DVV-Pokal Achtelfinale Damen: BBSC mit Erstligaerlebnis in der Hämmerlinghalle

Immerhin 74 Minuten brauchte der Erstligaspitzenreiter Stuttgart gegen den BBSC am Sonntagnachmittag, um in das Viertelfinale des DVV Pokals einzuziehen. Die Berlinerinnen hielten gut gegen die international besetzte Starmannschaft aus dem Schwäbischen mit und feierte jeden einzelnen Punkt.

Kaum ein Bild bringt die Größen- und Kräfteverhältnisse zwischen Erstligaspitzenreiter und Zweitligamannschaft deutlicher zum Ausdruck, als das Foto von der MVP-Ehrung nach dem Spiel: Die US Amerikanerin Simone Lee steht für die  mit 9 Nationalspielerinnen aus 7 Ländern gespickte Gastmannschaft mit enormer Körpergröße und Kraft, andererseits Katharina Kummer für die Berlinerinnen – deutlich kleiner, reine Amateure mit weniger Kraft und Schnelligkeit, aber mit dem Willen, den übermächtigen Profis einen packenden Kampf zu bieten.

Stuttgart nahm das Spiel beim Zweitligisten von Anfang an ernst. Trainer Tore Aleksandersen setzte bis auf Krystal Rivers sein komplettes Starensemble ein. Wie in den letzten Spielen der Bundesliga spielte die 1,96m-Diagonale Lara Berger für Rivers. Im BBSC Aufgebot standen erneut Stephanie Utz und Alina Gottlebe-Fröhlich aus der Drittligamannschaft, hatten diese doch mit ihrer Leistung vor 14 Tagen erst den Einzug in das Achtelfinale sichergestellt.

Die Sätze nahmen den erwarteten Verlauf. Bis zum jeweiligen 6:6 hielten die Gastgeberinnen in den ersten beiden Sätzen die Partie offen, danach setzte sich schnell der Favorit vor allem mit Blocksicherheit und dem schnellen Spiel über die Mittelblocker durch. Diese erreichen mit ihrer Körpergröße eine enorme Handlungshöhe und gaben der Berliner Abwehr immer wieder nicht zu lösende Rätsel auf.

Volleyballerinnen des BBSC © Foto: Kroll

Das BBSC-Team spielte mit vollem Einsatz, warf sich mit häufig gehörtem Szenenapplaus der Zuschauer den Angriffen der Gäste entgegen und versuchte selbst zu punkten. Immer wieder gelangen Angriffserfolge auch mit etwas unorthodoxen Angriffsschlägen, die dann von der Stuttgarter Abwehr nicht kontrolliert wurden. Intensiv wurde jeder Punktgewinn von der Mannschaft gefeiert und vom Publikum bejubelt – auf der anderen Seite des Netzes stand ja nicht gerade ein Allerweltsteam. Im 3. Satz verletzte sich Berlins Libera Annika Kummer am Oberschenkel – von dieser Stelle die besten Genesungswünsche. Der sichtlich mit der Leistung des Teams zufriedene Trainer Ole Schröder setzte alle Spielerinnen im Aufgebot ein, um ihnen das Erlebnis des Achtelfinales zu geben. Er weiß, dass die nächsten Aufgaben in der 2. Bundesliga gegen Borken und Leverkusen das Team erneut heftig fordern werden.

So bleibt die Gratulation an die Gäste für den verdienten Sieg und die besten Wünsche für das Viertelfinale im Pokal. Die Berlinerinnen können sich noch lange Zeit an einen Nachmittag erinnern, an dem sie dem Deutschen Meister 2019 Paroli geboten haben und in dem sie im begeisterten Publikum einige neue Fans gefunden haben dürften.

BBSC Berlin – Allianz MTV Stuttgart       0:3 (-16, -15, -12

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin