Ex-Hertha-Kante Toni Leistner verkündet seinen Abschied als Spieler

Durch Fußball Geld verdienen wollen nicht nur begabte oder weniger begabte Spieler. Auch die Zahl der Podcaster und Youtuber wird hier immer unüberschaubarer. Die Vernetzung und möglichst viele Follower sind wohl das eigentliche Ziel. Und manchmal kommt auch ein überraschend unterhaltsamer Live-Abend mit richtigen Menschen dabei heraus. So heißt es am Montagabend (14.09.2026) „ERZÄHL MA“ mit Ex-Herthaner Toni Leistner (36). Erzählt wird im Kabarett-Theater „Die Stachelschweine“ im Europa Center. Es ist ein für dieses Theater ungewöhnliches Format eines Kevin, der seinen richtigen Namen nicht veröffentlichen will. Künstlerisch läuft sein Anliegen unter „Kevinfromtheblockk“ auf verschiedenen Kanälen.

Insiderwissen zu Toni Leistner wollen hier beinahe 300 Besucher – fast ausverkauft. Über die Stationen Dresden (u.a. bei Borea und Dynamo) und 1. FC Union ging es für ihn „mit Schulenglisch“ nach England (zwei Jahre bei Queens Park Rangers). Über den 1. FC Köln, Hamburger SV und VV St. Truiden (Belgien) landete er bei Hertha BSC. Wesentlich überzeugt vom Wechsel zur „Alten Dame“ habe ihn Andreas „Zecke“ Neuendorf. „Hier habe ich mich aber beim ersten Heimspiel hinter Stürmer Haris Tabakovic versteckt. Ich musste mich als früherer Unioner verkrümeln. Später habe ich die Leute vom Gegenteil überzeugen können“, erinnert sich der beliebte Innenverteidiger. Geht man nach der Stimmung bei den Stachelschweinen, ist seine Popularität unter den meisten Hertha-Anhängern ungebrochen. Ganze 73 Trikots soll er im Laufe der Hertha-Periode an Fans verteilt haben. Also beinahe so viele wie er Spiele (von 2023 bis 26) für die Herthaner abgeliefert hat. Im Saal ist etwa jeder Dritte im Leistner-Trikot zu sehen – auch weibliche Anhänger sind gekommen. Einer mit einer Meinung, die immer ehrlich, aber gelegentlich auch vorschnell an die Öffentlichkeit kam, unterschied sich meist wohltuend von den stereotypen Interviews der Kollegen.

Toni Leistner signierte Trikots für seine Fans. Foto: Frank Toebs

Der Abschied aus dem Olympiastadion soll ohne Vorwürfe verarbeitet worden sein. „Nur hätte man mir das auch schon früher im Januar oder Februar mitteilen können“, findet Leistner. Aktuell ist er einer der Teilnehmer bei einem Sportmanagement-Lehrgang in Köln, der bis zum März nächsten Jahres läuft. Die Pläne für die Zeit nach der Karriere sind offen. Vielleicht gibt es sogar ein Wiedersehen bei der Hertha. Am Ende wird dem auskunftsfreudigen Toni Leistner noch eine konkrete Entscheidung zur Karriere entlockt. Da läuft der kurzweilige Auftritt bereits seit zweieinhalb Stunden: „Als Spieler trete ich nicht mehr an“, verkündet er exklusiv dem Publikum am Montagabend.

Text und Fotos: © Frank Toebs

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