Fußball: Nordberliner SC, Füchse Berlin, BC Reinickendorf

Die Saison-Zufriedenheit mit dem Erhalt der obersten Berliner Klasse, der Berlin-Liga, heißt doch auch, hier werden kleine Brötchen gebacken. Tabellenzwölfter Nordberliner SC – zwei  Plätze und fünf Punkte vor den Füchsen – das ist keineswegs Erfüllung, am Ende jedenfalls war man froh, nichts mit dem Abstieg zu tun gehabt zu haben. Die Füchse kassierten zum Saison-Abschluss  eine 2:3-Niederlage gegen Blau Weiß 90; der Nordberliner SC gewann mit 10:2 zweistellig gegen den Tabellenletzten BSV Hürtürkel. Am Elchdamm sei es noch zu früh für Personal-Entscheidungen. 87 Gegentreffer zeugen von schlechter Abwehrleistung. Außerdem wird Justin Hippe von anderen Clubs begehrt. Keine Abwanderungsgedanken dagegen bei Steven Haubitz. Der eingefleischte Fuchs erzielte mit 19 Treffern  fast ein Drittel aller Füchse-Tore (58). Fünf Neue sind noch keineswegs genug. Sie stehen bereits fest, aber, um nicht wieder so eine Saison erleben zu müssen, um weitere Verstärkungen bemühen sich Trainer Kai Brandt & Co. Schließlich zählten die Fußballer der Füchse einst zu den besten Teams in Berlin.

Auf einer Erfolgswelle in den obersten Berliner Klassen „schwamm“ auch einst der BC Reinickendorf (früher Hota). Jedenfalls machten die Spieler der Hoteliers mit erstaunlich guten Leistungen noch in den 80er Jahren auf sich aufmerksam. Doch finanziell übernahm sich der Club. Angeprangert wurde das Geschäftsgebaren vor der Insolvenz. Der Club stand vor dem Aus. Der Verein sei jetzt sogar schuldenfrei und konnte nach Jahren der Abstinenz (ohne ein Herren-Team melden zu können) ist nicht nur am Leben, sondern, total neu formiert, am Aufbegehren. Der neue Vorstand in absolut neuer Besetzung zeigt mit Herzblut großartiges Engagement. Im letzten Jahr konnte wieder ein Männerteam gemeldet werden, das erstaunlicherweise auf Anhieb den Aufstieg in die B-Klasse schaffte. Der Altersdurchschnitt von 22 Jahren verspricht für die Zukunft weitere Erfolge, denn das Gros der Spieler wird, wie zugesagt, dem Verein die Treuehalten. Dahinter steckt im Club am Schäfersee viel Arbeit im Verborgenen. Bis auf die A-Jugend kann der Verein  mit elf Jugendteams wieder in allen Altersklassen am Spielbetrieb teilnehmen. Das ist unserer Meinung nach Anerkennung und Unterstützung wert.

Christian Zschiedrich

Veröffentlicht von

Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert