Grüße aus Sandhausen

Der 1. FC Union muss am 4. Spieltag in Sandhausen ran. Seit 2012 steht diese Auswärtstour an und sechs Begegnungen haben bereits im BTW-Stadion am Hardtwald stattgefunden. Erst ein Mal konnten die Eisernen dort gewinnen, am 27. November 2016 hämmerte in der 12. Minute Felix Kroos einen zunächst abgewehrten Eckball aus 17 m Volley in die Maschen. Alle anderen Partien gingen bis auf ein Unentschieden verloren. Sandhausen war bisher kein gutes Pflaster für den 1. FC Union.

Die Vorzeichen sind in dieser Saison etwas anders. Der SV Sandhausen hat bisher noch keinen Punkt holen können und selbst erst einen Treffer erzielt und ziert zusammen mit dem MSV Duisburg das Tabellenende. Sandhausen Trainer Kenan Kocak fehlen zudem mit Abwehrspieler Tim Knipping, Mittelfeldspieler Nejmeddin Daghfous sowie den beiden Stürmern Rurik Gislason (WM Teilnehmer für Island) und Neuzugang Karim Guede vom SC Freiburg wichtige Spieler. „Union hat gute Leute geholt, sie stehen nicht umsonst da oben. Wir spielen zu Hause und werden nicht mit zittrigen Knien in das Spiel gehen“, so äußerte sich Kocak vor dem Spiel. Trotz der Verletztenmisere werden die Sandhauser auf dem Transfermarkt nicht mehr tätig werden.

Der 1. FC Union hofft, dass die Wende den Sandhausenern nicht ausgerechnet Spiel am kommenden Sonntag gelingt. Vielmehr hoffen sie darauf, dass sie weiter ungeschlagen bleiben und im günstigsten Fall einen weiteren Auswärtssieg in die Bilanz schreiben können.

Außerhalb des Platzes hat der 1. FC Union mit den Folgen des Brandes eines Kühlschranks im Gebäude der Haupttribüne zu kämpfen. Bei den Löscharbeiten ist wohl mehr kaputt gegangen, jedenfalls stehen umfangreiche Sanierungsarbeiten an, so war es in einer Pressemitteilung zu lesen. „Das Ausmaß der durch den Brand und die Brandbekämpfung verursachten Schäden innerhalb der Haupttribüne ist erheblich größer, als unmittelbar nach dem Brand erkennbar war. Deren Beseitigung wird uns mehrere Wochen, wahrscheinlich sogar Monate beschäftigen. Die nun begonnene Grundsanierung des Gebäudes ist jedoch zwingend notwendig, um das Risiko für Folgeschäden so gering wie möglich zu halten“, so Dirk Thieme, Vorstandsvorsitzender der „An der Alten Försterei“ Stadionbetriebs AG. So fand die obligate Pressekonferenz vor dem Spiel in Sandhausen nicht im Medienraum Raum statt. Der Spielbetrieb wird nicht beeinträchtigt sein. Die Lizenzspielerabteilung hatte Glück, diesbezügliche Räumlichkeiten sind nicht betroffen, so kann auch der Trainingsbetrieb ungehindert stattfinden.

Die Eisernen sind bereit für dieses Spiel und der aktuelle Tabellenstand ist nur eine schöne Momentaufnahme. Trotzdem ist Vorsicht geboten, Sandhausen ist angeschlagen und daher gefährlich. „Du weißt nicht so richtig, was dich da erwartet,“ so ein O-Ton von Trainer Urs Fischer.

Für das Spiel in Sandhausen stehen neben den bereits länger verletzten Sebastian Polter, Fabian Schönheim und Marc Torrejon aktuell auch Neuzugang Joshua Mees wegen muskulärer Probleme nicht zur Verfügung. Es könnte exakt die Startelf beginnen, wie zuletzt gegen den FC St. Pauli.

Für das Spiel in Sandhausen, das am kommenden Sonntag, 2. September beginnt werden etwa 6.000 Zuschauer erwartet. Trotz der weiten Anreise wollen bis zu 800 Schlachtenbummler der Eisernen dabei sein. Abwehrspieler Florian Hübner ließ sich zu einem Tipp hinreißen: „Hinten steht die Null und vorne macht der Seb (gemeint ist Sebastian Andersson) zwei Buden.“

Es ist mehrfach geurteilt worden, dass der 1. FC Union einen sehr großen Kader hat, insgesamt 30 Profis. Am letzten Tag der Transferperiode kam die Mitteilung, dass Abwehrspieler Lars Dietz bis zum Saisonende an die Sportfreunde Lotte ausgeliehen wird. Der 21jährige, der selbst seine Stärken im defensiven Mittelfeld sieht, hofft auf mehr Spielpraxis in der 3. Liga. Sein Vertrag bei den Eisernen läuft noch bis 2021. Er kam im Januar 2018 aus dem Nachwuchs von Borussia Dortmund zum 1. FC Union. Angesichts der Konkurrenz im defensiven Bereich eine gute Entscheidung.

Hans-Peter Becker

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