Sieg nach Penalty im Bärenduell

Nach zehn Spielminuten hatten beide Teams ihr Zielwasser aufgebraucht. Auf dem Würfel stand der Spielstand, angegeben mit 2:2. Auf die Eisbärenführung in der 3. Spielminute durch Marcel Noebels folgte nur 28 Sekunden später der Ausgleich durch die Grizzlys aus Wolfsburg, Torschütze war Alexander Karachun. Die erneute Führung gelang den Eisbären durch Charlie Jahnke. Nach dem Spiel gab er diesen Treffer an Martin Buchwieser weiter, der wohl seinen Schuss noch entscheidend abfälschte. Für den erneuten Ausgleich sorgte Alexander Weiss.

Bis zur Schlusssirene sahen die 11.292 Zuschauer ein temporeiches Eishockeyspiel, viele Torchancen, nur Puck landete nicht mehr im Tor. Die Entscheidung fiel auch nicht in der Verlängerung, erst das Penaltyschiessen brachte die Entscheidung. Während Florian Kettemer und Brandon Ranford für die Eisbären trafen, scheiterten Gerrit Fauser und Brent Aubin am wieder glänzend aufgelegten Kevin Poulin.

Die Wolfsburger waren am Ende froh, wenigstens einen Punkt aus Berlin mitnehmen zu können. Sie hatten am letzten Sonntag eine herbe 0:6 Klatsche in Augsburg kassiert. Bisher läuft es für die Wolfsburger alles andere als gut. Man bleibt Tabellenvorletzter mit jetzt 9 Punkten aus 12 Spielen. Die Eisbären konnten sich durch den Sieg mit 2 Punkten um einen Platz in der Tabelle verbessern und reisen zum nächsten Spiel, kommenden Sonntag, 21. Oktober auswärts bei den Haien in Köln, als Tabellenachter an. Lang ist nach wie vor die Liste der verletzten Spieler. Gegen Wolfsburg fehlten insgesamt sechs Profis.

Hans-Peter Becker

Eisbären rupfen Adler

Wenn die Adler Mannheim in der MB-Arena zu Gast sind, ist fast immer Spektakel abgesagt. Beide Fan-Lager sind sich in herzlicher Abneigung zugetan.  In der laufenden Saison waren die Adler in Berlin bereits siegreich. Am 1. Oktober gewannen sie mit 4:3 und nahmen alle Punkte mit in die Quadrate-Stadt. Das sehenswerte Eishockeyspiel sahen 12.877 Zuschauer, die neue Auflage wollten nur 10.861 sehen. Die etwa 2.000 Daheimgebleibenen haben was verpasst.

Die Mannheimer gingen zwar nach sechs Minuten durch ihren Top-Scorer Chad Kolarik in Führung, doch die Eisbären drehten innerhalb von drei Minuten das Spiel.  Zunächst traf James Sheppard und dann nutzten die Eisbären gleich das erste Powerplay und gingen durch ein Tor von Sean Backmann mit 2:1 in Führung. Anschließend ging es rauf und runter, mit einer Fülle von Chancen, ohne das der Puck über die Linie ging. Nachzutragen ist, dass Mark Olver in der 6. Minute mit einem Penalty an Dennis Endras scheiterte.

Der Mittelabschnitt endete torlos. Allerdings mit einer strittigen Szene in der 31. Minute. Es hätte ein Tor für die Adler geben können, Luke Adams jubelte bereits. Die Schiedsrichter gingen zum Videobeweis und entschieden nach sehr gründlicher Auswertung – es dauerte fast 10 Minuten – , das der Puck nicht in vollem Umfang hinter der Torlinie war. Er blieb im Fließstoff, damit ist unten das Torgestänge umwickelt, hängen. In der letzten Drittelpause wurde das repariert.

In der Anfangsphase des Schlussabschnittes schlug gleich Sean Backman zu und erhöhte auf 3:1. Phil Hungerecker brachte nur eine Minute später die Adler wieder auf 2:3 heran. Jetzt ging es Schlag auf Schlag, eine knappe Minute später, gab es erneut Penalty für die Eisbären und Nick Petersen machte es besser und überwand Endras im Adler Tor. Petersen schlug erneut zu, sein Treffer zum 5:2 in der 49. Minute war die Vorentscheidung und erst recht Jamie MacQueens Tor. Ab der 52. Minute stand es 6:2 für die Eisbären. Das Tor von Matthias Plachta in der 55. Minute war aus Sicht der Adler lediglich Ergebniskosmetik.

Spieler des Tages wurde Nicolas Petersen, zwei Tore schoss er selbst und und für das 2. und 3. Tor gab er die entscheidende Vorlage. Er erzielte 4 Punkte in einem Spiel und gepunktet hatte erneut Sean Backman, er kam auf 3 Punkte. Seit 13 Spielen in Folge hat er nun gepunktet – nach Ansage des Hallensprechers – wurde der bis dahin gehaltenen Bestwert von Steve Walker eingestellt. Der inzwischen legendäre ehemalige Kapitän der Eisbären – seine Nummer 27 hängt unter dem Hallendach und wird nicht mehr vergeben – hielt bisher die alte Bestmarke.

Vor den Eisbären liegt jetzt eine intensive Phase, bis zum Weihnachtsfest sind noch 10 Spiele zu absolvieren. Das nächste Spiel bereits am kommenden Mittwoch, auswärts in Schwenningen.

Hans-Peter Becker

Torfolge
0:1 Kolarik, Chad (Adam, Luke) , EQ, 05:32
1:1 Sheppard, James (Backman, Sean) , EQ, 08:50
2:1 Backman, Sean (Petersen, Nick, Sheppard, James) , PP1, 11:49
3:1 Backman, Sean (Petersen, Nick, Sheppard, James) , EQ, 41:43
3:2 Hungerecker, Phil (Reul, Denis) , EQ, 42:41
4:2 Petersen, Nick, PS, 43:56
5:2 Petersen, Nick (Sheppard, James, DuPont, Micki) , EQ, 48:56
6:2 MacQueen, Jamie (Buchwieser, Martin, Olver, Mark) , EQ, 51:59
6:3 Plachta, Matthias (Festerling, Garrett, Reul, Denis) , EQ, 54:49

Eisbären retten zwei Punkte

Die Siegesserie der Eisbären hielt auch am 11. Spieltag. Nach den beiden Auswärtserfolgen unter der Woche, am Tag der Einheit in Düsseldorf und am Freitag in Iserlohn, wurde am Sonntagnachmittag gegen Augsburg gewonnen. Sie taten sich schwer die Eisbären vor 11.331 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof. Es war, wie Eisbären-Trainer Uwe Krupp in der Pressekonferenz nach dem Spiel hinwies, das fünfte Spiel innerhalb von 10 Tagen. Hinzu kam, dass die Gäste aus Bayern einen Tag mehr Pause hatten. Sie wirkten etwas frischer als die Berliner.
Das erste Drittel endete torlos. Die Eisbären hatten mehr Torschüsse, das lag auch an den zwei Überzahlmöglichkeiten, die die Eisbären hatten. Die größte Chance zur Führung hatte eine Minute vor dem Ende des Drittels Daniel Fischbuch, der mit seinem Penalty an Jonathan Boutin scheiterte. Die Augsburger setzten einige gefährliche Konter.
Das erste Tor des Spiels gelang den Gästen. Die Eisbären kassierten zwei Strafzeiten in Folge. Die erste überstanden sie schadlos, in der zweiten schlugen die Gäste zu und gingen durch Trevor Parks in Führung. Das Tor fiel in der 24. Spielminute. Die Eisbären verstärkten ihre Angriffsbemühungen, sie wollten den Ausgleich. Es wurde eine spannende Auseinandersetzung. Die Augsburger hatten phasenweise Mühe aus dem eigenen Drittel zu kommen, doch die Null stand. In der 35. Spielminute war der Puck im Augsburger Tor. Nach Sichtung der Videobilder wurde dem Treffer die Anerkennung versagt. Der Schläger von Florian Busch war über Schulterhöhe, laut Regelbuch ist das nicht erlaubt. Der 0 : 1 Rückstand blieb erhalten.
Im Schlussabschnitt gab es vor allem verpasste Torchancen zu sehen. Der Ausgleich wollte einfach nicht gelingen. Penalty sind im Eishockey während der regulären 60 effektiven Spielminuten eher selten. In diesem Spiel gab es gleich deren zwei. In der 57. Minute wurde Jamison MacQueen am direkten Torschuss regelwidrig gehindert. Der Gefoulte muss im Eishockey den Strafschuss selbst ausführen und glücklicherweise war MacQueen nervenstark und gut aufgelegt. Er verwandelte, schob den Puck kurz und trocken an Boutin vorbei zum viel umjubelten Ausgleich. Das Spiel hatte sein gerechtes Ergebnis. Die Spieluhr lief runter und beide bekamen einen Punkt.
Die fünfminütige Overtime, die Mannschaftsstärke wird auf 3 Feldspieler verkürzt brachte keine Entscheidung. Das Penaltyschießen musste die Entscheidung bringen und da erwiesen sich die Eisbären als treffsicherer. Während Mark Cundari und Trevor Parks an Petri Vehanen scheiterten, zeigten erneut Jamison MacQueen und James Sheppard über welch hervorragende Schusstechnik sie verfügen. Für MacQueen war es der zweite erfolgreich verwandelte Penalty im Spiel, es wurde so zum Man of the Match.
Die Eisbären haben erneut ein Heimspiel und empfangen, bereits am Donnerstag, die Schwenninger Wild Wings.
Hans-Peter Becker

Ein Sieg unter Freunden – Eisbären spielten gegen HC Ambri-Piotta

Neuzugang Martin Buchwieser erzielte das erste Tor im Spiel. Foto Stefan Wenske

Mit einem Sieg waren die Eisbären in ihre Saisonvorbereitung gestartet. In Weißwasser, beim Kooperationspartner wurde 11. August mit 5:2 gewonnen, eine gute Woche später stand in der heimischen Arena am Ostbahnhof ein weiteres Spiel in Freundschaft an. Einer Freundschaft in doppelter Hinsicht, jedes Match, wo es nicht um Punkte oder einen Play-off Sieg geht, ist ein Freundschaftsspiel. Mit dem HC Ambri-Piotta aus der Schweiz weilte ein Verein in Berlin, der aus Sicht der Eisbären so etwas wie den Zwillingsbruder darstellt. Eine treue Fangemeinde und ein Dasein als Underdog das kennzeichnete Beide. Ein Underdog sind heute lediglich die Schweizer, auf die Eisbären trifft das ja nicht mehr zu. Dieses Spiel hätte eigentlich im Welli stattfinden müssen. Die 4.265 Zuschauer die sich am Freitagabend in der schicken, neuen Arena eingefunden hatten, wären untergekommen.

In der neuen Umgebung wurde es ebenso zu einem besonderen Erlebnis. Das Spiel war interessantes Sommereishockey und diente der Vorbereitung auf die kommende DEL-Saison. Das Drumherum war besonders. Schätzungsweise 150 Fans aus der Schweiz waren gekommen und zelebrierten ihre Kultur. Einmalig, während des Spiels wurde neben der eigenen Mannschaft genauso dem Gegner gehuldigt. So klangen, leicht mit italienischem Akzent versehene Dynamo – und Ost-Ostberlin Sprechchöre durch die Halle.

HCAP Goalie Conz in Aktion Foto: Stefan Wenske

Das Eishockeyspiel wurde erst im Penaltyschießen entschieden. Nach den 60 effektiven Spielminuten stand es 2:2. Neuzugang Martin Buchwieser erzielte in der 6 Spielminute das erste Tor. Ambri-Piotta, kurz HCAP, konnte 3 Minuten später durch Igor Jelovac ausgleichen. Die Gäste drehten das Spiel im 2. Drittel, in der 24. Minute überwand Elias Bianchi Petri Vehanen im Eisbärentor. Die Gäste aus dem Tessin wirkten über weite Strecken körperlich frischer und in ihren Aktionen beweglicher. Die Eisbären kämpften und wurden im Schlussdrittel belohnt. In der 52. Spielminute besorgte Kapitän Andre Rankel für den Ausgleich, nach Vorarbeit von Neuzugang James Sheppard und Micky DuPont. Das Spiel bekam seine Zugabe. Die 5minütige Overtime verging ohne dass der Puck die gefährliche Linie überquert hatte, so folgte eine weitere Zugabe. Beide Teams hatten gute Goalies mitgebracht. Für die Schweizer stand Benjamin Conz im Tor. Für ihn war es ein Wiedersehen mit der Arena am Ostbahnhof, am 23. September 2014 erreichte er mit seinem damaligen Team Fribourg-Gotteron einen shutout. Im Rahmen der Champions Hockeyleague verloren die Eisbären ihr Gruppenspiel mit 0:2.

Er hielt 6 Penaltys, einen Penalty mehr hielt Petri Vehanen. Eisbär Jamie MacQueen konnte Conz mit seinem Penalty überwinden und sorgte für den 2 Punkte Sieg der Eisbären im ersten Spiel ihres Sommerturniers. Nach dem Spiel wurden die Spieler aus Ambri von den Eisbärenfans, wie die der eigenen Mannschaft, mit der Welle gefeiert. So etwas dürfte ziemlich einmalig sein. Das Wiedersehen zwischen den Fans wurde nach dem Spiel in der Fankneipe ausgiebig gefeiert.

Fans des HC Ambri-Piotta in der MB Arena. Foto: Stefan Wenske

Am Samstag verloren die Schweizer gegen den HC Sparta Prag mit 2:5, so dass das abschließende Spiel am Sonntag der Eisbären gegen Prag ein Finale um den Turniersieg wird.

Hans-Peter Becker