Irrer Kriegsvergleich des England-Trainers

So widersprüchlich es klingen mag, ich bin Gareth Southgate dafür dankbar, mich ganz persönlich an das menschenverachtende Verhalten seiner Landsleute im Krieg erinnert zu haben.

Es haben auch Leute versucht, bei uns einzufallen, und wir hatten den Mut, uns dagegen zu wehren. Man kann nicht verhehlen, dass die Energie im Stadion gegen Deutschland teilweise daher kam“ und etwas weiter „Ich habe es nie gegenüber den Spielern erwähnt, aber ich weiß, dass das dabei auch eine Rolle gespielt hat.“

Wen wundert es, ich habe mich über den Sieg der Italiener im Finale der Europa-Meisterschaft so richtig gefreut.  Zur EM-Nachlese ist es mir ein Bedürfnis dem lieben Trainer Englands zu antworten. Winston Churchill hatte befohlen, in Dresden kurz vor Kriegsende Menschen abzufackeln. Ja, der Krieg war bereits entschieden, Flüchtlinge aus Schlesien und Ostpreußen, die glaubten, dem Krieg entronnen zu sein und Dresden sicher erreicht zu haben, wurden sinnlos geopfert. In einer Stadt, in der es keine Kriegsindustrie gab, ausgerechnet dieser Fluchtweg wurde ihnen gemeinsam mit den vielen Einheimischen zum Verhängnis. Churchill bekam dafür einen Orden mehr angeheftet.

Christian Zschiedrich kommentiert Foto: Headlight Pictures

Das habe ich nie vergessen, mich nicht mehr so oft daran erinnert. Als Kind habe ich von meinem Heimatort in der Nähe von Dresden die Flammen gesehen. Jetzt, nach dem bekannt wurde, mit welch irrem Vergleich der englische Trainer seine Motivation für das Spiel gegen Deutschland zog, ist es wieder hautnah. Das „Abfackeln“ wehrloser Menschen, welch „wunderbares“ Verhalten der Engländer damals.

Bestimmt entgegnet mir jetzt der eine oder andere, das gehöre nicht mehr hierher. In der Nachlese zur Europameisterschaft  habe ich lange überlegt. Die „sportliche Motivation“ des England-Trainers gegen Deutschland war auf der Titelseite einer großen Sportzeitschrift abgedruckt. Unfassbar peinlich, unpassend und sogar dämlich.

Was Deutschland unter Hitler veranstaltet hat, wurde zu Recht verurteilt. Genauso sinnlos war das Abfackeln von Menschen. Daran hat sich nach 76 Jahren nichts geändert. „Danke“ Gareth Southgate. Die Erinnerung ist in mir wieder wach geworden.

Christian Zschiedrich

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Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

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