Sport-Journalisten wollen ja mitunter eine ganze Menge von Taktik verstehen. Einer der Fußball-Taktik in all seinen Facetten versteht und obendrein klar und verständlich „rüberbringt“, ist Herthas Co-Trainer Rainer Widmayer – fachlich ein anerkannter Spezialist. Der Verband der Deutschen Sportjournalisten Regionalgruppe Berlin-Brandenburg hatte zu einem Jour Fixe Rainer Widmayer zum Thema Fußball-Taktik als Vortragenden gewinnen können. So erzählte er von der „falschen Neuen“, „schiefen Dreiecken“, von perfekter Raumaufteilung, über neue Entwicklungen und Erkenntnisse aus der letzten Weltmeisterschaft.
Eingeladen worden war für den 10. Oktober in den Presseraum der Geschäftsstelle von Hertha BSC, Hanns-Braun-Straße. Doch zur Freude der Interessenten führte Pressesprecher Marcus Jung die Teilnehmer in den Turm, in den Raum, in dem die Hertha Profis sonst auf den Gegner eingeschworen werden. Bei den Analysen, so war zu erfahren, könne sich hier kein Spieler „verstecken“. Beeindruckend die Ausstattung, die raumfüllende Videowand, die Repro-Zuspielmöglichkeiten für die Videoaufzeichnungen. Ausgefeilte Technik steht den Hertha-Verantwortlichen da zur Verfügung. Ohne die Nutzung dieser Technik kann wohl kein profesioneller Fußballverein auf Dauer erfolg haben. Die gute alte Taktiktafel allein reicht dafür nicht mehr aus.
In der Diskussion mit den Sportjournalisten wurde deutlich, weshalb Pal Dardais Co-Trainer bereits zu Zeiten von Markus Babbel in Berlin erfolgreich tätig war und der Verein ihn 2015 erneut verpflichtete. Die Spieler vertrauen dem „Mann der Taktik“, versuchen alles, wie vorgegeben, auf dem Platz umzusetzen. Das Trainer-Team und die Mannschaft sind so eine verschworene Einheit. Das alles habe etwas gedauert, doch jetzt scheint sich die Geduld auszuzahlen. Die bisher in der aktuellen Saison erreichten sportlichen Ergebnisse sprechen für sich.
Christian Zschiedrich
