Drei Heimspiele in drei Wettbewerben

Für das BR Volleys Team wird es ernst. Gemeinsam mit ihren Fans steht die Mannschaft in den kommenden Wochen vor großen und wichtigen (Heim)-Aufgaben. In allen drei Wettbewerben, also in der Bundesliga, dem Pokal und der CEV Champions League, wollen die Berliner in der Max-Schmeling-Halle zusammen mit ihrem Heimpublikum den guten Saisonstart bestätigen.

Zunächst muss das Team um Kapitän Moritz Reichert am Samstag, den 30. November, seine Pflicht in der Volleyball Bundesliga erfüllen. Am zehnten Spieltag kommen die Volleyball Bisons aus Bühl nach Berlin. In der heimischen Max-Schmeling-Halle haben die Berliner die Möglichkeit, ihre Siegesserie auf zehn Erfolge auszubauen. Das Spielgeschehen im Volleyballtempel wird von der Aktion „JOKER für den Nachwuchs!“ und einem Auftritt von Vereinslegende Felix Fischer umrahmt.

Drei Tage später, am 03. Dezember, erfolgt der langersehnte Start in die CEV Champions League. Zu Gast ist dann der slowenische Serienmeister ACH Volley Ljubljana und die Männer von Cheftrainer Cedric Enard müssen zu Hause direkt mit dem Punktesammeln beginnen, um in ihrer hochkarätig besetzten Gruppe eine Chance auf das Erreichen der Playoff-Runde zu haben. Der Deutsche Meister hat sich für den europäischen Wettbewerb viel vorgenommen und die Champions-League-Abende sind im Volleyballtempel von jeher von einer ganz besonderen Atmosphäre umgeben.

Ebenso wichtig wie der Auftakt in der Königklasse ist das am 08. Dezember folgende DVV-Pokal-Halbfinale gegen die WWK Volleys Herrsching. 743 Tage werden dann seit dem letzten Pokal-Heimspiel der BR Volleys vergangen sein. Wie es der Zufall will, hieß der Gegner damals auch Herrsching und kegelte die Berliner mit 3:2 aus dem Wettbewerb. Mit der Unterstützung ihres Publikums wollen die BR Volleys dafür sorgen, dass sich die Geschichte in diesem Fall nicht wiederholt, und sich stattdessen den Traum vom großen Pokalfinale am 16. Februar 2020 in Mannheim erfüllen.

Christoph Bernier

Ins Spiel zurückgefunden

Mit drei Punkten im Gepäck treten die BR Volleys die Rückreise aus Oberbayern an. Am Samstagabend gewannen die Berliner bei den WWK Volleys Herrsching in der Nikolaushalle mit 3:1 (25:23, 25:17, 18:25, 25:20). Dabei sicherte sich Sergey Grankin seine erste Bundesliga-MVP-Medaille und Kyle Russell wurde mit 20 Punkten Topscorer.

In der Herrschinger Nikolaushalle schickte Headcoach Cedric Enard Nicolas Le Goff, Jeffrey Jendryk, Moritz Reichert, Adam White, Kyle Russell, Sergey Grankin und Libero Nicolas Rossard von Beginn an auf den Court.

In dieser Besetzung starteten die Hauptstädter unkonzentriert (3:7) und spätestens als der Ungar Szabo im Block zupackte, bestand für Enard früh Redebedarf (6:11). Rossards spektakuläre Fußabwehr ließ kurzzeitig auf Besserung hoffen, doch es lief weiter unrund im Auftaktsatz. Enard brachte Benjamin Patch und Sebastian Kühner per Doppelwechsel ins Spiel, aber bis zum Rückwechsel (15:20) wurde keine Aufholjagd gestartet. Doch dann kam Adam White und mit ihm endlich entscheidender Druck im Service. Zwei Annahmen sprangen von Sushkos Armen direkt an die Decke, zuvor blockte schon Russell und anschließend Jendryk. White ließ noch ein Ass folgen und plötzlich stand es 23:20 für den Deutschen Meister. Reichert veredelte das Comeback (25:23).

Im Folgedurchgang waren die BR Volleys deutlich früher spielbestimmend. Ein Le Goff-Ass leitete den Reigen an Breakpunkten ein (7:5) und die Berliner zogen mit guter Blockarbeit davon (16:8). Auch das Glück war mit den BR Volleys und so steuerte Russell ein Ass unter Mithilfe des Netzes bei (18:10). Mit einem Block von Le Goff und einem abschließenden Angriff von Russell beendeten die Hauptstädter den zweiten Satz (25:17).

Angetrieben vom heimischen Publikum gaben im dritten Satz die Herrschinger klar den Ton. Die BR Volleys Annahme geriet ein ums andere Mal ins Wackeln und Samuel Tuia kam für White ins Match (8:12). Mit Johannes Tille im Herrschinger Zuspiel hatten die Berliner ihre liebe Mühe, da half auch ein weiterer Doppelwechsel von Enard nichts (14:21). Nachdem Grankin zwei Satzbälle per Block abwehrte, war es dann doch geschehen (18:25).

Das Spiel kippte nun spätestens mit der Aufschlagserie von Machacon zu Beginn des vierten Satz (3:8). Aber Mitte des Durchgangs nahmen die BR Volleys den Kampf wieder an und arbeiten sich mit gutem Spiel über die Schnellangreifer und Entschlossenheit im Block heran (15:16). Der mitgereiste „7. Mann“ gab nun den Ton in der Halle an, weil Grankins Aufschlagserie die Berliner auf die Siegerstraße brachte (21:18). Nach fast zwei Stunden verwandelte Le Goff den Matchball (25:20).

Nationalspieler Moritz Reichert, der nach überstandener Verletzung erstmals wieder durchspielte, zeigte sich dennoch kritisch: „Wir haben nicht gut angefangen und zu viele unnötige Fehler gemacht. Adam hat uns dort mit seiner super Serie gerettet. Im zweiten Satz sind wir dann so aufgetreten, wie wir uns das vorstellen, in allen Belangen überlegen. Umso ärgerlicher war, dass wir dann wieder mehrfach in Rückstand geraten sind. Positiv war sicher, wie wir uns zurückgekämpft haben. Doch es gibt Gegner, die unsere Schwächephasen konsequenter ausnutzen, und deshalb dürfen wir sie uns nicht erlauben.“ Ein solchen Kontrahenten erwarten die BR Volleys am Mittwochabend (30. Jan um 20.00) Uhr im letzten Heimspiel der Champions-League-Gruppenphase gegen Trefl Danzig.

Quelle: Christof Bernier / BR Volleys

Am See aus dem Tal kämpfen

Szene aus den Hinspiel Foto: E. Herfet

Zum ersten Mal im Jahr 2019 begeben sich die BR Volleys an diesem Wochenende auf Auswärtsreise. In der Volleyball Bundesliga müssen die Hauptstädter bei den WWK Volleys Herrsching bestehen (26. Jan um 19.00 Uhr). Dabei gilt es für das Team von Cheftrainer Cedric Enard, nach zuletzt drei enttäuschenden Auftritten vor heimischem Publikum auswärts wieder ein anderes Gesicht zu zeigen.

Am Freitagmittag machen sich die Berlin Recycling Volleys auf den weiten Weg an den Ammersee, wo in der Nikolaushalle von Herrsching der selbsternannte „Geilste Club der Welt“ wartet. Die Gefühlslage könnte in beiden Lagern aktuell wahrscheinlich nicht unterschiedlicher sein. Herrsching siegte am Mittwochabend nach 0:2-Rückstand in Düren noch sensationell mit 3:2, während die BR Volleys daheim gegen Friedrichshafen die nächste empfindliche 0:3-Niederlage einstecken mussten. Es war bereits das dritte Mal in dieser Saison, dass sich die Hauptstädter mehr oder minder chancenlos einem nationalen Kontrahenten ohne einen Satzgewinn beugen mussten.

„Wir befinden uns in einer schwierigen Situation. Man hat die Enttäuschung nach dem Match am Mittwoch überall gespürt, allem voran bei uns im Team selbst. Ich bin aber überzeugt, dass wir uns da als Mannschaft wieder rauskämpfen und am Samstag den ersten Schritt dafür gehen werden“, zeigt sich Mittelblocker Georg Klein vor der Abreise nach Bayern kämpferisch. Hoffnung auf Besserung machen vor allem die Einsätze von Moritz Reichert (zurück nach Bauchmuskelfaserriss) und Sergey Grankin (am Dienstag nachverpflichtet). „Er hat sich gut eingefügt und fühlt sich, glaube ich, direkt wohl bei uns“, sagt Klein über den neuen Zuspieler im Aufgebot der Berliner, den Enard ab Mitte des zweiten Satzes gegen Friedrichshafen ins kalte Wasser warf. Die Klasse des Olympiasiegers von 2012 blitzte immer wieder auf, doch nach zwei Trainingseinheiten fehlte es natürlich an der Feinabstimmung mit seinen Angreifern.

Seit dem Hinspiel in der Max-Schmeling-Halle (3:1) hat sich auch in Herrsching noch einmal etwas am Kader getan. Der vor Saisonstart abgesprungene Russe Artem Sushko kehrte nach einem misslungenen Intermezzo in Südkorea schon zwei Monate später zurück. Bei Trainer Max Hauser wurde der 25-jährige Außenangreifer sofort Stammspieler und verlieh dem Team einen deutlichen Qualitätssprung. Klein weiß, nicht nur aufgrund dieser Personalie erwartet den Hauptstadtclub ein schwieriges Auswärtsspiel am Ammersee: „Herrsching ist immer gefährlich, besonders zuhause. In der Nikolaushalle kann die Mannschaft jeden Gegner vor Probleme stellen. Der Sieg in Düren hat gezeigt, dass die Herrschinger jetzt mit den Topteams mithalten können.“ Die BR Volleys müssen in ihrer aktuellen Verfassung jedoch erst einmal wieder unter Beweis stellen, dass sie ein solches sind. Damit soll in Herrsching und mit der Unterstützung von 30 Auswärtsfans begonnen werden.

Quelle: Christof Bernier / BR Volleys

Start im DVV-Pokal

Am Samstag (03. Nov um 19.00 Uhr) beginnt für die BR Volleys die „Road to Mannheim 2019“ und diese soll, wenn es nach Zuspieler Jan Zimmermann geht, bis in die SAP Arena am Neckar führen. Als erste Hürde müssen die Hauptstädter dafür den aktuellen und ungeschlagenen Zweitliga-Tabellenführer, die TGM Mainz-Gonsenheim, in der Sporthalle Weserstraße aus dem Weg räumen.
„Noch kam ich nicht in den Genuss eines Pokalendspiels in Mannheim. Das steht in diesem Jahr auf jeden Fall ganz weit oben auf meiner Bucket-List“, ist Jan Zimmermann in freudiger Erwartung auf den DVV-Pokal-Start. Nach dem letztlich verdienten 3:1-Heimsieg gegen die WWK Volleys Herrsching am Mittwochabend sieht der Nationalspieler das BR Volleys Team gut vorbereitet: „Wir hätten den dritten Durchgang bei drei Matchbällen nicht mehr abgeben dürfen. Doch insgesamt war das Spiel ein Schritt nach vorn. Darauf gilt es, jetzt im Pokal aufzubauen.“

Der Kontrahent aus Mainz dürfte trotz des Respekts vor den naturgemäß favorisierten Berlinern mit großem Selbstbewusstsein antreten, schließlich feierten die Gastgeber in der 2. Bundesliga Süd bisher sechs Siege in sechs Spielen und gaben dabei nur zwei Sätze und einen Punkt ab. Zum Saisonstart war der Klassenerhalt im Unterhaus das ausgelobte Ziel, mittlerweile dürften die Ambitionen andere sein. Zwei der Leistungsträger im Team von Coach Markus Pfahlert sind Außenangreifer Tobias Brand und Zuspieler Torben Tidick-Wagner, die alle bisherigen MVP-Medaillen gerecht unter sich aufteilten (jeweils drei). Brand zog sich jedoch beim letzten Spiel gegen Schwaig eine Bänderverletzung zu und wird dem Außenseiter möglicherweise fehlen.

Die Mainzer haben sich als Regionalpokalsieger Südwest für die erste Hauptrunde qualifiziert und freuen sich auf ein ausverkauftes Haus in der Sporthalle Weserstraße. Auch einige BR Volleys Fans treten die weite Reise an, um der Mannschaft vor der ungewohnten Kulisse wichtige Rückendeckung zu geben. „Es ist alles andere als selbstverständlich, dass unsere Fans uns auch dort unterstützen“, weiß Zimmermann diesen Support des „7. Mann“ zu schätzen und will den Anhängern natürlich einen Sieg schenken: „Als amtierender Meister muss das Weiterkommen unser klarer Anspruch sein. Bestenfalls soll das Match in Mainz der Beginn unserer Reise nach Mannheim werden“, zeigt sich der 25-jährige Tübinger selbstbewusst.

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Erstmals Grund zum Jubeln im Volleyballtempel

Manager Kaweh Niroomand. Foto: Christian Zschiedrich

Der erste Heimerfolg der Saison 18/19 ist geschafft! Am Halloween-Abend tankten die BR Volleys wichtiges Selbstvertrauen und schlugen die WWK Volleys Herrsching vor 4.381 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle mit 3:1 (25:21, 25:13, 24:26, 25:17). Trainer Cedric Enard sprach nach dem Spiel von einem „Sieg für den Glauben in die eigene Stärke.“

Nach seinem guten Einstand beim Supercup bekam Diagonalangreifer Benjamin Patch gegen Herrsching erstmals von Beginn an die Chance, sein Können unter Beweis zu stellen. Ihm zur Seite standen Zuspieler Jan Zimmermann, die Außenangreifer Adam White und Samuel Tuia, im Mittelblock Nicolas Le Goff und Jeffrey Jendryk sowie Libero Dustin Watten. Einige Unkonzentriertheiten ließen die Berliner zunächst in Rückstand geraten (3:6, 6:9), schließlich brachten Whites Topspin-Aufschläge die Hauptstädter in Satz eins wieder in die Spur (12:9). Der Australier war auch aus dem Hinterfeld eine gefährliche Waffe und hielt die Oberbayern gemeinsam mit einem effektiven Jendryk auf Abstand (16:13). Zwei krachende Blockpunkte von Le Goff und dem kurz vor Satzende eingewechselten Sebastian Kühner entschieden letztlich den Auftaktdurchgang zugunsten der Gastgeber (25:21).

Berlins Volleyballteam Nr. 1 knüpfte daran an und war im zweiten Satz sofort wieder gut im Spiel. Tuia blockte zum 3:1 und Patch ließ eine starke Aufschlagserie folgen (7:2). Dank konzentrierter Block-Abwehr-Arbeit und einem im Service druckvollen Zimmermann zogen die Enard-Schützlinge davon (14:6). Der französische Cheftrainer wechselte munter durch, brachte erst Russell, dann auch wieder Kühner und Klein. Wenn Herrsching nicht am Berliner Block scheiterte, dann am Netz im Volleyballtempel (22:11). Russell stellte problemlos auf 2:0 (25:13).

Patch kehrte zusammen mit Zimmermann zurück auf den Court und die Männer vom Ammersee hielten nun noch einmal kräftig dagegen (6:6). Der eine oder andere Eigenfehler zu viel und dazu ein umsichtiger Herrschinger Zuspieler Leon Dervisaj sorgten für Spannung (11:13). Aber die BR Volleys überstanden mit der Unterstützung des Heimpublikums zunächst auch diesen kritischen Moment und konnten sich in dieser wichtigen Phase auf Außenangreifer Tuia verlassen (17:14). Watten brachte den Volleyballtempel mit einer spektakulären Rettungstat noch einmal zum Kochen (20:17, 24:21) und eigentlich war alles für einen glatten Erfolg angerichtet. Doch die Herrschinger wehrten mit Außenangreifer Tim Peter hinter der Aufschlaglinie drei Matchbälle ab, nutzten ihrerseits den ersten Satzball und wurden kurzzeitig zum Halloween-Partycrasher (24:26).

Die BR Volleys gaben im vierten Durchgang jedoch wieder den Takt vor (4:1, 9:6) und konnten sich nun auf Patch verlassen, der in Aufschlag und Angriff jetzt viel richtig machte (16:12). Zimmermann brachte seine Angreifer nun wieder besser in Position und so wurde das Match mit Patch als Topscorer (20 Punkte) konsequent zu Ende gespielt (21:15). Le Goff donnerte den letzten Punkt der #HalloweenParty zu Boden (25:17).

Heim-Debütant Benjamin Patch war nach dem Spiel euphorisiert: „Es hat riesig Spaß gemacht, erstmals vor diesem großartigen Publikum spielen zu dürfen. Die Unterstützung hier ist wirklich klasse und das hat uns geholfen. Es geht natürlich auch bei mir persönlich besser, aber es war ein wichtiger Schritt und ein noch wichtigerer Sieg!“  Coach Cedric Enard legte hingegen den Finger in die Wunde: „Sobald uns ein, zwei Punkte nicht gelingen, werden wir unsicher. Das hat man im dritten Satz gesehen. Daran müssen wir weiter arbeiten. Umso wichtiger war der letztlich klare Sieg für den Glauben in die eigene Stärke. Die von mir gewünschte Effizienz im Side-Out war deutlich besser.“ Am Samstag (03. Nov. um 19.00 Uhr) startet für die BR Volleys die DVV-Pokalsaison beim Zweitligisten TGM Mainz-Gonsenheim.

Christof Bernier

Wer lehrt wen das Fürchten?

Foto: Eckhard Herfet

Einen Sieg für das Selbstvertrauen und ihre Fans peilen die BR Volleys am Mittwochabend (31. Okt um 19.30 Uhr) gegen die WWK Volleys Herrsching an. Zur HalloweenParty kommt mit den Oberbayern ein Gegner in die Max-Schmeling-Halle, der sich im Sommer ebenfalls grundlegend neu aufgestellt hat. Nach der bitteren Pokal-Tiebreak-Niederlage vor knapp einem Jahr ist man in der Hauptstadt gewarnt und will die äußerst positive Bundesliga-Bilanz gegen die Hauser-Truppe (8:0 Siege) weiter ausbauen.

Die Gäste vom Ammersee sind gut in die Saison 18/19 gestartet, grüßen mit sieben Punkten aus drei Spielen vom zweiten Tabellenplatz und feierten sich vor einer Woche sogar eine Stunde lang als Spitzenreiter, bis der VfB Friedrichshafen vorbeizog. In Bühl unterlag der „GCDW“ am ersten Spieltag knapp mit 2:3, darauf folgten daheim gegen Giesen (3:1) und den VC Olympia (3:0) zwei erwartbare Erfolgserlebnisse für die WWK Volleys, die mit der Versicherungsgruppe einen neuen Titelsponsor besitzen.

In diesen drei Matches tat sich besonders Neuzugang Alpar Jozsef Szabo hervor. Der 28-jährige Mittelblocker punktete in allen bisherigen Spielen deutlich zweistellig, war brandgefährlich im Aufschlag und stark im Block. Der Ungar ist wie der universell einsatzbare US-Amerikaner Nicholas West einer der neuen Leistungsträger des Teams. Mit den beiden Tille-Brüdern – Zuspieler Johannes kam im Sommer aus Solingen, Libero Ferdinand zählt seit jeher zu den Stammkräften – hat man zudem zwei waschechte Bayern und Identifikationsfiguren im Aufgebot. Verkraften mussten die Herrschinger jedoch den Abgang von Tom Strohbach. Der Außenangreifer war in den vergangenen Jahren ein absoluter Fixpunkt in der Mannschaft von Trainer Maximilian Hauser und versucht sein Glück nun in Italien bei Vibo Valentia – dem Ex-Verein von Benjamin Patch.

Christof Bernier

BR Volleys: Supercup bleibt schlechtes Pflaster

Foto: Eckhard Herfet

Nach einem formidablen Auftaktdurchgang der Berlin Recycling Volleys übernahm der VfB Friedrichshafen einmal mehr das Supercup-Zepter und siegte am frühen Sonntagabend vor 5.175 Zuschauern in der TUI Arena verdientermaßen. Letztlich hieß es 1:3 (25:16, 18:25, 22:25, 20:25) aus Sicht des Hauptstadtclubs und auch im dritten Anlauf wurde es nichts mit dem ersten Sieg beim comdirect Supercup. Jan Zimmermann, Adam White, Samuel Tuia, Kyle Russell, Nicolas Le Goff, Jeffrey Jendryk und Libero Dustin Watten bildeten in der TUI Arena Hannover die Startformation für den Deutschen Meister. Die BR Volleys begannen energisch und waren bis zur ersten technischen Auszeit bereits dreimal im Block zur Stelle (8:3). Ob Zimmermann, Jendryk oder Russell – der Druck im Aufschlag stimmte und so war es immer wieder Tuia, der spektakuläre Breakpunkte erspielte (14:6). Als Friedrichshafens neuer Zuspieler Jakub Janouch an die Servicelinie trat, geriet das Spiel der Enard-Schützlinge jedoch ins Stocken und nachdem Russell mehrfach vom VfB-Block gestoppt wurde, ging es wieder eng zu (15:13). Doch diese Schwächephase war nur von kurzer Dauer. Wieder setzten erst Jendryk und dann Russell (zwei Asse) die Häfler Annahme gewaltig unter Druck. Der im ersten Satz überragende Le Goff fischte sich den letzten Punkt von der Netzkante (25:16).

Ein tobender Vital Heynen rüttelte sein Team anschließend wach und brachte Protopsaltis von der Bank. Mit dem Griechen auf der Platte übernahm Friedrichshafen nach und nach die Spielkontrolle (6:6, 9:9). Gegen die nun deutlich verbesserte Feldabwehr des Pokalsiegers tat sich Berlin schwer (10:13, 16:19). Günthörs gefährliche Aufschläge sorgten für die Entscheidung im zweiten Satz (17:25). Friedrichshafen diktierte nun endgültig das Geschehen (2:8), woraufhin Headcoach Cedric Enard durchwechselte. Neben Sebastian Kühner und Egor Bogachev kam auch Benjamin Patch zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz für den Hauptstadtclub. Bogachev brachte seine Farben mit guten Service zwar wieder ein Stück heran (7:10), aber die Freude war nur von kurzer Dauer. Die Männer vom Bodensee wirkten stabiler, obgleich die BR Volleys regelmäßig spektakuläre Punktgewinne für sich verbuchten (18:22). Der Topscorer der Partie, Diagonalangreifer Boladz (24 Punkte), machte den Sack im dritten Durchgang zu (22:25).

Angetrieben von den mitgereisten Fans bäumte sich Berlins Volleyballteam nun noch einmal auf. Enard hielt an seiner Aufstellung fest und Patch zahlte das Vertrauen mit starken Angriffen zurück (4:4, 8:8). Auch wenn Libero Watten die Annahme der BR Volleys gekonnt zusammenhielt, brachten ein Netzroller und ein Netzfehler Kühner & Co abermals ins Hintertreffen (8:12). Gewohnt abwehrstark kontrollierten die Häfler das Spiel, weil die Berliner keinen entscheidenden Druck mehr im Aufschlag entwickeln konnten (15:18). Kühners Aufschlag ins Netz beendete das erste Duell der Giganten der Saison 18/19 und machte Friedrichshafen zum Supercup-Sieger 2018 (20:25).

Youngster Egor Bogachev, der erneut viel Einsatzzeit bekam, resümierte: „Wir haben verdient verloren. Nach dem sehr guten Start haben wir in allen Elementen abgebaut. Es waren schlussendlich zu viele Eigenfehler. Am Ende ist es immer schade, einen Titel nicht zu gewinnen. Aber es war hoffentlich nicht unsere letzte Chance in dieser Saison.“

Cheftrainer Cedric Enard ordnete die Niederlage wie folgt ein: „Mit dem Niveau unseres Sideout-Spiels können wir heute nicht zufrieden sein. Die Annahme war in Ordnung, aber daraus haben wir als Team zu wenig gemacht. Es war mein erstes Spiel gegen Friedrichshafen und sie waren erwartet stark. Deshalb Gratulation zum Sieg. Ihr Level in der Block-Abwehr ist klasse. Wir werden weiter hart arbeiten, um diesem Druck über die gesamte Dauer eines Spiels standzuhalten.“

Nach nun zwei Pflichtspielniederlagen in Folge möchten die BR Volleys am Mittwoch (31. Okt um 19.30 Uhr) vor heimischem Publikum gegen die WWK Volleys Herrsching ihren Fans im Volleyballtempel wieder einen Sieg schenken.

Christof Bernier

Tomas Kmets Gänsehaut-Spiel

Gemeinsam mit den Fans große Volleyball-Events feiern und dabei auch in Erinnerungen schwelgen – das wollen die BR Volleys im Zuge des Jubiläums „10 Jahre Volleyballtempel“. Das erste Heimspiel-Highlight setzten mehr als 7.000 Zuschauer bereits beim Auftaktmatch gegen Düren und in einer Woche (31. Okt um 19.30 Uhr) soll gegen die WWK Volleys Herrsching unter den Augen von Ex-Mittelblocker Tomas Kmet das nächste folgen. Der Triplesieger von 2016 kommt zur HalloweenParty in die Hauptstadt und erinnert sich in der neuen Rubrik „10 Jahre | 10 Stories“ an seine schönsten Momente in Berlin.

 

In fünf Jahren hast Du nicht nur sechs Titel mit den BR Volleys gewonnen, sondern auch viele große Matches miterlebt. Welches Spiel bleibt Dir bis heute ganz besonders im Gedächtnis?
Tomas Kmet: Bei dieser Frage ist es wirklich ganz schwer, sich zu entscheiden. Rückblickend war es vielleicht das Playoff-Halbfinale gegen Friedrichshafen am 01. April 2012. Der VfB hatte zuvor sieben Mal in Serie die Meisterschaft gewonnen und quasi den Nimbus der „Unbesiegbaren“, wenn es drauf ankommt. Wir führten in der Serie schon 2:1 und ich hatte während des gesamten Spiels eine Gänsehaut. Vom ersten Punkt an lag etwas Großes in der Luft. An diesem Tag haben wir die Dominanz des VfB durchbrochen und sind mit einem 3:1-Sieg ins Finale eingezogen. Ich glaube, dieser Erfolg war für den Club bis heute richtungsweisend.

Erinnerst Du Dich noch an Deinen ersten Auftritt im Volleyballtempel?
Tomas Kmet:Kmet: Dieser datiert auch aus der Saison 11/12. Ich war, wie Paul Carroll, Roko Sikiric oder Kawika Shoji neu in Berlin und wir spielten unter Trainer Mark Lebedew erst kurze Zeit als Mannschaft zusammen. Der Start gestaltete sich schwierig und zum Heimauftakt trafen wir auf Düren. Wir agierten vor der großen Kulisse in der Max-Schmeling-Halle nervös und verloren letztlich mit 2:3, doch im Saisonverlauf entwickelten wir eine besondere Siegermentalität. Am Ende wurden wir Deutscher Meister … hoffentlich kann das aktuelle Team eine ähnliche Entwicklung nehmen!

Am 31. Oktober kommst Du nach Berlin, um Dir von der neuen Mannschaft ein Bild zu machen. Wie ist Dein bisheriger Eindruck?
Tomas Kmet:Kmet: In der Slowakei sind jetzt Ferien und deshalb besuche ich mit meiner Familie Aleksandar Spirovski in Berlin. Klar will ich diese Gelegenheit nutzen und das neue BR Volleys Team gegen Herrsching live erleben. Die Mannschaft ist auf dem Papier gut aufgestellt und man sollte ihr trotz des verlorenen Heimauftaktspiels gegen Düren etwas Zeit und vor allem Vertrauen geben. Ich bin mir sicher, dass die etablierten Spieler wie Basti Kühner oder Georg Klein die starken Neuzugänge mitziehen werden. In einigen Wochen wird es besser und besser und ich bin überzeugt, dass auch dieses Team einen Titel für den Verein gewinnen kann.

Tomas Kmet trug von 2011 bis 2016 das Trikot der BR Volleys und wurde mit dem Hauptstadtclub insgesamt viermal Deutscher Meister, einmal Deutscher Pokalsieger und einmal CEV-Cup-Champion. Der Mittelblocker prägte die erste „Goldene Generation“ um Mannschaftskapitän Scott Touzisnky. Der 36-Jährige lebt heute mit seiner Familie wieder in der slowakischen Heimat und arbeitet für einen globalen Onlineversandhändler.

Christof Bernier