TeBe bleibt scheinbar nichts erspart

Schockstarre nach der skandalösen Mitgliederversammlung. Das was ohne zugelassene Presse nach draußen drang, ist so erbärmlich, keineswegs angemessen, was der Verein sportlich in unserer Haupt- und Sportstadt bewegt und auch geleistet hat. Wolfgang Gruner würde sich im Grabe umdrehen. Welch großartigen Spiele und Erfolge (das waren noch Zeiten) unter Trainer Fritz Mauruschat.

Der Vorstand wusste sich angeblich nicht mehr zu helfen und sperrte die Presse geschlossen aus. Sehr naiv! Was jetzt so um den Verein grassiert und in Umlauf gebracht wurde, ist doch viel schlimmer und schädlicher als je zuvor! Welch ein Imageschaden. In Berlin gibt es wenige dem Ruf schädigende  Beispiele ausgesperrter und unliebsamer Presse-Berichterstatter. Hat der Vorstand wirklich angenommen, so die öffentliche Meinung abgewürgt und totgeschwiegen zu haben? Wo bleibt da jede menschliche Erfahrung?

Nach dem Reinfall mit der Göttinger Gruppe war der Verein sichtlich am Ende. In der weiteren Entwicklung muss den treuen Fans das Lob zugesprochen werden, den Verein am Leben gehalten zu haben. Absehbar und realistisch der Zustand, wie lange das gut gehen mag. Leider ist  im aktuellen Zeitgeschehen die Tatsache nicht außeracht zu lassen, dass der sportliche Erfolg ohne Geldgeber leider nicht mehr machbar ist. Die Fans beflügelte Vereinsliebe und Enthusiasmus. Hatte denn einer ein paar Sponsor-Groschen, geschweige denn Euros?

Heißt in der Realität, jeder Verein, der einen Geldgeber hat, soll heutzutage glücklich sein und ihn hegen und pflegen! Das mag keiner so richtig gut finden, so ist es aber. Dietmar Hopp in Hoffenheim hat laut Rolf Rangnick auch seine Eigenheiten. Eine Alternative zu Werner Gegenbauer fand Hertha BSC noch nicht. Wozu auch, er diktiert mit seinen Verbindungen doch alles sehr geschickt. Mal ganz ehrlich, würdest du Geld einem Verein geben und sagen, „macht damit was ihr wollt“?

Natürlich wird jeder über seine eingebrachte Leistung auch bestimmen wollen. Das ist so. Und es ist nicht einmal verwerflich. Keinesfalls anders geartet ist es bei Tennis Borussia mit Boss Jens Redlich. Wäre er mit seinem Vermögen TeBe nicht in die Bresche gesprungen, gäbe es den Verein vielleicht nicht mehr. Das ist sein Verdienst. Man spricht von 2,5 Mill. Euro, die er bisher in den Club „versenkte“. Versenkte deshalb, weil in der Regionalliga (das Ziel) auch noch keine Cent zu verdienen ist, erfahrungsgemäß noch nicht einmal in Liga Drei.

Redlich sollte sich selbst einmal fragen, warum er so unbeliebt und im Verein umstritten ist. Da kommen garantiert einige Erkenntnisse zusammen. Die Fehler sind erst mal zu verdauen.

Christian Zschiedrich


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Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

Ein Gedanke zu „TeBe bleibt scheinbar nichts erspart“

  1. Immer wieder die Frage, wer ist im Berliner Fußball die Nummer 3 nach Hertha und Union ? Richtig Geld zu verdienen gibt es erst ab Liga Zwei. Der BFC scheint den Kampf aufgegeben zu haben, Victoria ist gerade auf die Schnauze gefallen und der BAK spielt trotz ansprechender Leistungen quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit.TeBe, oh Mann, fast könnte man den Eindruck gewinnen, die wollen nicht lernen. Jetzt steht Fußballromantik gegen den schnöden Mammon. In der Bundesliga sind fast alle Vereine, eben darum keine Vereine mehr sondern Kapitalgesellschaften. Der Vergleich mit Hertha hinkt da etwas. Der 1. FC Union ist einer der wenigen Vereine in der Bundesliga, die ihre Profiabteilung nicht ausgegliedert haben. Dort haben die Fans/Mitglieder Mitspracherechte, was es den Verantwortlichen nicht immer leicht macht. Vielleicht sollte Herr Redlich mal beim 1. FC Union nachfragen, dort scheinen sie es besser hinzukriegen.

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