Endlich wieder – Hertha hat’s Spaß gemacht

Rund 1.000 Fans beim Auftakt von Hertha BSC im Amateurstadion. Die erste Trainingseinheit unter der Leitung des neuen Cheftrainers Ante Čović und seiner Assistenten Mirko Dickhaut und Harald Gämperle bei optimalen äußeren Bedingungen. Mit 24 Spielern ging es in die Vorbereitung auf die Saison 2019/20.

Bei der namentlichen Vorstellung der Spieler wurden alle von den gut gelaunten Zuschauern mit Applaus begrüßt. Das Trio Ondrej Duda, Peter Pekarik und Niklas Stark stieß erst am 3. Juli zur Mannschaft. Außerdem fehlten die U21-Nationalspieler Eduard Löwen, Arne Maier und Maximilian Mittelstädt. Löwen hat bis 16., Maier und Mittelstädt bis 19. Juli nach dem Turnier in Italien und San Marino Sonderurlaub. Bis dahin werden die Teamkollegen zweimal täglich schwitzen. Der erste Test steigt am Sonntag (07.07.19, 15 Uhr) gegen Eintracht Braunschweig im Trainingslager von Neuruppin vom 03. bis 10.07.2019.

Es wurde eine erste, 85 Minuten dauernde Einheit. Mit Julian Albrecht konnte bereits ein neues Gesicht begrüßt werden. Ein Neu-Profi aus dem eigenen Nachwuchs. Rückkehrer Alexander Esswein und Sidney Friede sowie der erneut vom FC Liverpool ausgeliehene Marko Grujic freuten sich mit Vedad Ibisevic auf den Beginn bei Hertha. Das Spielerische stand im Vordergrund. Im Anschluss schrieben die Spieler zahlreiche Autogramme und standen für das eine oder andere private Foto zur Verfügung. Salomon Kalou meinte: „Es hat Spaß gemacht“.

Christian Zschiedrich

Fußball kann so schön und begeisternd sein

Endlich, endlich ergab sich Hertha nicht im eigenen Stadion, drehte vor 33.981 Zuschauern gegen Mainz den 0:1-Rückstand durch Eigentor von Niklas Stark (46.) zum ersten Heimsieg. Grujic 1:1 (50.) und Stark (60.) markierten die Treffer Zwei und Drei. Allerdings war die erste Halbzeit zum Davonlaufen und Wegschauen. Der wütende Pal Dardai brachte in der Halbzeit die Kabine zum Beben. So erlebt man den Ungarn zwar selten, aber, er kann auch mehr als laut sein.  

Hertha hat nach 24 Spielen 35 Punkte geholt, Platz Acht. Einen Punkt besser als Hoffenheim und einen weiteren vor Bremen. Es ist ein Platz im Mittelfeld der Tabelle. Hertha ist jenseits von Gut und Böse. Fragt sich, wie die weitere Entwicklung aussieht und was in Zukunft sein wird. Positiv, dass sehr früh die Planungen für die kommende Saison erfolgen können.

Apropos Zukunft. An die muss man zwangsläufig beim 1. FC Union denken. Die Eisernen, vor 30 Jahren in der DDR-Oberliga, mausern sich nach so langer Zeit als ernstzunehmender Aufstiegskandidat in die Eliteliga. Sie belegen nach dem 2:0-Sieg in Kiel Platz Zwei. Der HSV, momentan Dritter, komplettiert erst am Montag, 4. März mit dem Heimspiel gegen Greuther Fürth den 24. Spieltag.

Kommendes Wochenende steht das Hamburger Derby beim FC St. Pauli an. Union empfängt bereits am Freitag, 8. März den Tabellenvorletzten Ingolstadt mit Ex-Trainer Jens Keller. Man darf gespannt sein, ob Union sich gegen Mannschaften behaupten kann, denen das Wasser bis zum Hals steht. Bleibt nachzutragen, dass Hertha am Samstag, 9. März nach Freiburg muss. Trainer Christian Streich verlängerte seinen Vertrag beim aktuellen Tabellendreizehnten bis 2020.  

Christian Zschiedrich

Berliner Siege im Profifußball und Herthino an der Alten Försterei

Beim 1. FC Union wird die Pfanne immer heisser. Der Sieg am Freitagabend des 24. Spieltages in Kiel könnte ein Meilenstein bedeuten, vorübergehend Platz zwei in der Tabelle, der HSV könnte im Falle eines Sieges wieder vorbeiziehen. Ein verdienter Erfolg bei einem Mitbewerber, wenn auch Kiels Trainer emotional Probleme hatte die Niederlage zu akzeptieren und beim TV-Interview vergessen hatte sein Gehirn einzuschalten.

Der Sieg der Eisernen war verdient, sie hatten die bessere Tagesform. Der nächste Gegner wird am kommenden Freitag, 8. März – in Berlin ein Feiertag – die von Jens Keller trainierten Ingolstädter. Die brauchen dringend Punkte für den Klassenerhalt.

Einen Tag später machte es Hertha eine Klasse höher den Eisernen nach und siegte im Heimspiel gegen Mainz. In der ersten Halbzeit lief es garnicht, offensichtlich hat die Kabinenpredigt von Pal Dardai seine Wirkung getan. Hertha traf drei Mal, glücklicherweise nur einmal in das eigene Tor. Die selbstgemachte Führung durch ein Missgeschick von Niklas Stark, war die Initialzündung. Zunächst sorgte MarkoGrujic für den Ausgleich und der Eigentorschütze besorgte den Siegtreffer. So hatte das sehenswerte Eigentor von Niklas Stark ausser dem Spot der Mannschaftkameraden keine negativen Auswirkungen.

Das wäre doch was, mal wieder ein Derby zwischen Rot und Blau in Berlin. Es wäre ein Novum in der Bundesliga. Nach Hamburg und München, wäre Berlin die dritte Stadt mit zwei Vereinen die gleichzeitig in der ersten Liga gespielt haben. Am 28. Februar veröffentlichte die Medienabteilung von Hertha BSC ein Video, wo das Maskottchen Herthino vor dem Stadion in Köpenick zu sehen ist. Verbunden mit den allerbesten Wünschen für den Aufstiegskampf. „Wir freuen uns auf Euch.“

Beim 1. FC Union mag man sich gewundert haben, das Video endet mit dem Siegtreffer – ein Freistoß von Ronny – beim letzten Zweitliga-Derby in der Alten Försterei. Mal sehen ob sich die Eisernen mit einem Video revanchieren werden, verbunden mit den aller Wünschen im Kampf um die internationalen Plätze.

Hans-Peter Becker

Herthas Niederlage zum Rückrundenstart

Chefredakteur Christian Zschiedrich. Foto Sportick

In Stuttgart beim Aufsteiger durch ein unglückliches Eigentor von Niklas Stark (78.) und der nicht verwerteten Großchance von Salomon Kalou drei Punkte verloren zu haben ist ärgerlich und erinnert in gewisser Hinsicht an die letzten vier Rückrunden seit dem Bundesliga-Aufstieg. Auch wenn das Team von einer Pleiten-Rückrunde voller Selbstvertrauen nichts hören will, was sagt uns das? Die Erkenntnis als Hauptstadtclub nicht über ein Mittelmaß hinaus zu kommen, wird doch gewaltig untermauert. Blicken wir nach vorn. Die angeschlagene Borussia aus Dortmund kommt am Freitag ins Berliner Olympiastadion. Wahrscheinlich wieder mit Ausnahmestürmer Pierre-Emerick Aubameyang. Verständlich, dass er vom Club eins auf die Mütze, gewaltig sogar auf den Deckel bekommen musste. Sich mit starkem Arm zu behaupten, da gibt es nicht nur ein Strafmaß. Ihn vom Kader auszuschließen hat zwar enormes Medieninteresse, ist aber dumm, gewaltig dumm sogar. Da gibt es Vergleichsfälle, in denen sich Trainer und Sportmanager, mitunter sogar Vorstände selbst abschießen. Immerhin hat Auba, wenn es im Spiel der Dortmunder nicht so gut wie unter Tuchels Zeiten lief, dann das entscheidende Tor erzielt. Und gegen Wolfsburg (0:0) hätte er garantiert eine der vielen Riesenmöglichkeiten genutzt. Ach liebe Dortmunder, bestraft ihn doch wenigstens noch gegen Hertha BSC.

Christian Zschiedrich

Hertha benötigte zwei Standards zum 2:1 über Hamburg

Marvin Plattenhardt trat den Eckball zum 1:0 durch Niklas Stark. Foto: Christian Zschiedrich

Und atmete erleichtert auf, das so wichtige Spiel für sich entschieden zu haben. Dass es schwer werden würde, war vorher klar. Wenn sich zwei Mannschaften gegenüberstehen, die seit sieben Pflichtspielen verunsichertsind und nicht mehr gewonnen haben, da ist wohl nicht mehr zu erwarten – viele Unterbrechungen, zerfahrene Aktionen mit den üblichen Ungenauigkeiten. Kein Wunder also, dass zwei Standards herhalten mussten, um zum Erfolg zu kommen. 1:0 (17.) Kopfball Stark, nach Eckball Plattenhardt, 2:0 (50.) Kopfball Rekik, Eckball Weiser. HSV-Trainer Gisdol wechselte den erst 17jährigen Arp (56.) für Ekdal ein. Der brachte enorm viel Schwung in das Angriffsspiel der Hamburger und erzielte das 2:1(73.), volley nach Ablage von Papadopoulos. Ab der 73. Minute brachte Dardai wieder für seinen Kapitän Ibisevic Neuzugang Selke. Hertha zitterte sich zum Sieg. Maier (87.) kam noch für Lazaro und Torunarigha /90 + 1) für Kalou.

Für mich erstaunlich die Aussage des Berliner Coachs: Hertha sei deshalb unter Druck geraten, weil „Fans und Medien“ von außen eine Krise herbei geredet hätten. Er selbst habe kein bisschen Druck verspürt. Nun, das Wort „Krise“ hatte ich nicht in den Mund genommen. Meine Kritik war tiefgreifender. Ich sprach und spreche von unattraktiver Spielweise und begründete, weshalb sich viele Berliner nicht mit dem Club identifizieren können. Darüber wiederum wurde kein Wort verloren. Meiner Meinung nach aber sollte darüber nachgedacht werden. Sonnt Euch bitte nicht mit 13 Punkten über den 10. Tabellenplatz im Mittelfeld der Tabelle. Ich erinnere einfach an die zwei Heimniederlagen in Folge und das Pokal-Aus am vergangenen Mittwoch, ganz zu schweigen von den mauen Auftritten in der Europa League. Jetzt am Donnerstag kommt Luhansk zum Rückspiel. Am kommenden Sonntag, 5.11., ist beim Tabellendreizehnten VfL Wolfsburg bei entsprechender Effizienz der eine oder andere Punkt drin. Am Samstag, 18.11., ist dann das nächste Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach.
Christian Zschiedrich

Kopfballungeheuer Mitchell Weiser

Herthas Mitchell Weiser und Niklas Stark, Glückwunsch zur Europa-Meisterschaft

Durch das Goldene Tor des Herthaners holte sich die Elf von U21-Bundestrainer Stefan Kuntz am 30.06.17 gegen die favorisierte Mannschaft aus Spanien den Europameister-Titel. Zu dem Erfolg trugen ebenfalls zwei weitere Herthaner bei – Niklas Stark und Davie Selke. Der von RB Leipzig verpflichtete Selke konnte verletzungsbedingt leider nicht am Endspiel teilnehmen. Dafür köpfte der 1,76 Meter große Mitchell Weiser in der 40. Spielminute den Siegtreffer nach Flanke von Jeremy Toljan.
Im Spielverlauf gegen die noch ungeschlagenen Iberer kam die deutsche U21 zu besseren Chancen, u.a. scheitere Serge Gnabry  mit Schuss und Nachschuss an Spaniens Abwehr. Wie das Schicksal so spielt. Bayern München bemühte sich und verpflichtete Serge Gnabry, ließ aber Mitchell Weiser nach Berlin ziehen. Hertha hat  nun im Männerbereich wieder Nationalspieler, deren 4 sogar: Den 25jährigen Marvin Plattenhard (A-Team) und den 23jährigen Mitchell Weiser, den 22jährigen Niklas Stark und den Neu-Herthaner Davie Selke (22).
Die stabile Abwehrarbeit und mannschaftliche Geschlossenheit der Deutschen waren der Grundstein für den Sieg über die Einzelkönner der Spanier. Selbst stark unter Druck vermochten sich Kuntz Schützlinge immer wieder zu befreien. Mit sehenswertem Konterspiel hatte wieder Serge Gnabry die Chance, das 2:0 zu erzielen, scheiterte aber aus Nahdistanz am spanischen Torwart Arrizabalaga. Die drei Herthaner, deren Marktwert gestiegen sein düfte, haben nun rund zweieinhalb Wochen Zeit, um nach dem grandiosen Erfolg auszuspannen und dann erst wieder ins Mannschafstraining einzusteigen.
Christian Zschiedrich