DEL Saison 2025/26
15. Spieltag
29.10.2025 19:30 Uhr Uber-Arena Berlin
EHC Eisbären Berlin – Adler Mannheim 4:3 n.V. (1:2/0:1/2:0/1:0)
Das erste Aufeinandertreffen der Kontrahenten in der aktuellen Saison fand am 19. September in Mannheim statt. Die besonderen Vorkommnisse dieses Spiels sind bekannt, eine klare Niederlage und eine Lawine an Strafminuten, insgesamt waren es 73. Hinzu kam eine deutliche Niederlage für die Eisbären. Es liegt seit Jahren eine besondere Brisanz über den Spielen Adler gegen Eisbären und aktuell knistert es besonders. Eine Hoffnung begleitete das Eröffnungsbully, möge alles fair im Rahmen der Regeln des Eishockeys ausgetragen werden.
Bis zum ersten Powerbreak hatten die Zuschauer in der Uber-Arena bereits drei Tore gesehen, verteilt zugunsten der Gäste. Nach nur 35 Sekunden schlug es ein hinter Jake Hildebrand. Er konnte den Puck fangen, so landete er vor dem Schläger von Lukas Kälble, der aus kurzer Distanz einschieben konnte. Fast wäre im Gegenzug den Eisbären der Ausgleich gelungen, der Puck ging an den Pfosten. Grund zum Jubel dann endlich in der 10. Minute, als Markus Vikingstad erfolgreich war. Die Freude währte nicht lange, nur eine Minute später krachte der Puck an das hintere Torgestänge und das war Gegentor Nummer Zwei. Max Penkin hatte zum Schuss ausgeholt. Beide hatten ein Powerplay und konnten daraus kein Kapital schlagen. Das Anfangsdrittel ging an die Adler, die mit hohem Tempo das besser strukturierte Eishockey boten.
Eine Steigerung der Eisbären war nötig für ein positives Ende und sie kämpften, verstärkten ihre Angriffsbemühungen, die Anfangsphase des Mittelabschnitts gehörte ihnen. In der 19. Minute musste Jean-Sebastian Dea auf die Strafbank. Drei Sekunden vor Ablauf der Unterzahl war es doch geschehen, Antony Greco traf zum 3:1. Den Beobachter des Spiels beschlich die leise Ahnung nach einer Vorentscheidung für dieses Spiel. Eine Riesenchance ließen die Eisbären liegen und trafen nach einem Abwehrfehler der Adler nur den Pfosten. Der Unglücksrabe war Freddi Tiffels. Auch ein Powerplay konnten sie nicht nutzen.




Im Schlussabschnitt versuchten die Eisbären alles, die Begegnung nochmals spannend zu machen. Ihre Angriffsbemühungen wurden in der 48. Minute belohnt. Einen schönen Angriffszug schloss Leonard Pföderl mit dem Anschlusstreffer zum 2:3 ab.
Es gelang den Eisbären nur zwei Minuten später der Ausgleichstreffer. Es war eine Einzelleistung vom Vikinstad. Puckeroberung in der neutralen Zone und dann zwei Verteidiger und den Goalie düpiert und es stand pari. Dann kam es wie es kommen musste, Eric Mik und der Mannheimer Greco lieferten sich einen beherzten Faustkampf, den der Eisbär gewann.
Die Schlussminuten ließen den Blutdruck der anwesenden Fans in ungesunde Höhen schießen. Wer setzt den lucky punch? Beide Torhüter hatten einiges zu tun. Die Halle stand und wollte den Puck ins Tor brüllen. Es blieb beim 3:3 nach der regulären Spielzeit.
Die Eisbären hatten ein bemerkenswertes Schlussdrittel geboten. Es sind eben die Eisbären, die sich nicht so schnell von der Scholle schubsen lassen. Das Glück blieb ihnen bis zum Schluss hold. Bei 3:10 blieb die Spieluhr stehen. Erst scheiterten die Mannheimer knapp vor Jake Hildebrand und dann versenkte Ty Ronning den Puck im direkten Gegenzug. Es war ein denkwürdiger Eishockeyabend in Berlin.
Der Mannheimer Coach Dallas Eakins sah ein gutes Spiel seiner Mannschaft gegen einen starken Gegner. Bei dem Tor zum 3:3 Ausgleich haben wir unglücklich gewechselt. Die Verlängerung ist immer etwas Glücksache.
Der Eisbärentrainer Serge Aubin war mit dem ersten Drittel nicht zufrieden, da sind wir zu schüchtern aufgetreten. Mit zunehmender Spieldauer hat die Mannschaft besser in das Spiel gefunden, nach dem Rückstand Moral gezeigt und gut gekämpft. Wir konnten vor allem das Tempo hochfahren. Zudem hat unser Umschaltspiel besser funktioniert. Wir sind glücklich über die zwei Punkte.
Eisbärenstürmer Markus Vikinstad sorgte für das Tor des Tages, es hat das Zeug zum Tor der Saison. Während von den Eisbären kein deutscher Nationalspieler für den Deutschland-Cup von Harold Kreis nominiert wurde, Stichwort Belastungssteuerung, wird Eisbär Vikinstad zur norwegischen Nationalmannschaft reisen. Sein Urlaub wird etwas kürzer ausfallen.
Bis zur Pause wegen des Deutschland-Cups stehen allerdings noch zwei Spiele in der Liga aus. Am kommenden Freitag, 31. Oktober 2025, steht die Reise nach Schwenningen an und Sonntag, 2. November 2025, kommt es in der heimischen Arena zum Aufeinandertreffen mit Bremerhavener Penguins.
Hans-Peter Becker
Fotos: © Stephan Wenske
Spieldaten
Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Müller (C), Wiederer; Mik, Reinke; Smith, Lancaster; Panocha – Tiffels (A), Pföderl, Ronning; Kirk, Dea, Veilleux (A); Bergmann, Vikingstad, Eder; Noebels, Leden, Hördler – Trainer: Serge Aubin
Adler Mannheim: Mattson (Franzreb) – Kälble, Gawanke; Renouf, Mattinen; Gilmour, Shaw; Fohrler – Heim, Esposito, Plachta; Schütz, Michaelis, Proske; Penkin, Reichel, Uba; Bennett, Solow, Greco – Trainer: Dallas Eakins
Tore
0:1 – 00:25 – Kälble (Plachta, Esposito) – EQ
1:1 – 09:37 – Vikingstad (Bergmann, Eder) – EQ
1:2 – 10:55 – Penkin (Reichel, Uba) – EQ
1:3 – 30:11 – Greco (Plachta, Esposito) – EQ
2:3 – 47:20 – Pföderl (Ronning, Wiederer) – EQ
3:3 – 49:56 – Vikingstad (Hildebrand) – EQ
4:3 – 61:50 – Ronning (Mik) – EQ
Strafen
Eisbären Berlin: 11 (4, 2, 5, 0) Minuten – Adler Mannheim: 15 (4, 4, 7, 0) Minuten
Schiedsrichter
Ghislain Herbert, Sean MacFarlane (Kenneth Englisch, Vincent Brüggemann)
Zuschauer
14.200
