Hertha sollte jetzt vor allem nach unten schauen

Chefredakteur Christian Zschiedrich kommentiert. Foto: Sportick

Torlos 0:0 am Samstag gegen Freiburg, ein halbleeres Stadion (38.625 Zuschauer) am Samstag-Nachmittag, in dem es um einiges ging, das gibt mir zu denken. 32 Punkte und noch acht Spiele, um sicher zu gehen werden 40 Punkte benötigt. Hertha braucht acht Unentschieden. Das wäre bei der Defensivstärke zu schaffen. Ich bin sogar überzeugt davon,  Hertha schafft noch den einen oder anderen Sieg und steigt nicht ab. Nur, 32 Punkte reichen dafür nicht. Was bei den eigenen Ansprüchen weiter im Argen liegt, ist das Zuschauerinteresse und die  Angriffsleistung. An Stelle von Begeisterung war es Kopfschütteln bei der tristen Angelegenheit. Dabei schätze ich die Ehrlichkeit von Trainer Pal Dardai – vorausblickend dass es langweilig werden könnte – das Offensivverhalten auch Torchancen und Abschlüsse beinhalten muss. Vielleicht hilft es, die Negativserien im Bundesliga-Vergleich sich anzuschauen.

Spieler aus vergangenen Zeiten kennen Details, wie aus einem Überzahlspiel mehr zu erreichen ist. Zählt bitte nicht die Quer- und Rückpässe, sondern schaut einmal genau hin, wer im Spiel nach vorn den Steilpass beherrscht und wie die Bälle in die Tiefe, verwertbar beim Mitspieler ankommen. Schaut genau hin, wer einen Gegenspieler trickreich aussteigen lässt und wer überhaupt mit Finten und Ballsicherheit agieren kann. Nur schnelles Kombinationsspiel reicht nicht. Aber selbst das war bei Hertha Mangelware.

Das könnte zur Folge haben, dass beim nächsten Heimspiel gegen Wolfsburg den Zuschauern wieder lähmendes Entsetzen und keine Tore geboten werden könnten. Wenn schon Herthas Torflaute gegen harmlose Freiburger anhielt, sei daran erinnert, dass in den letzten drei Spielen (Schalke gewann 1:0) kein Tor erzielt wurde und die Partie im Olympiastadion gegen Mainz, beim 0:2 besonders grausam war. Nun geht es am kommenden Samstag, 27. Spieltag, in Hamburg weiter. Der HSV, ist beim FC Bayern mit 0:6 unter die Räder gekommen, noch schlimmer sind die Auflösungserscheinungen und das Chaos. Nach „ewigen Bestehen“ in der Bundesliga wird der Club diesmal wohl mit Garantie absteigen. Herthas großes Glück in dieser Saison ist die Schwäche anderer Vereine. Dazu zählt vor allem Wolfsburg. Also erwarten wir zum nächsten Heimspiel der Hertha wieder ein halbleeres Olympiastadion.

Christian Zschiedrich

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Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

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