Füchse schlagen in der Champions League Porto 40:32.
22 Tage lang hatte es kein Spiel im Fuchsbau gegeben, weil die Mannschaft auswärts in zwei Bundesliga-Partien und bei der Klub-WM in Ägypten gefordert war. Deshalb war die Lust auf attraktiven Handball bei den Zuschauern besonders groß. 8017 kamen in die Max-Schmeling-Halle. Sehr viel für einen Wochentags-Spiel. Sie wurden nicht enttäuscht. Welthandballer Mathias Gidsel, der dem Spiel der Gastgeber meist den Stempel aufdrückt, präsentierte sich diesmal in besonders bestechender Form. 17 Tore (bei 19 Würfen) warf der Däne. Zuletzt war er nach einem „Pferdekuss“ etwas gehandicapt gewesen. Davon war ihm nichts mehr anzumerken. „Ich finde, dass wir heute ein gutes Spiel gemacht haben“, meinte der 27jährige hinterher. Was ich heute neben dem Sieg vor allem mitnehme, ist, dass die Atmosphäre an einem Donnerstagabend wirklich großartig war. Das bedeutet uns Spielern wirklich sehr viel“.
Im ersten Abschnitt gegen den Vizemeister der portugiesischen Liga zündeten die Füchse zwar auch schon ihren Angriffs-Turbo, waren jedoch in der Abwehr nicht so sattelfest wie gewohnt. Dazu kam eine ungewöhnlich hohe Zahl an Fehlwürfen und technischer Fehler. Offenbar alles Nachwirkungen der Klub-WM, von der einige Spie-ler mit Magen-Darm-Problemen zurückgekommen waren. Deshalb konnten die Gäste Rückstände immer wieder ausgleichen. Torhüter Lasse Ludwig verhinderte mit acht Paraden in einigen Situationen sogar Schlimmeres. „Ich finde, dass wir vor allem in der Abwehr nicht auf dem Niveau aufgetreten sind, welches wir normalerweise an den Tag legen wollen. Wir haben zu sehr unsere Basics vernachlässigt“, analysierte Trainer Nicolej Krickau.
Im zweiten Abschnitt fanden die Hausherren bessere Lösungen in der Abwehr und konnten auch häufiger ins gewohnte Tempospiel kommen. Bei den Portugiesen fehlte es zunehmend an Präzision beim Abschluss. So konnten die Füchse ihren Vorsprung kontinuierlich ausbauen. Woran natürlich Mathias Gidsel den größten Anteil hatte. Den sieben Toren aus der ersten Hälfte ließ er zehn weitere folgen und stellte damit den CL-Rekord des Spaniers Jesus Martinez de la Cal aus dem Jahr 2009 ein.
Bereits in der nächsten Woche treffen sich beide Teams zum Rückspiel in Porto. Die Berliner wollen dann den zweiten Platz in der Vorrunen-Gruppe verteidigen. Zuvor geht es am Sonntag in der Bundesliga (11.Oktober) weiter. Gegner im Fuchsbau ist der TBV Lemgo.
Für die Füchse im Einsatz: Ludwig (14 Paraden), Palicka; Darj (3), Prantner (3), Simak, Ariño (5), Grøndahl (3/3), Lichtlein (3), Gidsel (17), Freihöfer, Pichiri, Langhoff (2), Zaepfel (1), avTeigum, Marsenić (3).
Herbert Schalling
