Eisbären schicken die Adler in die Ferien

DEL Playoff Viertelfinale Spiel 5

26.03.2024 19:30 Uhr Arena am Ostbahnhof

EHC Eisbären Berlin – Adler Mannheim 3:2 (1:1/1:0/1:1)

Serienstand 4:1

Der letzte Sieg ist immer der Schwerste, besagt eine alte Weisheit der Playoffs. Das Spiel begann furios für die Eisbären. Bereits nach 59 Sekunden konnte Julian Melchiori für die Eisbären den Puck ins Netz befördern. Serge Aubin hatte die dritte Sturmruhe als Starting Offensive auf das Eis geschickt. Sodass Patrice Cormier das erste Bully im Spiel gewann, kurzer Wechsel auf die zweite Sturmreihe und es funktionierte. Die Anfangsphase gehörte den Eisbären, die es in dieser Druckphase leider versäumten ein weiteres Tor nachzulegen.

Zu Ende des Anfangsdrittels bekamen die Gäste mehr Anteile und konnten in der 18. Minute ausgleichen. Matthias Plachta konnten einen Schuss von John Glimour unhaltbar für Jake Hildebrand ins Tor ablenken. Es rächte sich, dass die Eisbären gute Chancen liegen ließen.

Bereits zwei Minuten vor dem Drittelbeginn schlichen die Adler wieder auf das Eis, sie wollten den Schwung der Schlussphase mitnehmen und kamen mit Macht. Ab der 26. Minute hatten die Eisbären eine Unterzahl zu überstehen. Das verteidigten sie geschickt. Die erneute Führung gelang ihnen in der 30. Minute. Erst musste Leon Gawanke wegen einer Spielverzögerung auf die Strafbank und eine Minute später erwischte es Korbinian Holzer mit einer Strafe wegen Hakens. Diese doppelte Überzahl konnten die Eisbären nutzen. Eine Kombination im 5 zu 3 Überzahl vollendete Zachary Boychuk. Es war sein erster Treffer in den Playoffs. Bis zur Drittelpause passierte nichts weiter, was auf die Anzeigetafel musste. Beide bestritten die 40 effektiven Spielminuten sehr diszipliniert, für beiden Seiten gab es lediglich vier Strafminuten.

So begann der Schlussabschnitt mit einer knappen Führung für die Eisbären. Die Partien waren bis auf Spiel 1 der Serie das enge Höschen. In der Anfangsphase des Drittels ließen die Eisbären zwei Alleingänge liegen. Die Adler mussten jetzt kommen, es drohte das Aus für diese Saison. Das Spiel war jetzt ein offener Schlagabtausch. In der 48. Minute musste Morgan Ellis wegen Stockschlags auf die Strafbank. Die Unterzahl überstanden die Eisbären. Bange Szenen, die Adler mussten jetzt alles auf eine Karte setzen. Die Führung hielt, bis die Uhr die Restzeit an Minuten bereits einstellig herunterzählte. Die Entlastungsangriffe der Eisbären wurden seltener und der Druck der Adler immer größer. Sieben Minuten vor dem Ende gab es eine umstrittene Strafzeit. Lean Bergmann musste wegen eines Stockschlags für zwei Minuten dem Geschehen fernbleiben. Turbulente Szenen, der Puck landete dann doch im Eisbärentor. Ja, wenn sie in der Anfangsphase ihre Chancen genutzt hätten. So stand es fünf Minuten vor dem Ende 2:2 und es drohte eine Verlängerung.

Es gibt sie, die Monster in den Spielen der Playoffs. Boychuk, plötzlich war er da, zweieinhalb Minuten vor dem Ende und schoss die Eisbären in das Halbfinale.

Die Serie gegen die Eisbären war eine sehr enge Angelegenheit. Im ersten Spiel hatten wir noch einen Vorteil durch die Pre-Playoffs. Anschließend hätte jedes Spiel auch anders ausgehen können. Unser Herz ist jetzt gebrochen, Glückwunsch an die Eisbären, so die Worte Dallas Eakins nach dem Spiel.

Serge Aubin fand ebenso, dass eine hochklassige Serie war. „Ich bin stolz auf die Reaktion meiner Mannschaft nach der deutlichen Niederlage im ersten Spiel. Wir sind ruhig geblieben und haben unsere Ordnung nicht verloren. Wir haben in jeder Partie unsere Top-Leistung gebraucht. Heute hatten wir einen sehr guten Start in die Partie. Mir hat unser temporeiches Spiel gefallen. Das Momentum wechselte dann hin und her, Mannheim hat alles nach vorne geworfen. Wir haben aber einen Weg gefunden, das Spiel zu gewinnen. Wir werden die kommenden Tage nutzen, um uns zu erholen. Dann geht’s direkt weiter.“  

Hans-Peter Becker

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Fotos: © Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Müller, Wissmann (C); Melchiori, Schemitsch; Geibel, Ellis (A); Bartuli – Noebels, Byron, Pföderl; Tiffels, Boychuk, Ronning; Veilleux, Cormier, Eder; Hördler, Wiederer, Bergmann – Trainer: Serge Aubin       

Adler Mannheim: Tiefensee (Brückmann) – Jokipakka, Gawanke; Gilmour, Holzer; Thompson, Reul; Pilu – Wolf, Vey, Plachta; Hännikäinen, Loibl, Kühnhackl; Bennett, Gaudet, Szwarz; Thiel, MacInnis, Proske – Trainer: Dallas Eakins  

Tore
1:0 – 00:59 – Melchiori (Noebels, Byron) – EQ
1:1 – 17:12 – Plachta (Gilmour, Vey) – EQ
2:1 – 30:18 – Boychuk (Noebels, Wissmann) – PP2
2:2 – 54:25 – Gilmour (Szwarz, Gaudet) – PP1
3:2 – 57:33 – Boychuk (Wiederer) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 8 (2, 2, 4) Minuten – Adler Mannheim: 4 (0, 4, 0) Minuten 

Schiedsrichter

Reid Anderson, Martin Frano (Maksim Cepik, Tobias Schwenk)

Zuschauer
14.200

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