Am 10. Spieltag wartet auf die Eisernen die Auswärtsaufgabe beim Liga-Rückkehrer SC Paderborn. In Paderborn ist die Union Legende Steffen Baumgart als Trainer tätig. Da könnte fast der Familienfrieden gestört sein. Baumgarts Ehefrau arbeitet im Zeughaus in Berlin, dort werden Fanartikel des 1. FC Union verkauft. Wem wird sie mehr die Daumen drücken, ihrem Ehemann oder ihrem Arbeitgeber.
Mit dem Sportclub Paderborn trifft die bisher zweitbeste Offensive (19 Tore, öfter hat nur der 1. FC Köln getroffen) auf die beste Abwehr (nur 7 Gegentreffer zugelassen). Die Paderborner sind eine der positiven Überraschungen, dazu zählt auch der 1. FC Union. Die Eisernen sind als einziges Team der 2. Bundesliga ohne Niederlage. Diese Bilanz kann nur noch Borussia Dortmund aufweisen.
Die Spielweise des SC Paderborn ist gekennzeichnet durch ein hohes Tempo. Da werden die Eiseren auf der Hut sein müssen. Während Steffen Baumgart auf den gelb-gesperrten Klaus Gjasula verzichten muss, kann Urs Fischer personell fast aus den vollen schöpfen. Alle Nationalspieler sind gesund von ihren Einsätzen zurückgekehrt und hatten dabei Spielpraxis. Nicht einsatzfähig sind Michael Parensen und Marc Torrejon, er befand sich bereits auf dem Wege der Besserung. Jetzt hat er sich erneut verletzt. Fischer hat die Qual der Wahl bei 26 einsatzfähigen Profis. Ausgenommen die Nationalspieler durften die nichtnomminierten eine dreitägige Pause einlegen.
In Paderborn wollen die Eisernen versuchen, dem Aufsteiger ihre Spielweise aufzuzwingen. Die Paderborner wollen trotz erzwungener personeller Umstellungen am 4-4-2 System festhalten. Es könnte ein Offensivspektakel werden, zumal Baumgart das Spiel mit „offenem Visier“ angehen will. Die Abwehr der Eisernen muss dabei besonders auf den torgefährlichen Mittelfeldspieler Philipp Klement aufpassen, mit sieben Saisontoren ist er der erfolgreichste Schütze.
Für das Spiel am kommenden Sonntag, 21. Oktober werden 12.000 Zuschauer in der Paderborner Benteler-Arena erwartet. Aus werden Berlin werden sich 1.200 Fans der Eisernen auf den Weg machen. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck aus Freiburg wird die Partie um 13:30 Uhr anpfeifen. Für den Frieden bei Familie Baumgart wäre ein Unentschieden nicht schlecht.
