Regionalligist Viktoria holt den Nike-Youth-Cup der U15
Die letzte Final-Begegnung im Nike-Youth-Cup 2025/26 in Berlin ist endlich beendet. Nach der D-Jugend, die ebenfalls mit Verspätung eine Woche zuvor spielte, bat der Berliner Fußball-Verband (BFV) am Mittwoch dieser Woche zur Partie Viktoria Berlin gegen Stern 1900. Eine schwere Geburt dieser Endspieltag, der eigentlich ein Festtag sein sollte. Sowohl D- als auch C-Jugend treten in der Regel mit der B-Jugend an einem Finaltag an. Daraus wurde nach den Halbfinalbegegnungen wegen einiger Einsprüche, Berufungen und ähnlichem im Vorfeld nichts. Ein Vorgang mit Seltenheitswert. Dafür konnten die Besucher (525 zahlende Zuschauer) vor Beginn aus krächzenden Lautsprechern wieder die Deutsche Nationalhymne mitsingen. Eine Tradition seit einigen Jahren. Ob alle mitsangen, kann nicht abschließend beurteilt werden.
Die biblischen David und Goliath muss man wohl nicht immer zum Vergleich nutzen. Derartig waren die Kräfteverhältnisse beim Spiel Viktoria Berlin gegen Stern 1900 nicht. Im Berliner Pokalfinale der C-Jugend (U15) ging es aber um einen Regionalligisten (Viktoria), der sich sonst mit Hertha BSC, 1. FC Union, RB Leipzig und Dynamo Dresden misst. Zwei Klassen darunter wurde das Team der Sterner zwar Meister in der Landesliga, aber die körperlichen und technischen Mittel reichten am Ende nicht zu einer Überraschung. 2:1 (1:1) hieß es beim Abpfiff der ambitionierten Schiedsrichterin Ruby Harder im Neuköllner Werner-Seelenbinder-Sportpark.
Entschieden wurde das Spiel durch einen fragwürdigen (welcher Strafstoß ist das nicht?) Elfmeter zwölf Minuten vor dem Ende. Einige Minuten zuvor hatte der Spieler des Tages, Sterns Torwart, einen etwas zu schwach getretenen Elfer parieren können. Ihn können wir hier wegen der Nennung k. A. (also keine Angabe) in der Aufstellung nicht nennen. Dabei wissen die stets anwesenden Späher, also Scouts, ohnehin von wem zu reden ist. Eine Praxis, die sich zum scheinbaren Schutz der Spieler in vielen Mannschaften eingebürgert hat. Übrigens wechselt einer seiner spielgestaltenden Kameraden zur nächsten Saison zur Jugend von Hertha BSC. Es wurde gemunkelt, dass ein Großteil der U15-Regionalliga-Spieler der Viktoria ebenfalls den Verein verlassen soll. Sie streben bereits nach Höherem.
Überraschend war die Ansetzung als solche: im Halbfinale beim Elfmeterschießen hatte sich SC Staaken gegen die Steglitzer Sterne durchgesetzt. Die an dieser Stelle bereits mehrmals geschilderten ärgerlichen Einsprüche – formal berechtigt – der Vereine wegen veralteter Passbilder gab es auch hier. Nach Hin und Her hieß der Endspielteilnehmer durch Beschluss doch Stern 1900. Der SC hatte die Aktualisierungen „vergessen“. Diese Entscheidung und die Enttäuschung der Staakener Spieler sorgte bei den Offiziellen des Vereins für Ratlosigkeit. Michael Kreßner, Jugendleiter, findet, dass das ganze Thema eine Katastrophe sei. „Wir konnten uns mit Stern im Vorfeld nicht auf eine sportliche Lösung einigen, weil unsere Staakener Spieler sich im Halbfinale daneben benommen haben sollen.“ Auf Nachfrage bestätigte Stern-Vorsitzender Bernd Fiedler: „Vielleicht hätten wir wegen der Fotos nichts unternommen. Das Verhalten der gegnerischen Akteure bei dieser Partie war jedoch unglaublich.“
Viktoria hatte als letzte Hürde die U15 von Hertha BSC (1:0) übersprungen. Dass es bei ständiger Überlegenheit in diesem Finale nicht zu mehr Toren für den späteren Sieger reichte, lag vor allem an der guten Defensive der Steglitzer Sterne. Viel erwartend, hatten die etwa 200 Stern-Anhänger – mit einem gelben Motto-T-Shirt – ausgestattet, an Anfeuerungsrufen alles gegeben. Eine Sensation, wie der Pokalsieg des Berliner SC im Pokal der A-Jugend gegen 1. FC Union (5:3, n.E.), wäre wohl nur mit viel Glück drin gewesen. Auch so ist diese knappe Niederlage kein Grund für Frust. Die Underdogs, die nicht zum David wurden, haben alles gegeben.
Text und Fotos: Frank Toebs

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