Der letzte Spieltag einer Saison ist das Resultat der Vorangegangenen, einige Entscheidungen sind knapp, für besondere Spannung ist gesorgt.
Für die Berliner Proficlubs war es, zum Glück, nicht mehr spannend. Sie standen jenseits von Gut und Böse. Während der 1. FC Union seine Interimstrainerin Marie-Louise Eta würdig verabschieden konnte und ihr einen Sieg bescherte, blamierte sich Hertha bis auf die Knochen. Nichts Neues bei der Alten Dame, wenn es darauf ankam, standen nur Versager auf dem Platz. Dass es anders geht, mit Mentalität die eine oder andere fehlende Qualität im Kader wettgemacht werden kann, wurde in Gelsenkirchen bewiesen oder in Elversberg. Zum Trost der Verantwortlichen in Westend, es geht noch schlechter. Fortuna Düsseldorf war mit ähnlicher Zielsetzung wie die Hertha in die Saison gestartet, oberes Tabellendrittel und Aufstieg. In Düsseldorf mutierte das Vorhaben zu einem kompletten Desaster, während Hertha einen neuen Anlauf nehmen muss.
Nichts Neues also im Berliner Profifußball. Während die BR Volleys, die Eisbären, die Füchse und Alba reüssieren können, ist es im professionellen Fußball eher ein Trauerspiel. Beneidenswert sind diejenigen, die ihr Herz an den Amateurfußball verschenkt haben. Bis zur 5. Liga gilt der gute alte Fußballgrundsatz, nach dem Spiel ist vor dem Spiel oder geht raus und spielt Fußball.
In Köpenick und in Westend stehen jetzt gründliche Analysen zum Saisonverlauf an. Es kann nur besser werden. In der nächsten Saison gibt in der 2. Bundesliga wieder ein Berlin-Brandenburg-Derby. Der FC Energie Cottbus hat es nach langer Abstinenz wieder in die zweithöchste Spielklasse geschafft und wird die Alte Dame fordern. Der 1. FC Union darf sich bei Hertha erkundigen, wo am besten in der Nähe von Elversberg übernachtet werden kann.
Hans-Peter Becker
