Pytlick und das bittere Ende

Füchse verlieren Spitzenspiel in Flensburg 33:34

Zur Saison 2027/28 wird Simon Pytlick ein „Fuchs“. Die Berliner verpflichten mit dem dänischen Olympiasieger, Welt- und Europameister einen Ausnahmespieler. Das bewies der 25-Jährige auf besondere, für die Füchse schmerzliche Weise. Die Spieluhr war abgelaufen, 60 Minuten herum. Die letzte Aktion ein direkter Freiwurf für Flensburg. Eine Situation, die in 99 von 100 Fällen nichts einbringt. Sechs Berliner bauten sich als Mauer vor Pytlick auf. Der fand eine Lücke zwischen den ausgestreckten Armen und traf am verdutzen Palicka vorbei ins Tor zum 34:33. Es war der finale Höhepunkt eines Spiels, dass die Akteure und die Zuschauer an die Grenzen der psychischen Belastung trieb.

Nach ausgeglichenem Beginn in der sogenannten „Hölle Nord“ – 4:4/5. – verloren die Gäste, die am Donnerstag noch in der Champions League in Porto gespielt hatten, in Folge etwas die Kontrolle über die Partie. Flensburgs aggressive Abwehr mit einem überragenden Möller im Tor und einige Fehlwürfe der Füchse führten zu einem zwischenzeitlichen vier-Tore-Rückstand – 10:14/19. Mit einer Umstellung in der Abwehr und einem Torhüterwechsel (von Ludwig zu Palicka) ergriff Trainer Nicolej Krickau die richtigen Maßnahmen. Flensburg blieb acht Minuten ohne Treffer.

Die Berliner glichen nicht nur aus – 15:15/24. – sondern gingen sogar in Führung und verteidigten den Vorsprung bis zur Pause – 19:17/30. Der Start in die zweite Spielhälfte missriet den Berlinern. Allein Matthes Langhoff versemmelte drei Chancen. So kamen die von 6.300 Zuschauern frenetisch angetriebenen Gastgeber schnell wieder heran – 22:22/37. Erneut trat das Problem der letzten Spiele zutage. Den Füchsen fehlt es an Konstanz über 60 Minuten. Starken Phasen folgen Momente, in denen es weniger optimal läuft. Dennoch konnten sie die Partie einige Zeit in der Schwebe halten – 25:25/43.

Danach wurde der Druck der in der Bundesliga noch ungeschlagenen Gastgeber immer größer. Mit Minus drei gerieten die Füchse wieder ins Hintertreffen – 28:31/49. Zwei Zeitstrafen gegen Flensburg und ein von Lasse Ludwig gehaltener Siebenmeter eröffneten drei Minuten vor dem Ende, die Chance, das Blatt abermals zu wenden. Die Füchse nutzten sie clever – Anschlusstreffer Darj und Ausgleich Lichtlein 30 Sekunden vor Schluss. Der letzte Angriff der Flensburger – nach Auszeit – verpuffte. Allerdings bekamen sie nach der Sirene noch die Möglichkeit eines letzten Freiwurfes…..

Nach dem emotionalen Ende beschrieb Trainer Krickau die zwei „Gesichter“ des Berliner Spiels. „Ich bin unfassbar zufrieden mit unserem Fokus über 60 Minuten. Das war sehr cool, uns von Minus vier zurück zuarbeiten in der ersten Halbzeit und in der zweiten Halbzeit von Minus drei. Aber wir müssen daran arbeiten, auch die letzten Details für uns zu gestalten. Wir hatten eigentlich genug Chancen, den Unter-schied zu machen.“ Die Stresstage gehen weiter für die Füchse. Mittwoch, 21.10.2026, in Veszprem/Ungarn Champions League und am Sonntag, 25.10.2026, Bundesliga gegen Schlusslicht Wetzlar.

Für die Füchse im Einsatz: Ludwig (3 Paraden), Palicka (12, 1 Tor); Darj (2), Prantner, Simak, Ariño, Grøndahl (1/1), Lichtlein (4), Gidsel (11), Freihöfer (5/4), Langhoff (5), Zaepfel (1), av Teigum (3), Marsenić.

Herbert Schalling

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