Füchse schlagen MT Melsungen 33:31
Fünf Tage nach der Niederlage im Supercup gegen den SC Magdeburg zeigten sich die Berliner wieder von ihrer besseren Seite. Von Spielmacher Tobias Grøndahl angetrieben zogen die Gastgeber von Anbeginn ihr gewohntes Tempospiel auf. Dazu kam als Basis eine engagierte Abwehrarbeit, welche den Melsunger Angreifern wenig Raum ließ. Dahinter glänze der „alte Mann“ im Tor, Neuzugang Andreas Palicka (40) mit einigen spektakulären Paraden und in der 23. Minute sogar mit einem Treffer ins leere Gäste-Tor. Das Ergebnis dieses spielerischen „Cocktails“ war eine deutliche Führung nach einem Viertel der Partie – 8:4/15. Da die Gäste aus Nordhessen, bei denen Nationalmannschafts-Kapitän Johannes Golla prominentester Neuzugang ist, bei ihren Würfen nicht besonders durch Zielgenauigkeit auffielen, erhöhten die Hausherren in der fast ausverkauften Max-Schmeling-Halle (8.132 Zuschauer) ihr Torekonto sukzessive – 17:9/30. Bei noch konsequenterer Chancenverwertung wäre zur Halbzeit auch ein Zehn-Tore-Vorsprung möglich gewesen. Trainer Nicolej Krickau war hochzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. „Wir sind mit dem Ergebnis und besonders der ersten Halbzeit super happy, da war unser Auftreten in vielen Bereichen sehr gut. Wir haben eine starke Mentalität gezeigt.“
Da die Melsunger, als Sieger der European-League in der letzten Saison, in diesem Jahr Champions-League-Teilnehmer, in den ersten 30 Minuten klar unter ihren Möglichkeiten geblieben waren, wollten sie diesen Eindruck korrigieren. So entwickelte sich zu Beginn der zweiten Hälfte auf dem Parkett eine „wilde Jagd“. In den ersten zehn Minuten nach dem Wechsel fielen 18 Tore – 25:19/40. Die Gäste hatten im Rückraum umgestellt, was ihrem Spiel mehr Tempo verlieh und die Deckung der Berliner nun zunehmend vor härtere Proben stellte. Da das Abwehrspiel nicht mehr ganz so reibungslos funktionierte, waren die Gäste jetzt mit ihren Würfen ein ums andere Mal erfolgreich. Das reichte jedoch zunächst nicht, den Abstand wesentlich zu verkürzen 27:23/45. Besonders Matthes Langhoff fand immer wieder Lücken und krönte sich mit neun Toren zum erfolgreichsten Füchse-Werfer. Ein besonderes Jubiläum konnte Matthias Gidsel mit seinem Tor zum 29:24/51. feiern. Für den dreimaligen dänischen Welthandballer war es der 1000. Treffer in der Bundesliga seit seinem Debüt am 4. September 2022.
Erst als in der Schlussphase Würfe der Gastgeber an Latte und Pfosten landeten und einige Zuspiele im Angriff misslangen, konnten die Gäste auf zwei Tore verkürzen. So entsprach das 33:31 am Ende nicht ganz der Überlegenheit der Füchse über weite Strecken des Spiels.
Die nächsten Bewährungsproben müssen die Berliner auswärts bestehen. Am Donnerstag (3.9.2026) in Magdeburg und am Sonntag (6.9.2026) in Stuttgart.
Für die Füchse dabei: Ludwig, Palicka (7 Paraden, 1 Tor); Darj, Prantner, Simak, Ariño, Grøndahl (5), Gidsel (7), Freihöfer (7/5), Pichiri, Langhoff (9), Kusche, av Teigum (2), Marsenić (2).
Herbert Schalling

Mannschaftsfoto: © Füchse Berlin
