TeBe holt sich eindrucksvoll die Tabellenführung zurück

Aus Sicht der Lilaweißen „ein Glück“ wie es in dieser Saison sportlich läuft – oder sollte man sagen – zu laufen scheint, denn es sind 30 Spieltage zu absolvieren, nach diesem 13. kann noch allerhand passieren. TeBe’s Vorsitzender Günter Brombosch erwartete eine Reaktion auf das peinliche Pokal-Aus beim Landesligisten Stern Marienfelde. Im Falle einer erneuten Niederlage – ging es  gegen Tabellenführer Hertha 03 am Freitagabend im Mommsenstadion um viel – die Zehlendorfer wären sonst mit vier Punkten Vorsprung davongezogen.

Der Aufstieg in die Regionalliga soll aber nach einem Dreijahresziel erst in der kommenden Saison realisiert werden. Der Vorsitzende Kamyar Niroomand nannte es „befreites Aufspielen“, mit dem Druck beim Gegner Tennis Borussia. Dieses Highlight des Berliner Fußballs sahen 1.092 Zuschauer. Es wurde ein 4:1-Erfolg der Platzherren. Niroomand betonte daraufhin den Weg von Hertha 03 mit der Jugend. Jahrelang seien in allen Bereichen des Vereins Strukturen auf  dieser Basis aufgebaut worden. Demzufolge scheint „Niroo“ sicher im Sattel zu sitzen.

Das scheint bei TeBe nicht so zu sein. Günter Brombosch und Steffen Friede haben nach der Vorstandskrise und dem Führungswechsel, mehr um die Ohren. Da könnten stündlich wieder die alten Querelen ausbrechen. Daher ist der sportliche Erfolg so wichtig. Der Wechsel an der Tabellenspitze ist eine gute Voraussetzung für Frieden in dem gebeutelten Club. Hertha 03 führte vor dem Match mit einem Punkt vor den Borussen, ein sicheres Zeichen für den Aufschwung bei den Zehlendorfern. Jetzt hat TeBe 31 Punkte und 43:11 Tore; Hertha 03 blieb bei 29 Punkte und hat aktuell 31:13 Tore.

Die Torfolge: 1:0 (34.) Fatlun Elezi, 2:0 (40.) Vincent Rabiega, 3:0 (70.) Franke, 3:1 (75.) Thomas Frank, 4:1 (76.) Vincent Rabiega. Die letzten 12 Minuten mussten die von Markus Schatte trainierten Zehlendorfer in Folge der Roten Karte für Benedigt Nellesen mit 10 Spielern auskommen. Leider trug Patrick Lux eine schwere Verletzung davon. Wir wünschen ihn eine schnelle Genesung.

Am 14. Spieltag muss Tebe den schweren Gang nach Greifswald (3.) antreten, während der Tabellenzweite Hertha 03 zum Tabellensiebenten Torgelower FC Greif reisen muss.

Christian Zschiedrich

Ex-TeBe Boss Jens Redlich unterliegt vor Gericht

Die Richterin Raumschüssel, Amtsgericht Charlottenburg, fand das, was Redlichs Rechtsbeistand  von der Kanzlei Heuking, Kühn, Lüer und Wojtek vorgetragen hat, als nicht ausreichend, um sich das Amt des Vorstandsvorsitzenden von TeBe zurückzuholen. Damit ist der 38jährige Crunch Fit Unternehmer mit seiner Einstweiligen Verfügung  gescheitert. Gescheitert war er als wirtschaftlicher Retter des Clubs auch in seiner Führungsposition vor einem Großteil der Borussen-Anhänger, die mit dem Gebaren überhaupt nicht einverstanden waren.

Ein Großteil der Spieler und Akteure  waren nicht immer mit dem einverstanden, wie sich die Führung präsentierte, trotzdem sind sie vom Gerichtsurteil  enttäuscht. Mag Redlich viele Fehler gemacht haben, der Fortbestand des Traditionsclubs schien gewährleistet und das hat nun einen gewaltigen Dämpfer bekommen. Was auf dem Spiele stand, geht aus meinem Kommentar vom 17.08. 2019 zur Lage bei TeBe hervor. Das Schlimmste, was jetzt geschehen könnte, ist die totale Spaltung unter den Mitgliedern.

Wer positiv denkt, erhofft sich von der neuen Führung unter Günter Brombosch und Steffen Friede nicht nur den Fortbestand, eine Besserung in sportlicher und wirtschaftlicher Hinsicht sollte es auch sein. Günter Brombosch ist Fußballer durch und durch und kein Traumtänzer. Wer so ein Amt übernimmt kennt die Regeln und die üblichen finanziellen Gepflogenheiten. Brombosch wird gewusst haben, das geht nur gut mit viel Rückenwind. Vor allem wird er – hoffentlich – nicht nur Gefolgsleute, sondern wirtschaftliche Unterstützer in Hinterhand haben, die Tennis Borussia den Weg wieder nach oben ebnen. Wenn nicht …..

Zur Spaltung gehört das Zweifeln, genau das Gegenteil sei ja zu befürchten. Jens Redlich, der trotz der Niederlage vor Gericht nicht sofort aus dem Sponsoring aussteigt, sondern öffentlich bekundet, die Verträge bis Ende der Saison auf jeden Fall zu erfüllen, gibt aber zu bedenken, dass seine Gelder allein nicht ausreichend sein werden und es bisher nie waren, um alle Verpflichtungen zu erfüllen. Er hatte sich um weitere Geldgeber bemüht, die würden nach dem Gerichtsurteil wohl nicht mehr zur Verfügung stehen. Dem Verein und neuen Vorstand wünscht er viel Glück und Erfolg.

Christian Zschiedrich

Kommentar von Christian Zschiedrich zur Lage bei TeBe

Richtet sich der Traditionsclub selbst zugrunde (?), dass muss nach den aktuellen Vorgängen und dem Machtkampf in der Führung gefragt werden. Jens Redlich rettete den Club mit seinem Geld vor der nächsten Insolvenz. Mag er als Vorsitzender nun noch so viele Fehler gemacht haben, vor seiner Entmachtung zu Urlaubszeiten müssen sich die mitunter zu Recht aufgebrachten Fans schon gefallen lassen, ist das dem Verein hilfreich? Am besten erklär ich das am Beispiel und mit dem Wissen über einen anderen Berliner Club, dessen Präsident, nennen wir es menschliche Defizite, auch abgewählt werden sollte, was nur deshalb nicht geschah, weil alternativ kein ausreichender Ersatz Gewehr bei Fuß stand. Die Mitglieder waren in Mehrheit davon überzeugt, wenn eine Person in die Wüste geschickt wird, muss man einen Nachfolger mit wirtschaftlichen Qualitäten in petto haben, sonst geht der Schuss nach hinten los und schadet letztendlich dem Club. Es muss ja weitergehen! Jeder weiß, Geld regiert die Welt und das leider oft bei aller Unmenschlichkeit.

Die Borussen scheinen echt gespalten zu sein – in eine Gruppe für und in eine gegen Jens Redlich. Wir berichteten unter „Oberligist TeBe – Meuterei in der Waldschulallee“ am 1. August. Inzwischen ist Günter Brombosch der alternative Mann für Jens Redlich und die Meuternden meinen, das sei ein guter Schachzug. Brombosch wurde sogar als der Mann an der Spitze ins amtliche Vereinsregister eingetragen. Das mutete wie eine Nacht- und Nebelaktion an., wurde aber von langer Hand vorbereitet. Heute wissen wir, dass am 11. September vor Gericht dreckige Wäsche gewaschen werden wird. Jens Redlich will sein Amt zurück und scheint Unterstützer gefunden zu haben.

Ich kenne Günter Brombosch als Trainer des SC Siemensstadt. Er hatte zu Zeiten der Ramelows Erfolge. Aus dieser Zeit kann er aber kein Vermögen angehäuft haben. Finanzen werden in der Führung von TeBe doch unbedingt gebraucht. So fragt sich, geht der Schuss etwa nach hinten los? Wer Brombosch auf den Chefsessel hievte, aus dem Lager sind nicht etwa Geldgeber bekannt. Wie hoch gefährdet sich TeBe trotz sportlichen Erfolges selbst?

Bei Tasmania wurde wie berichtet gewonnen. Gegen Strausberg wurde vor 728 Fans 5:0 gewonnen. Doch was nach Spielschluss geschah. Es liegt ein Video von BERLINKICK.online mit den unglaublichen jetzt zitierten Aussagen und der Überschrift vor: „Redlich wird von TeBe abgeführt“! Das Heimspiel endet im Chaos, Gästespieler werden nach dem Spiel des Feldes verwiesen, Hauptsponsor Redlich wird wie ein Verbrecher behandelt, langjähriger Betreuer erhält unangekündigt Stadionverbot, Pressesprecher lässt Gästetrainer zehn Minuten warten, Verein lässt in der PK nur Fragen zum Spiel zu.

In Unkenntnis vieler Details, mir wäre lieber gewesen, Jens Redlich offiziell und einlenkend erklären zu lassen, aus der Vergangenheit gelernt zu haben, wieder für ein Miteinander im Verein zu sorgen, das aufgebrachte Fan-Lager für den Bestand des Vereins mit allen Anliegen anzuhören und zu versöhnen. So hätten die „Verfeindeten“ Größe gezeigt. Anstatt Gegner von Jens Redlich zu sein, könnte beispielsweise der wortgewandte Kühnert (SPD) doch weitblickend auch der Vermittler und Schlichter sein.

Christian Zschiedrich