Wie geht es mit Hertha BSC und der Bundesliga weiter

Für Dortmund steht noch viel auf dem Spiel. Für den scheidenden Trainer Peter Stöger (52) geht es immerhin um 2 Millionen Abfindung – sollte er das Minimalziel  die direkte Championsleague erreichen. Sonst wird Stöger der Abgang mit 1,5 Millionen versüßt. Sollte der BVB auf Platz 5 landen würden dem Club fast 30 Millionen Championsleague-Einnahmen entgehen.

Bruno Labbadia soll den VW-Club VfL Wolfsburg retten (Vertrag bis 2019). Dafür genießt Labbadia weiter das Vertrauen. Mit ihm soll es auch in eine mögliche Relegation gehen.

Ebenso interessant, was sich bei Hertha BSC tut: Nach Flügelflitzer Javairo Dilrosun (19) von Manchester City ist nun auch der U21-Nationalstürmer aus Köln Lukas Klünter (21) ein Berliner. Er unterschrieb bei Hertha einen Vier-Jahres-Vertrag. Trainingsstart ist am 28. Juni in Berlin. Das erste Trainingslager findet vom 12. bis 18.Juli in Neuruppin statt. Vom 4. Bis 11. August geht’s ins zweite nach Schladming/Österreich. Das erste Pflichtspiel der Saison 2018/19 findet im DFB-Pokal in der Zeit vom 17. – 20.08.18  statt. Die Bundesligasaison 2018/19 beginnt am 24. bis 26.August.

Christian Zschiedrich

Ein Wochenende mit „historischen“ Entscheidungen, Union im Vergleich zu Hertha

Christian Zschiedrich kommentiert. Foto: Sportick

In Dortmund bekam Trainer Peter Bosz eine Gnadenfrist, während in Wolfsburg mit Martin Schmidt der vierte Trainer – in den letzten zwölf Monaten – für Andries Jonker kam und in Bremen Alexander Nouri seinen Hut nehmen musste. Ja, dass in München die Bayern die Reißleine frühzeitig zogen, Carlo Ancelotti vor die Tür setzten passte gar nicht so ins Bild. Dort hat der Trainerwechsel was gebracht. Oft ist es der Griff nach dem berühmten Strohhalm ohne dauerhafte Verbesserung. In Köln herrscht, verständlich Endzeitstimmung. Viele meinten bereits beim Abgang von Sportdirektor Jörg Schmadtke, Stögers Uhr sei abgelaufen. Die Trennung vom beliebten Trainer in Köln war an diesem Wochenende, nach 1.634 Tagen, der ordentlichen Leistung, trotz  der Verletztenmisere beim beachtlichen 2:2 gegen Schalke in Gelsenkirchen nicht erwartet worden. Es zeichnete sich ab, wegen der miesen Ausbeute, nur 3 Punkte in 14 Spielen. Peter Stöger wusste, was die Stunde geschlagen hatte. Da halfen all seine Erfolge, Köln wieder in die Eliteliga und sogar in den Europa-Pokal geführt zu haben und seine anerkannte Arbeit nichts. Die Ära Stögers wurde beendet. Ob sich der Verein das wirtschaftlich erlauben kann, das spielt wohl eine untergeordnete Rolle. Zum Glück ist die Trainerfrage in Berlin bei Hertha BSC nicht gestellt. Wer Pal Dardai abschießen will, müsste gleich selbst das Weite suchen. Berlin ist nicht betroffen.

Völlig überraschend wurde Jens Keller beim 1.FC Union „in die Wüste geschickt“. Ich stimme völlig mit dem Kommentar von Hans Peter Becker zu den Hintergründen überein. Natürlich hat Jens Keller seine Verdienste. Er stand angeblich sogar unmittelbar vor einer Vertragsverlängerung und wurde noch vor Weihnachten geschockt. 3:4 in Heidenheim, 3:3 gegen Darmstadt und nun 1:2 in Bochum waren am aktuellen Anspruch gemessen zu wenig. Ich bin gespannt, ob in den zwei Heimspielen gegen Dynamo Dresden und anschließend gegen Ingolstad,sich die Mannschaft besinnt. Kann der bisherige U19-Trainer Andre‘ Hofschneider neue Impulse setzen und den Abwärtstrend stoppen? So ganz unmöglich wäre das mit Jens Keller vielleicht auch nicht gewesen.

Christian Zschiedrich

Hertha, nach sieben Spielen neun Punkte

Christian Zschiedrich kommentiert. Foto: Sportick

Im Berliner Olympiastadion waren, bis auf ganz wenige, die Zuschauer davon überzeugt, dass Bayern München mit dem Treffer zum 2:0 (49.) als Sieger vom Platz gehen würde. Doch was dann vor ca. 71.000 folgte, davor ziehe ich aus Berliner Sicht meinen Hut. Hertha erkämpfte sich verdient mit dem 2:2 einen Punkt. Als hätten es die Bayern den Berlinern nicht zugetraut, waren sie es sonst oft gewohnt, in den Schlusssekunden noch zu gewinnen. Ein Glück, die Bayern bestätigten in Berlin ihre Krise. Für Hertha war der eine Punkt nötig, um nicht unten in die Gefahrenzone zu rutschen. Nach der Europa League Niederlage gegen Östersunds FK dürfte die Egalisierung des Rückstandes der Mannschaft Selbstvertrauen geben.

Hertha darf erneut zu Hause ran, am nächsten Spieltag kommt Schalke. Ibisevic wurde für zwei Spiele gesperrt, sitzt am 14. Oktober wieder auf der Trbüne. Dass es Stuttgart als Aufsteiger schwer haben wird, ist nicht außergewöhnlich. Was aber ist bloß mit den Geißböcken los? Im Gegensatz zu den Münchenern behalten die Kölner ihren Trainer (noch). In Wolfsburg, vier Trainer in zwölf Monaten, sorgte der Nachfolger von Ismael, Hecking und Jonker, der Extremskifahrer Martin Schmid (bisher 3 Unentschieden) zumindest für frischen Wind. Er war zuvor in Mainz bei 05 tätig. In Wolfsburg ist man überzeugt, den richtigen Mann verpflichtet zu haben. Ist eigentlich bei jeder Verpflichtung eines Trainers so. Es darf gewettet werden, wen es in der Bundesliga als nächsten erwischen könnte oder bleiben alle im Amt bis zum 34. Spieltag ?

Vor der Länderspielpause schauen wir in die Liga Zwei (bereits fünf Trainerwechsel), der 1. FC Union (2:1 in Aue und 5:0 gegen Kaiserslautern) holte sechs Punkte in Folge. Mit jetzt insgesamt 15 Punkten nach neun Spielen ist der Anschluss nach oben wieder hergestellt. Spitzenreiter ist Fortuna Düsseldorf mit 22 Punkten. Ganz unten rangieren Greuther Fürth und der 1. FC Kaiserslautern.

Christian Zschiedrich