Sieg und Niederlage unter dem Gabentisch

Für Herthas Torwart Alexander Schwolow war es die Rückkehr an den einstigen Arbeitsplatz. Der gebürtige Wiesbadener gehörte seit 2009 mit der einjährigen Unterbrechung in der Saison 2014/15 dem SC Freiburg an. Es dauerte lediglich bis zur 7. Spielminute, da musste er bereits den Ball aus dem Netz holen. Vincenco Grifo war der Nutznießer, nach einem Ballverlust der Hertha im Spielaufbau. Anschließend passierte nicht viel. Freiburg führte und Hertha war wie zuletzt gegen Mainz stets bemüht. Es dauerte bis zur 36. Minute, da konnte Maximilian Mittelstädt erstmals auf das Tor schießen. Sein Schuss wurde geblockt. In der 41. Minute erfolgte erst ein direkter Torschuss, der allerdings für Florian Müller, dem Freiburger Keeper kein Problem darstellte. Mehr gelang der „Alten Dame“ nicht in Halbzeit eins. Sie hatten sogar Glück, dass den Breisgauern kurz vor dem Pausentee nicht auf 2:0 erhöhten. Grifo hätte erneut zuschlagen können.

Nach der Kabinenpredigt schien es für die Berliner besser zu laufen. Es gelang der Ausgleich und beinahe die Führung. Doch die Freiburger waren gnadenlos effektiv. Erst gelang den Freiburgern die erneute Führung und dann wurde die alte Fußballregel, von den drei Ecken die ein Tor sein sollen, bestätigt. In der 67. Minute führten die Freiburger mit 3:1 und das waren Wirkungstreffer. Sie steckten zwar nicht auf, viel gelang ihnen nicht mehr. Es lief die Zeit davon. Den Schlussakkord setzten die Freiburger. Niels Petersen verwandelte einen Foulelfmeter. So wurde es Ergebnis-technisch eine unerwartete Klatsche für Hertha BSC. Lediglich 13 Punkte wurden geholt, der Abstand zu dem Konkurrenten aus Köpenick beträgt aktuell 8 Punkte. Hertha muss nach unten schauen, nur 3 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Wer hätte das gedacht!

Während die Hertha sich also quälte, blieb den Eisernen das Glück der Tüchtigen treu. Erneut wurde ein enormer Laufaufwand belohnt. Sie liefen fast 10 km mehr als die Dortmunder. Mit zwei Eckbällen schafften sie die Borussia aus Dortmund. Mit jetzt 21 Punkten bleiben sie über Weihnachten in den internationalen Rängen der Tabelle. Bemerkenswert, dass trotz des kleinen Kaders, trotz namhafterer Konkurrenz weiter fleißig gepunktet wird. Für den 1. FC Union ist das Fußballjahr noch nicht beendet. Im Pokal wird am Dienstag, 22.12., vor dem Fest, der SC Paderborn empfangen.

Die Halbserie ist noch nicht vorbei. Nach einer kurzen Weihnachtspause geht es am 2. Januar 2021 weiter. Der 1. FC Union macht sich auf den Weg zum SV Werder Bremen und die Hertha empfängt am selben Tag im heimischen Olympia-Stadion Schalke 04 zum Abstiegsduell.

Hans-Peter Becker