Nun zählt im Abstiegskampf wirklich jeder Punkt

Hertha kennt die Situation, leider keineswegs erfolgreich. Und aktuell sind 25 Punkte (Union hat 39) nach 27 Spielen verdammt wenig. In diesem Trend käme Hertha nach ausstehenden sieben Partien nicht einmal auf 32 Punkte, etwa gleichbedeutend mit dem Abstieg. Den Klassenerhalt zu schaffen wird keineswegs leicht. Die Erkenntnis: Es gibt keine leichten Gegner mehr! Insofern ist der Punkt beim 1:1 gegen Union vielleicht letztendlich goldwert! Und wie geht es weiter? Zur besten Bundesligazeit, Samstag, 10.04.2021 15.30 Uhr, zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach, zuletzt nach krasser Talfahrt 2:1-Sieger über Freiburg.

Gladbachs Allrounder Valentino Lazaro, zwei Jahre lang Herthaner, bezeichnet den Berliner Club als „Wundertüte“. Das ist natürlich alles andere, nur kein Big City Club. Nicht nur Pal Dardai hat erkannt, Zusammengehörigkeit und Teamgeist sind die Grundlage dafür, auch etwas Spielglück sich im Match zu erarbeiten. Einer für den Anderen, Fehler für den Mitspieler auszubügeln,  leidenschaftlicher Kampfgeist ist gleichzeitig Erzwingen der erforderlichen  Effektivität. Nur das Ergebnis zählt leider in dieser Phase.

Christian Zschiedrich kommentiert Foto:© C.Z.

Abstiegskampf heißt also nicht mehr, nur Lob für gutes Spiel zu bekommen und am Ende mit leeren Händen dazustehen. Auf Kosten der Attraktivität zählt jeder Punkt. „Schlecht gespielt und gewonnen“ zählt leider doppelt. Natürlich darf auch mitreißender Kampf, beste Abwehrarbeit, Laufintensität und Zweikampfverhalten den Anhang begeistern. Vorne schießt in der Regel der liebe Gott ein Tor. Hertha aber hat hoch bezahlte,  schnelle Stürmer prägen das prädestinierte Konterspiel und jeder der namhaften Angreifer ist für ein Tor gut genug und in der Lage – auch für unverhoffte Treffer aus dem Nichts.  

Heißt: Ein dritter Abstieg muss nicht folgen. Beherzigt, mit Willen in die Tat umsetzen, was besprochen wurde. Im Stadion sind doch keine Zuschauer. Selbst das könnte ein Vorteil sein, nicht fürs Auge spielen zu müssen. Ein noch größerer Vorteil ist doch, in den letzten sieben Spielen kann sich Hertha gegen fünf direkte Kontrahenten selbst aus dem Schlamassel ziehen. Seid mutig in allen Aktionen. So wird es überhaupt keine Rolle spielen, dass sich Hertha am Dienstag vom ungarischen Torwarttrainer Zsolt Petry (seit 2015 bei Hertha) trennte. Entscheidend ist auf dem Platz…

Christian Zschiedrich