Füchse gegen Veszprem 29:35
Nach 48 Minuten hätte das Spiel eine Wende nehmen können. Beim Stand von 24:25 sprintete Tim Freihöfer nach einem Ballgewinn allein aufs Gästetor zu. Doch der Füchse-Linksaußen vergab die große Chance. Statt des Gleichstandes – des ersten seit dem 5:5/11. – konnten die Ungarn in kurzer Folge wieder auf vier Tore davonziehen. Es wäre interessant gewesen, zu sehen, wie das internationale Starensemble mit Akteuren aus sieben Ländern in dieser Situation reagiert hätte. Im ersten Spielabschnitt hatten die Füchse Veszprem schon mal kurzzeitig aus dem Takt gebracht. Nach einem neun-Tore-Rückstand – 8:15/22 hatten die Gastgeber von der 6:0-Abwehr in eine offensive Variante gewechselt. Fortan verfolgten sie ihre Gegenspieler in Manndeckung übers gesamte Feld. Dadurch gelang ein 3:0-Lauf und eine kleine Ergebniskorrektur – 11:15/25. Dass Trainer Krickau zu diesem taktischen Mittel greifen musste, hatte seinen Grund in acht torlosen Minuten zuvor. Dem Spiel der Füchse fehlte es in dieser Phase an Intensität in der Abwehr und an Präzision und Genauigkeit im Angriff. Technische Fehler, Ballverluste und Fehlwürfe luden den Favoriten dieser CL-Vorrundengruppe geradezu zum Torewerfen ein. Das Halbzeitresultat bildete den Spielverlauf dann auch ab – 16:21/30. „Wir waren bei Weitem nicht auf dem erforderlichen Niveau und Veszprém hat dies ausgenutzt“, bilanzierte Nicolej Krickau nach der Partie.
Nach der Pause bot sich den 7.732 Zuschauern zunächst ein anderes Bild. Konzentrierter und kämpferischer agierten die Füchse jetzt. Mathias Gidsel wurden zum Anführer der Aufholjagd, die dann in der schon beschriebenen 48. Minute kulminierte. Aber nicht nur da, sondern auch zuvor hatten die Gastgeber trotz jetzt besserer Abwehrleistung einige Torchancen und auch Siebenmeter leichtfertig vergeben. So konnte One Veszprem in der zweiten Hälfte etwas herunterschalten. Dennoch reichte es für die Gäste zum verdienten – Sieg – 35:29. Zu wenige Berliner Spieler präsentierten sich an diesem Abend in gewohnter Form. Für ein erfolgreiches Abschneiden gegen ein europäisches Spitzenteam war das zu wenig. Das musste ein ernüchterter Füchse-Trainer auch einräumen. „Wir sind heute sehr enttäuscht über unserer Leistung. Veszprém war heute eindeutig besser als wir. Das hat heute definitiv nicht gereicht.“ In der Champions League geht es für die Füchse erst am 8. Oktober mit dem Heimspiel gegen den FC Porto weiter. Davor stehen das Bundesliga-Spiel beim Bergischen HC (20.9.26) und das Super-Globe-Turnier in Ägypten (ab 25.09.26) an.
Für die Füchse dabei: Ludwig (2 Paraden), Palicka (10); Darj (1), Prantner, Simak (1), Ariño, Grøndahl (3/1), Gidsel (10), Freihöfer (3/2), Pichiri, Langhoff (5), Zaepfel, Kusche, av Teigum (5), Marsenić (1).
Herbert Schalling

