Der 1. FC Union startet in seine 13. Zweitliga-Saison

Es ist immer so eine Sache mit den Prognosen, wie eine Saison verlaufen könnte. Beim 1. FC Union, dem einzigen Berliner Vertreter in der 2. Bundesliga, lagen die Experten, was den Verlauf der vergangenen Spielzeit betrifft, wohl alle ziemlich daneben. Es steht wieder eine Saison bevor, was spricht dafür, was spricht dagegen, wie sehen die Verantwortlichen des Vereins selber die Chancen ? Besser abschneiden als in der letzten Saison, mehr war bisher aus dem Lager der Eisernen nicht zu vernehmen. Als Minimalziel wäre das Platz 7 nach 34 Punktspielen, nun ja, mit dem zur Verfügung stehenden Kader ist das eine realistische Vorgabe. Auch soll es ruhiger zugehen, als zuletzt, als sich die Vereinsführung veranlasst sah, den Trainer zu wechseln. Gebracht hat es nichts, eher im Gegenteil, Ziel verfehlt und kurzzeitig bestand Abstiegsgefahr. Es ging gut, aber das Beispiel von Eintracht Braunschweig sollte eine Warnung sein.

neuer Chef-Trainer – Urs Fischer  Foto: Hans-Peter Becker

Das Personalkarussell drehte sich. Auf der Ebene der sportlichen Leitung musste Kaderplaner Helmut Schulte gehen und der Geschäftsführer Sport Lutz Munack ist zukünftig nur noch für den Nachwuchs- und Amateurbereich zuständig. Für den Bereich Profifußball wurde mit Oliver Ruhnert ein weiterer Geschäftsführer installiert. Der während der Saison vollzogene Trainerwechsel brachte nichts. Union-Urgestein Andre Hofschneider konnte lediglich den Absturz in Drittklassigkeit verhindern. Die Vereinsführung hatte andere Hoffnungen in ihn gesetzt. Er wurde ersetzt durch den Schweizer Urs Fischer. Der etwas später mit Markus Hoffmann noch einen Co-Trainer seines Vertrauens holen durfte. Beide kennen sich aus ihrer 2jährigen Zusammenarbeit beim FC Basel. Dort hinterließen sie mit zwei Schweizer Meisterschaften, einen Pokalsieg und den Einzug in die Gruppenphase der Champions League eine beachtliche Erfolgsgeschichte. Gebleiben aus der Keller-Hofschneider Ära ist Sebastian Bönig als weiterer Co-Trainer.

Zwar ist das Tranferfenster noch bis zum 31. August geöffnet, im Goßen und Ganzen sind die Kaderplanungen bei den Eisernen abgeschlossen. Den Verein verlassen haben aktuell sieben Spieler, dafür wurden bisher 9 Neue geholt. Als Ersatz für den nach Duisburg abgewanderten Torwart Daniel Mesenhöler wurde Rafal Gikiewicz vom FC Freiburg geholt. Nach den Eindrücken aus der Vorbereitung dürfte er die neue Nummer eins im Tor sein. Jakob Busk wird sich weiter gedulden müssen.

Für die Abgänge in der Verteidigung wurden Christopher Lenz (bisher Holstein Kiel), Ken Reichel (Eintracht Braunschweig), Florian Hübner (Hannover 96) und ganz aktuell, Nachwuchsmann Julian Ryerson (bisher Viking Stavanger) aus der norwegischen 2. Liga geholt.

neuer Kapitän – Christopher Trimmel  Foto: Hans-Peter Becker

Für das defensive Mittelfeld wurde Manuel Schmiedebach von Hannover 96 ausgeliehen und aus Sandhausen zurückgekehrt ist Eroll Zejnullahu. Der Königstransfer neben der Leihgabe Schmiedebach ist Stürmer Sebastian Andersson. Der Schwede war in der vergangenen Saison für den 1. FC Kaiserslautern aktiv und dort einer der wenigen Lichtblicke. Er konnte zwar den Abstieg des Pfälzer Traditionsvereins nicht verhindern, erzielte aber bei seinen 29 Einsätzen 12 Tore und gab 4 Vorlagen. Trotz seiner Körpergröße von 1,90 m wirkt er sehr beweglich und hat in der Vorbereitung bereits getroffen. Da Sebastian Polter noch einige Zeit braucht um fit zu werden, passt die Verpflichtung bestens. Ein anderer Stürmertyp ist der aus Regensburg verpflichtete Joshua Mees. Er fühlt sich am wohlsten auf der Position des linken Außenstürmers. Für den SV Jahn erzielte er in der Saison immerhin 6 Tore.

Die Kapitänsfrage wurde unterdessen auch beantwortet. Christopher Trimmel wird zukünftig dieses Amt bekleiden. Der bisherige Amtsinhaber Felix Kroos steht neben Marvin Friedrich als Vizekapitän bereit. Aus dem Kader sind momentan Sebastian Polter und Fabian Schönheim nicht einsatzfähig. Sie absolvieren Reha-Maßnahmen. Angeschlagen waren Marc Torrejon, Neuzugang Florian Hübner und Ex-Kapitän Felix Kroos. Nach letzten Informationen soll Kroos seine Probleme an der Leiste überwunden haben.

Vor dem am kommenden Sonntag, 05. August anstehenden Saisonstart stehen 29 Spieler im Kader. Das Potential ist ausreichend für einen Tabellenplatz besser als der erreichte Rang 8 nach der letzten Spielzeit. Es ist verständlich, dass das Wort Aufstieg als Saisonziel nicht verkündet wird. Die direkten Aufstiegsplätze dürften an die beiden Absteiger aus der 1. Bundesliga vergeben sein. Dahinter ist allerdings vieles möglich, um den Relegationsplatz 3 wird es ein spannendes Rennen geben. Sollte es am Ende für den 3. Platz reichen, wäre es das beste Ergebnis für die Eisernen in der 2. Bundesliga.

Hans-Peter Becker

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