Joshua Senne bombt Inter II zum Pokalsieg

Wasserdiskussion trübt Finale am Pfingstmontag

Kaum war das Pokalwochenende mit den Höhepunkten im DFB-Finale des Samstags beendet, gab es in Berlin auch schon die nächsten Endspiele: Am Pfingstmontag bat der Berliner Fußball-Verband (BFV) zu den Finalpartien der 2. Herren, der 7er sowie der Unteren – dem „Cosy Wasch-Landespokal“. Die Mannschaften standen sich auf dem traditionsreichen Sportplatz von Kickers 1900 an der Schöneberger Monumentenstraße gegenüber.
Über den Tag verteilt, wohnten etwa 1.200 Besucher und Besucherinnen dem Geschehen bei.

Die Verantwortlichen und Schiedsrichter-Betreuer hatten derweil einen langen Tag. Um 8 Uhr fand man sich ein. Los ging’s mit dem Endspiel der 7er zwischen TSV Berlin-Wittenau und dem 1. FC Lübars (1:2). Damit gelang den Lübarsern das Double aus Pokal und Meisterschaft. In einer mit der üblichen Spannung und dem bekannten Hin und Her ausgetragenen Verlängerung und anschließendem Entscheidungsschießen hieß es am Ende 5:4 für die 3. Mannschaft von Hertha 03 (2:2 nach regulärer Spielzeit). Die heftiger anfeuernden Anhänger der unterlegenen Viktoria III konnten am Pokalsieg des glücklicheren Teams der „kleinen“ Hertha durch ihre Schmährufe nichts ändern. Zehlendorf spielte seit der neunten Minute nach einem Foulspiel in Unterzahl.

Topfinale war die Partie zwischen dem FC Internationale II aus der Landesliga 2 und dem Vertreter aus der Kreisliga A, den Spandauer Kickers II (0:4). Von Beginn an waren die Chancenvorteile der Inter-Spieler offensichtlich. Die Kickers konnten Umschaltmomente kaum erzwingen, blieben auch technisch limitiert. Ab der 65. Minute nach einer Notbremse in Unterzahl, schien nach dem Elfmetertor zum 0:3 doch noch das Ehrentor gefallen (78.) Der Treffer fand jedoch keine Anerkennung. Dreifacher Schütze dieses Endspieles – wie der Münchner Harry Kane zwei Tage zuvor im Berliner Olympiastadion – war Joshua Senne. Zum Endstand netzte Inter-Kapitän Miguel Nunez-Von-Voigt in der Nachspielzeit ein. Der gehörte ebenfalls zu den stärksten Akteuren seiner Mannschaft.

Ein langer Pokalendspieltag bei (fast) idealen Bedingungen ging erst nach 17:30 Uhr zu Ende. Ein Wermutstropfen bleibt. Und der hat mit Wasser zu tun: Abzulesen war er an den Mienen der Besucher am Kassenbereich. Der Ausrichter Kickers 1900 legte unter Duldung des BFV die Stadionordnung nach Profimaßstäben fest. Bei beinahe dreißig Grad im Schatten ließ es die Security nicht zu, kleine Wasserflaschen mit auf das Gelände zu bringen. Es schien auch so, als würde bei der Kontrolle gezielt nur nach Getränken geschaut. Ein ziemlich dreister Versuch, beim Pokalfinale der unteren Amateure eine möglichst hohe Einnahme zu erwirtschaften. Der Sicherheitsaspekt ist wohl zu vernachlässigen, denn bekanntlich gelingt es selbst in den großen Stadien nicht, das kiloweise Einschleusen von Pyrotechnik und anderem in den Zuschauerraum zu unterbinden. Wohin soll eine solche Kontrollpraxis in den unteren Bereichen also führen? Parallel dazu ging es bei der Getränkeausgabe nicht zu wie vom BFV („Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung“) eigentlich angestrebt, ja gefordert. Die meisten Wässerchen, Säfte und Kaltgetränke wurden in Wegwerfbechern ausgegeben.

Text und Foto: Frank Toebs

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