Während die Profis der Eisbären jetzt gezielt auf den Saisonstart hinarbeiten können, am Freitag, 27.11.2020 wurde der Spielplan für die Deutsche Eishockeyliga (DEL) veröffentlicht, sieht für einen anderen Berliner Eishockeyverein noch trüber. Die Rede ist von FASS Berlin. Nach der Insolvenz der Preussen ist der Verein, der bisher seine Heimstätte im Erika-Heß Eisstadion hatte, die Nummer 2 im hauptstädtischen Eishockey. Sie spielen in der viertklassigen Regionalliga Ost, zusammen mit dem Farmteam der Eisbären und den Berlin Blues. Die Preussen hätten ihre Mannschaft ausgliedern und so mit den anderen Berliner Teams in der Regionalliga weiterspielen können. Sicher hat Corona bei der Entscheidung, davon Abstand zu nehmen, eine entscheidende Rolle gespielt.
Unterhalb der Regionalliga, in der Landesliga-Berlin spielen neben dem Berliner Schlittschuhclub, der OSC Berlin, ASC Spandau sowie 2. und 3. Mannschaften der Eisbären und von FASS Berlin. In beiden Ligen wird coronabedingt pausiert. Das ist an sich schlimm genug. Nun erfolgte für FASS ein weitere Tiefschlag.
Im Erika-Heß-Eisstadion wird das Eis abgetaut, dort wird ein Impfzentrum eingerichtet. Auf der Homepage von FASS Berlin liest sich das so:
„Das Erika-Heß-Eisstadion ist eine Multifunktionsanlage, die von Ende August bis Anfang April von verschiedenen Eissportarten (Eishockey, Eiskunstlauf, Eisstockschießen) genutzt wird und für den öffentlichen Eislauf zur Verfügung steht. Im Unterschied zu den fünf anderen Impfzentren Berlins stand das Stadion auch in Corona-Zeiten nicht leer, sondern wurde von den ansässigen Vereinen intensiv genutzt. Grundlage hierfür waren Schutz- und Hygienekonzepte, die vorbildlich funktioniert haben.
FASS Berlin ist der einzige Eishockeyverein, dessen Trainings- und Spielbetrieb im Erika-Heß-Eisstadion stattfindet. Mit dem Beschluss des Senats wird FASS Berlin heimatlos. Betroffen sind 325 Sportler, die in vier Herren-Seniorenmannschaften, einer Damen-Seniorenmannschaft und acht Nachwuchsmannschaften aktiv sind. Im Berliner Eishockey ist FASS Berlin hinter den Eisbären die Nummer zwei.
Mit dem Beschluss, unser Heimatstadion als Impfzentrum einzurichten, verliert FASS Berlin seinen zentralen Ort. Schon zuletzt hat die Kapazität des Erika-Heß-Eisstadions nicht ausgereicht, um alle unsere Trainings- und Spielzeiten abzudecken, wodurch wir andere Eisstadien mitbenutzen mussten. Dass dies jetzt zum Dauerzustand werden soll, ist für Sportler, Trainer, Betreuer, Eltern und Fans eine schwere Belastung.“
Der Verein hat unterdessen konkrete Forderungen formuliert. Die wichtigsten sind dabei, dass ab August 2021 das Erika-Heß wieder für den Eissport zur Verfügung steht und der Verein FASS Berlin für die zu erwartenden wirtschaftlichen Schäden einen Ausgleich erhält. Bis dahin ist selbstverständlich auch die Solidarität der anderen Berliner Eishockey-Vereine gefragt. Die Trainigs- und Wettkampfmöglichkeiten waren schon voher nicht gerade reichlich gesät.
Hans-Peter Becker
