Weiter Unentschieden im Berliner Profifußball

Beider Berliner Vertreter in der Bundesliga lieferten zeitgleich ein Unentschieden in ihren jeweiligen Partien ab. Während Hertha im Olympia-Stadion eine Nullnummer ablieferte, konnten die Eisernen bis zum Schluss nicht ganz dicht halten. Nach einer 2:0 Führung in Stuttgart hieß es am Ende 2:2. Nun ja, in Köpenick wird man mit dem Punkt zufriedener gewesen sein, als in Charlottenburg.

Wie gefährlich die Eisernen bei Freistößen und Eckbällen sind, scheint sich in der Liga noch nicht ganz herumgesprochen zu haben. Unerklärlich, jedenfalls war es wieder ein ruhender Ball von Kapitän Christopher Trimmel, der früh im Spiel seinen Adressaten fand. Gegen die Bayern war es ein Eckball, hier war es eine Freistoßflanke, die per Kopf von Marvin Friedrich ins Tor befördert wurde. Die Stuttgarter liefen dem Rückstand lange hinterher und schienen in der 77. Minute endgültig auf die Verliererstraße zu geraten, als Taiwo Awoniyi einen Entlastungsangriff zur 2:0 Führung abschloss. Bis dahin hatten die Unioner aufopferungsvoll verteidigt und konnten die Führung bis zur 85. Minute halten. Der enorme Laufaufwand (über 120 km) machte sich bemerkbar und dazu der kleine Kader. Urs Fischer konnte die Reise nur mit 18 Profis antreten. In der 85. und in der 90. Minute schlug jedenfalls ein im Tor von Andreas Luthe.

Unions Trainer sah das Spiel so: “Natürlich sieht es unglücklich aus, weil wir die Gegentore spät bekommen. Über 90 Minuten gesehen ist das ein gerechtes Unentschieden. Die erste Hälfte gehörte uns, die zweite Hälfte gehörte Stuttgart, deshalb bin ich nicht enttäuscht: wieder ein Punkt auf dem Konto, der uns hilft.”

Hertha war im heimischen Olympia-Stadion stets bemüht, den Abwehrriegel der Mainzer zu knacken. Eine Torgefahr zu entwickeln gelang nicht. Es war viel Einsatz im Spiel und fast gar kein Ertrag. Die Spielstatistik weist zwar 11 Torschüsse aus, da wurde wohl alles mitgezählt, was irgendwie in die Nähe des Kastens kam. Denken wir positiv, immerhin ist Hertha jetzt seit 4 Spielen ungeschlagen und besser geht immer.

Hans-Peter Becker