Gegner im Griff und tatsächlich sprang nur ein einziger Punkt heraus.
Nach der Statistik trafen am 20. Spieltag der Fußball-Bundesliga in Sinsheim, gemessen an der Anzahl der begangenen Fouls, die beiden unfairsten Mannschaften aufeinander. Union spielte bei der TSG Hoffenheim. Im Verlauf des Spiels hatte es den Eindruck, als wollten beide Mannschaften die Statistik bestätigen. Die Unioner foulten 18 Mal und die Hoffenheimer griffen verursachten 11 Freistöße, damit lag das Spiel über dem üblichen Durchschnitt. Ein Foulspiel liegt so manches Mal im Auge des Schiedsrichters und des Kölner Kellers. Ein Foul im Strafraum zieht zwingend einen Strafstoß nach sich. So geschah es in der 42. Minute, Unions Abwehrkante Leopold Querfeld wollte den Ball aus dem Strafraum befördern und trifft dabei unglücklich Fisnik Asllani. Der fällige Strafstoß war kein Problem für Andrej Kramaric. Bis dahin hatten die Eisernen das Spiel, allerdings nur bis zum gegnerischen Strafraum, im Griff. Nur drei Minuten später lenkte der erfolgreiche Elferschütze per Kopf den Ball ins Tor. Sie brachten in der ersten Halbzeit nichts zustande und führten plötzlich komfortabel. Die Eisernen hatte mit ihrer 5-4-1 Staffelung eigentlich alles unter Kontrolle, zum Glück entzieht sich der Verlauf eines Fußballspiels öfter jeglicher Logik. Kein noch so abgebrühter Profi ist vor Fehlern gefeit.
Die zweite Halbzeit begann und Diogo Leite bugsierte das Streitobjekt ins eigene Tor, riesen Matchglück für die TSG Hoffenheim. So lagen die Gäste aus Berlin hoffnungslos hinten und stecken trotzdem nicht auf. Mehr als der Ehrentreffer durch Rani Khedira sprang nicht heraus. Keine erbauliche Tendenz, seit fünf Spielen (drei Unentschieden und zwei Niederlagen) gelang kein Sieg. Der nächste Gegner ist die gerade strauchelnde Frankfurter Eintracht, die seit dem 13. Dezember 2025 nicht mehr gewonnen hat. In Berlin werden sie mit einem neuen Trainer anreisen. Gelingt am Freitag, 6. Februar 2026, wieder ein Sieg?
Hertha holte wenigstens einen Punkt im Eiskeller Olympiastadion. Zunächst, mein Kompliment an die 35.756 zahlenden Zuschauer, die bereit waren sich den Allerwertesten abzufrieren. Sie wurden, bis auf den Gästeblock, nur teilweise belohnt. Das gibt es irgendwie nicht, die Alte Dame schafft es immer wieder, sich selbst in den Fuß zu schießen. Mal wieder wurde ein Vorsprung vergeigt. Sie schaffen eine gute Performance über die gesamte Spielzeit durchzuhalten. Stark angefangen und dann, ja und dann. Zwei saublöde individuelle Fehler holten die Darmstädter zurück in das Spiel. Ab der 70. Minute musste Hertha mit zehn Spielern auskommen. Dawid Kownacki sah nach einem taktischen Foul glatt Rot. Vielleicht hätte es gelb auch getan, er war nicht der letzte Mann. Die Karte war trotzdem keine Fehlentscheidung, wie die gegen Toni Leistner gezeigte im letzten Heimspiel des Jahres gegen Bielefeld. So mussten schlussendlich die Herthaner froh sein, dass wenigstens ein Punkt heraussprang. Auf Schalke konnte sogar ein Pünktchen gut gemacht werden. Acht Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze und sieben Punkte auf den Relegationsplatz und Platz zwei, die Fantasie ist noch beflügelt und die Hoffnung stirbt zuletzt. Es werden dringend Siege benötigt.
Hans-Peter Becker
