Pal Dardai ist wieder Geschichte bei der Hertha

Ein knappes Jahr hat es gedauert und wieder ein neuer Trainer. Eigentlich sollte mit diesem Aktionismus mal Schluss sein. So sehen Fachleute und die Fans der Hertha den Trainerwechsel mit gemischten Gefühlen. Gespeist auch daraus, weil der Nachfolger alles andere als den Ruf hat, ein Erfolgstrainer zu sein. Tayfun Korkut, so heißt der Nachfolger, hat seit 2018 keinen Verein mehr trainiert und sein Vertrag soll zunächst nur bis zum Saisonende laufen.

Er übernimmt eine intakte Mannschaft, allerdings alles andere als optimal zusammengestellt. Im Sturm spielen zu ähnliche Typen und es fehlt an Kreativspielern im Mittelfeld. Die Probleme im Spielaufbau sind nicht zu übersehen. Hertha wirkt nicht wie Absteiger, aber auch nicht besser als Platz zwölf in der Bundesliga. Viele zu wenig für eine Mannschaft, die in den vergangenen 14 Monaten 374 Millionen Euro von einem Investor bekommen hat.

Fredi Bobic musste handeln, eine Weiterentwicklung der Mannschaft war nicht zu erkennen. Der Wechsel kommt nicht so überraschend. Ob Korkut allerdings das Blatt wenden und mehr als den Klassenerhalt herausholen kann? Es muss eine durchgehende Spielidee her, in einem taktischen System, was dem Talent der Mannschaft entspricht. Mal abgesehen von den beiden Auswärtsauftritten in München und Leipzig hat die Hertha soliden Fußball geboten. Hier kann der neue Trainer ansetzen.

Vier Spiele sind es noch bis zum Jahresende. Das nächste Spiel ist dann auswärts in Stuttgart. Bobic und Korkut kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit beim VfB. Ein paar Punkte sollten bis Weihnachten gesammelt werden, mit den bisherigen 14 kommen sie nicht weit. Neben der sportlichen Leistungsfähigkeit sind zudem die Coronabedingungen zu beachten.

Hans-Peter Becker

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