Gelungenes Comeback im Volleyballtempel

Zurück in der Volleyball-Bundesliga, zurück vor heimischem Publikum: Rund 800 Fans bejubelten zum Heimauftakt am Samstag (17. Okt) einen 3:0-Erfolg (25:22, 25:16, 25:23) der Berlin Recycling Volleys über die SWD powervolleys Düren. Topscorer wurde, wie schon beim Supercup, Neuzugang Timothée Carle (16 Punkte), für die Gäste punktete Diagonalangreifer Sebastián Gevert am häufigsten (10).

Zwar feierte Diagonalangreifer Davy Moraes sein Debüt für die BR Volleys, dafür musste Coach Cedric Enard zum Bundesliga-Start allerdings auf Außenangreifer Robin Baghdady verzichten, der sich im Abschlusstraining am Freitag eine Wadenverletzung (Flüssigkeit in der rechten Wade) zuzog und damit vorerst ausfällt. Enard beobachtete einen spannenden, leidenschaftlich geführten ersten Satz, in dem lange das eingespielte Dürener Team den Takt vorgab: Erst zum Ende des ersten Durchgangs fanden die Berliner im Angriff Mittel gegen die bekannte Blockstärke der Gäste. Statt von der noch zu hohen Eigenfehlerquote der Hauptstädter zu profitieren, sorgte ein eigener Fehler von Sebastián Gevert schließlich für den Satzgewinn der BR Volleys (25:22).

Die rund 800 Zuschauer und Zuschauerinnen sorgten weiter für prächtige Stimmung, die nun mit einem ganz starken Auftritt der Berliner Mannschaft belohnt wurde. Der eingewechselte Benjamin Patch sorgte mit einer Aufschlagserie für die frühe Vorentscheidung im zweiten Durchgang (17:10), den die Männer in Orange souverän nachhause brachten. Es blieb dem späteren Topscorer Timothée Carle (16 Punkte) überlassen, den Satzball zur 2:0-Führung zu verwandeln (25:16).

Deswegen steckte das Team von Rafal Murczkiewicz aber lange noch nicht auf und warf angesichts der drohenden Niederlage noch einmal alles in die Waagschale. Ein weiteres Ass von Patch und ein aufmerksamer Julian Zenger in der Abwehr sorgten in der Endphase des dritten Durchgangs aber dafür, dass das Spiel nicht noch einmal kippte. Weil Tomas Kocian schlussendlich einen Aufschlag hinter die Linie setzte, ging der Sieg mit 3:0 an die Hauptstädter. Auf Berliner Seite wurde Libero Zenger zum „Most Valuable Player“ gekürt, die silberne Medaille ging an Kocian.

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Ich war vor dem Spiel mega aufgeregt. Ich kannte die Atmosphäre der BR Volleys-Heimspiele sonst nur vom Zuschauen. Trotz der Umstände hat es sehr viel Spaß gemacht, da freue ich mich auf mehr. In der Vorbereitung und im Supercup lief nicht alles gut, dafür hat heute schon wieder viel mehr geklappt. Insgesamt machen wir zu viele Fehler im Aufschlag und müssen mehr Punkte aus der Block-Feldbwehr machen. Dass Sergey heute Lust hatte, viel über die Mitte zu spielen, nehme ich natürlich dankend an. Mit so einem gestandenen Profi als Zuspieler macht der Angriff nochmal deutlich mehr Spaß, wir verstehen uns ziemlich gut.“

Julian Zenger: „Ich war überrascht, wie gut die Stimmung trotz der Umstände war. Das macht auf jeden Fall deutlich mehr Spaß, als vor einer Geisterkulisse zu spielen. Ich bin sehr zufrieden mit unserem Auftritt. Es gibt zwar weiterhin einige Elemente, die sehr gut funktionieren, und andere, an denen wir noch arbeiten müssen, aber das war schon ein Schritt nach vorne.“

Kaweh Niroomand: „In den Bereichen, in denen wir uns verbessern wollten, habe ich heute einen Fortschritt gesehen. Mir gefällt das Grundgerüst der Mannschaft, das funktioniert. Der Aufschlag wird immer besser, Tuia übernimmt viel Verantwortung in der Annahme und Patch hat dem Team nach seiner Einwechslung viel Stabilität verliehen. Die Eigenfehlerquote bleibt zu hoch, aber das ist nur über viel Spielpraxis abstellbar. Alles andere sah schon sehr stabil aus, aber wir befinden uns erst am Anfang einer langen Wegstrecke.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Davy Moraes (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Benjamin Patch

Topwerte
Carle 16 Punkte, 3 Blocks | Patch 14 Punkte, 3 Asse| Brehme 12 Punkte, 1 Ass

Nächstes Heimspiel
14. November | 18.30 Uhr | vs. Helios Grizzlys Giesen

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

BR Volleys – Grankin übernimmt das Kapitänsamt

Sergey Grankin hat im internationalen Volleyball alles gesehen und nahezu jedes große Finale gespielt. Diese geballte Erfahrung soll der Russe bei den BR Volleys zukünftig noch stärker einbringen und so wird er die Berliner in der Saison 2020/21 als Kapitän auf das Spielfeld führen, erstmals am Sonntag (11. Okt) beim Supercup in Frankfurt und dann sechs Tage später (17. Okt) im Volleyballtempel zum Heimauftakt gegen die SWD powervolleys Düren.

Auf dem Court ist Sergey Grankin der Mann für die besonderen Momente. Seitdem der 35-Jährige im Januar 2019 nach Berlin kam, gibt er den Takt im Spiel des zehnmaligen Deutschen Meisters vor. Zu Beginn abseits des Parketts noch zurückhaltend ist der Russe inzwischen längst aufgetaut, hat sein Englisch verbessert und zählt zu den Wortführern der Mannschaft. Aus diesen Gründen hat Trainer Cedric Enard ihn nun als Kapitän auserkoren. Der 259-fache russische Nationalspieler übernimmt das Amt von Moritz Reichert, mit dem er im Februar auf dem Siegerpodest in der Mannheimer SAP Arena noch gemeinsam die DVV-Pokaltrophäe in die Höhe streckte.

„Sergey ist mit seiner Erfahrung und seiner Vita prädestiniert für diese wichtige Aufgabe. Er genießt in der Mannschaft, aber auch bei den Gegnern große Anerkennung“, begründet Enard seine Wahl. Die Berliner Nummer Sechs reiht sich damit in die Liste bekannter Spielerpersönlichkeiten ein, welche die Berlin Recycling Volleys in den vergangenen Jahren anführten. Vor Reichert waren dies Sebastian Kühner (2018/2019), Robert Kromm (2015-2018) und Scott Touzinsky (2012-2015). Der Amtsnachfolger kennt das Anforderungsprofil für einen Mannschaftskapitän bestens: „Ich weiß, was von mir in dieser wichtigen Position erwartet wird. Bei Dynamo Moskau war ich viele Jahre der Spielführer. Zuallererst möchte ich aber weiterhin sportlich überzeugen.“

Auch für Geschäftsführer Kaweh Niroomand ist Grankin die logische und richtige Wahl: „Sergey ist hier bei uns in Berlin angekommen und fühlt sich wohl. Mit Leistung ging er von Anfang an voran. Jetzt ist es für ihn an der Zeit, noch mehr Verantwortung zu tragen.“ Mit dem obligatorischen Strich unter der Trikotnummer besitzt der Zuspieler nun auch die Legitimation, während des Matches verstärkt Kontakt zum Schiedsrichter aufzunehmen. In der jüngeren Vergangenheit handelte sich der Russe im Eifer des Gefechts dafür schon die eine oder andere gelbe Karte ein.

Unterstützt wird Grankin in dieser neuen Funktion von seinem Zuspielkollegen Pierre Pujol. Der 36-jährige Franzose übernimmt das Amt des Vize-Kapitäns. Coach Enard erklärt diese Entscheidung wie folgt: „Pierre ist nicht minder qualifiziert und auf diese Weise steht immer eine Führungsfigur auf dem Spielfeld.“ Grankin freut sich, dass er von seinem Freund Pujol begleitet wird: „Ich verstehe mich ganz wunderbar mit Pierre. Gemeinsam werden wir das gut managen.“

Seinen ersten offiziellen Auftritt in neuer Rolle hat Grankin schon vor dem Pflichtspielauftakt am Sonntag in der Frankfurter Fraport Arena, wo der erste Titel der Saison vergeben wird.

Quelle: BR Volleys/Christoph Bernier

Vier Spieler der BR Volleys auf Medaillenjagd

Am Donnerstag (12. Sep) beginnt die CEV EuroVolley 2019. Gespielt wird bis zum 29. September in Frankreich, Slowenien, Belgien und den Niederlanden. Aus dem Lager der BR Volleys hoffen Moritz Reichert und Julian Zenger mit der DVV-Auswahl ebenso auf eine Medaille wie die Franzosen Nicolas Le Goff und Cedric Enard.

Die Deutsche Nationalmannschaft tritt als amtierender Vize-Europameister bei den kontinentalen Meisterschaften an. Einen solchen Coup 2019 wiederholen zu können, ist die Hoffnung von Reichert, Zenger & Co. „Wir haben uns das Ziel Halbfinale und dann natürlich auch gern eine Medaille gesetzt. Man muss sehen, wie der Start läuft, denn wir haben gleich richtig schwere Spiele gegen Serbien und Belgien zum Auftakt in der Gruppe“, weiß Reichert. Die weiteren Gegner in Pool B, der in Belgien ausgespielt wird, sind Österreich, Spanien und die Slowakei.

Grund zum Optimismus können Reichert und die DVV-Auswahl aus der Vorbereitung durchaus ziehen: „Unsere letzten Tests gegen Frankreich waren gut. Wir haben in zwei Spielen sieben von zehn Sätzen gewonnen“, so der Außenangreifer. Bundestrainer Andrea Giani kann bei der EM, die für Deutschland am Freitag (13. Sep um 15.00 Uhr) gegen Serbien beginnt, außerdem wieder auf die wertvollen Dienste von Superstar Georg Grozer vertrauen.

Auch Frankreich, bei denen Nicolas Le Goff voraussichtlich zum Stamm zählt, hat bei der Europameisterschaft viel vor. Co-Trainer Cedric Enard blickt voraus: „Wir wollen das Finale bei uns in Paris erreichen. Dafür werden wir hart kämpfen. Es wird eine Euro auf Topniveau und wir haben direkt eine richtig schwere Gruppe mit Italien und Bulgarien erwischt. Man muss versuchen unter die ersten zwei Teams zu kommen, um danach einen einfacheren Turnierbaum zu haben.“

Ein Problem macht den Franzosen allerdings Sorgen. „Eigentlich ist die Mannschaft gut drauf, doch leider hat sich Earvin N’Gapeth eine Verletzung zugezogen. Er wird uns zu Turnierbeginn fehlen, kann aber hoffentlich noch eingreifen“, bremst Enard ein wenig die Erwartungen vor dem dennoch lösbaren Auftakt am Donnerstag gegen Rumänien (12. Sep um 20.45 Uhr). Die Franzosen genießen in der Vorrunde Heimrecht in Montpellier. Die jeweils besten vier Mannschaften aus den insgesamt vier Gruppen erreichen das Achtelfinale, anschließend wird im KO-Modus weitergespielt.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Der kleine Magier kehrt zurück

Das Beste kommt oftmals zum Schluss und so ist es in den Augen vieler Fans wahrscheinlich die Nachricht des Transfersommers: Auch zur Saison 2019/2020 findet ein ehemaliger BR Volleys Spieler den Weg zurück an die Spree und will den Hauptstädtern helfen, ihre ehrgeizigen Ziele zu verfolgen. Der Deutsche Meister von 2018, Pierre Pujol, verteilt nach einer Spielzeit in Frankreich bei GFC Ajaccio wieder in Berlin die Bälle.

Führungsqualitäten sind im Volleyball wohl auf kaum einer Position mehr gefragt als im Zuspiel. Mit Sergey Grankin verfügen die BR Volleys bereits über einen Dirigenten allererster Güteklasse, jetzt kommt mit dem 35-jährigen Pierre Pujol ein weiterer hinzu. Geschäftsführer Kaweh Niroomand sieht die Mannschaft damit in der Schaltzentrale hervorragend aufgestellt: „Wir haben den Markt lange sondiert und danach geschaut, wer hinter Sergey unserem Team weiterhilft. Am Montag fiel dann die endgültige Entscheidung. Durch das Karriereende von Kapitän Sebastian Kühner brach uns viel Erfahrung weg, mit Pierre fangen wir diese auf. Sergey ist die eindeutige Nummer eins, aber beide Zuspieler werden unsere ansonsten junge Mannschaft anführen können. Über die Qualitäten von Pierre brauchen wir nicht reden. Die hat in der Saison 2017/2018 hoffentlich jeder gesehen.“

Denn schon bei seinem ersten Engagement für die BR Volleys konnte Pujol überzeugen. Im November 2017 nachverpflichtet verzückte der 1.85-Meter-Mann die Berliner Fans und führte die Mannschaft als eine der prägenden Figuren zum damals neunten Titelgewinn. Ob mit seinem feinen Händchen, listigen Aufschlägen oder wieselflinken Abwehraktionen – der Franzose war eine echte Verstärkung.

Entsprechend glücklich ist auch Coach Cedric Enard über die Verpflichtung seines Landsmannes: „Ich kenne Pierre lange und gut. Er bringt einfach alles mit, ist ehrgeizig, erfahren und ein wirklicher Teamplayer. Seine Rolle hier ist ihm bewusst und in den Gesprächen zeigte er sich hochmotiviert. Pierre bildet eine erstklassige Alternative zu Sergey, die uns bei den großen Herausforderungen in drei Wettbewerben helfen wird.“

Zuletzt war Pujol in Ajaccio auf Korsika aktiv und spielte sich mit seinem Verein bis in das Playoff-Halbfinale. Enard weiß: „Er hat dort eine richtig gute Saison gespielt und nachdem er damals hier in Berlin von unserem Teamarzt behandelt wurde, gab es zwei Jahre lang auch keine Probleme mehr mit seinem Rücken.“ Der fröhliche Franzose selbst fiebert seiner Rückkehr entgegen: „Ich freue mich unheimlich, wieder zurück nach Berlin und in die Max-Schmeling-Halle zu kommen. Die Fans hier waren fantastisch. Ich bin gespannt darauf, mit Cedric zusammenzuarbeiten, und denke, dass mit unserem Team einiges möglich ist. Wir müssen nur hart dafür arbeiten“, blickt Pujol optimistisch auf die anstehende Spielzeit.

Pujol bestritt bisher über 220 Länderspiele, wurde 2015 Europameister und war 2016 Olympia-Teilnehmer mit der französischen Nationalmannschaft. Aktuell zählt er nicht zum Aufgebot der Auswahl, sodass er noch in dieser Woche in der Hauptstadt erwartet wird und die bisher kleine BR Volleys Trainingsgruppe verstärkt.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Trainingsstart mit Mini-Aufgebot

Jährlich grüßt das Murmeltier: Auch die Saisonvorbereitung 2019/2020 begannen die BR Volleys in beinahe schon traditionell kleiner Runde. Am Montag (19. Okt) bat Cheftrainer Cedric Enard lediglich vier Spieler zum offiziellen Trainingsauftakt. Der Franzose verlässt die Hauptstadt bereits am Mittwoch wieder, um sich mit Frankreich auf die am 12. September beginnende Europameisterschaft vorzubereiten. Fortan übernimmt ein in Berlin bestens bekannter Mann die tägliche Arbeit. Lucio Oro, als Assistenztrainer 2016 mit den BR Volleys Deutscher Meister, ist zurück auf der Mannschaftsbank.

Sergey Grankin, Samuel Tuia, Georg Klein und Adam Kowalski hatten heute im Horst-Korber-Sportzentrum viel Raum zur Entfaltung. Nur dieses Quartett startete ins Mannschaftstraining der Saison 2019/20. Erst in den kommenden Monaten wird sich der Kader sukzessive komplettieren. Die Neuzugänge Cody Kessel und JT Hatch stoßen in einer Woche zum Team. Anfang Oktober folgen die Teilnehmer der Europameisterschaft sowie zu guter Letzt die Akteure, die bis zum 15. Okt beim Weltcup in Japan antreten und deshalb sogar die ersten beiden Bundesligaspiele der BR Volleys verpassen werden.

Die Herausforderung einer gestückelten Saisonvorbereitung verfolgt den Hauptstadtclub Jahr für Jahr und dennoch steckt Trainer Cedric Enard voller Tatendrang: „Es fühlt sich richtig gut an, wieder zurück zu sein, auch wenn es sich vorerst lediglich um zwei Tage handelt. Die Vorbereitung wird ähnlich schwierig wie im Vorjahr, nur ist es jetzt meine zweite Saison und persönlich kann ich vieles hier besser einschätzen. Es wird wichtig, dass wir als Trainerteam schnell gut zusammenarbeiten und einen engen Austausch pflegen.“

Dieser wird künftig mit Lucio Oro stattfinden, der auf Tomasz Wasilkowski folgt. Oro war zuletzt für Asseco Resovia Rzeszow als Assistent tätig. Bei seinem ersten Engagement in Berlin unter Roberto Serniotti gewann der Brasilianer mit italienischem Pass 2017 die Deutsche Meisterschaft und erreichte das Final Four der CEV Champions League. „Über die großen Erfolge von damals und deren mögliche Wiederholung denke ich nicht nach. Wir müssen jeden Tag unseren bestmöglichen Job machen und dann schauen wir, was am Ende dabei herausspringt“, so der ehemalige Profispieler.

Hochmotiviert geht der 42-Jährige dennoch an die kommenden Aufgaben, schließlich leitet Oro das Team bis zur Rückkehr von Enard nach der Europameisterschaft hauptverantwortlich. „Ich kenne den Verein und dennoch wird es auch für mich eine neue Erfahrung, in der Vorbereitung so viel Verantwortung zu tragen. In unseren ersten Wochen werden wir die athletischen Grundlagen legen und das Gefühl für den Volleyball zurückbekommen“, erklärt Oro seine Trainingsschwerpunkte.

Für seinen Cheftrainer ist ein enger Kontakt dabei das A und O: „Lucio fasst mir das tägliche Training in einer Mail zusammen. Außerdem stehen wir telefonisch permanent im Austausch. Ab September, also wenn wir mit dem Kader spielfähig sind, wird unser Scout das Training für mich aufzeichnen, sodass ich mir ein Bild machen kann.“ Auch der Fachmann für Spielanalysen ist bei den BR Volleys zur Saison 2019/2020 neu und kommt wie sein Vorgänger aus Polen. Rafal Zajac war zuletzt für den Damenclub MKS Dabrowa Gornicza in seinem Heimatland tätig und ersetzt zukünftig Mateusz Musial.

Cedric Enard weiß, dass er und seine komplette Mannschaft auch in dieser Spielzeit erst spät Gelegenheit haben, sich zu finden: „Die Testspiele gegen Lüneburg am 04. und 05. Oktober direkt nach der EM werden ein wichtiger Fixpunkt. Dann haben wir einen Großteil unseres Teams beisammen und werden erleben, wo wir stehen. Weil die Spieler zu unterschiedlichen Zeitpunkten in die Vorbereitung einsteigen, müssen wir sie individuell in die bestmögliche Verfassung zum Saisonstart bringen und gleichzeitig das Zusammenspiel entwickeln.“

Neben den Testspielen gegen die Lüneburger stehen unter anderem mehrere Duelle mit den Netzhoppers und ein Freundschaftsmatch beim Kieler TV (2. Bundesliga) auf dem Trainingsplan des BR Volleys Teams.

Quelle: Christoph Bernier/BR Volleys

College-Champion wechselt nach Berlin

Das BR Volleys Team der Saison 19/20 nimmt immer mehr Kontur an: Mit Diagonalangreifer Kyle Ensing verstärkt ein weiterer US-Nationalspieler die Mannschaft. Der College-Champion mit deutschen Wurzeln unterschreibt in Berlin einen Zweijahresvertrag, um sein Herkunftsland kennenzulernen, Kartoffelklöße zu kosten und allem voran sportlich voll durchzustarten.

Als einen „vielversprechenden Diagonalangreifer, der für sein junges Alter schon ziemlich gut ist“ beschreibt BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand den Neuzugang aus den Vereinigten Staaten. Kyle Ensing ist nach Jeffrey Jendryk, Benjamin Patch und Cody Kessel schon der vierte Amerikaner im neuen Aufgebot des Deutschen Meisters. „Wir haben mit vielen unserer US-Boys sehr positive Erfahrungen gemacht. Sie bringen eine ganz besondere Mentalität mit und ich bin sicher, die steckt auch in Kyle“, hofft Niroomand und setzte bei der Wahl des neuen Diagonalen auch auf die Expertise von Scott Touzinsky. Der ehemalige BR Volleys Meister-Kapitän war in den letzten beiden Jahren Co-Trainer von Ensings College-Team und frohlockt: „Der Junge verfügt über einen hohen Volleyball-IQ. Ich bin sicher, ihm steht eine lange und erfolgreiche Karriere in Europa und der Nationalmannschaft bevor.“

Kyle Ensing hat schon eine eindrucksvolle College-Laufbahn hinter sich. Mit der Long Beach State University von Los Angeles gewann er zweimal in Serie die nationale Meisterschaft und wusste dabei auch individuell zu überzeugen. In seinen vier Jahren an der Universität hat der Zwei-Meter-Mann zahlreiche der in den USA beliebten Auszeichnungen und Nominierungen eingeheimst, wurde beispielsweise in das “NCAA Final Four All-Tournament Team“ sowie in das “First Team All-American“ berufen und als “Big West Player of the Year“ geehrt.

Dank dieser Auftritte und Erfolge hat sich der 22-Jährige inzwischen auch im Kreis der Nationalmannschaft etabliert. Der schlaggewaltige Rechtshänder gehörte in bisher drei von vier Wochen zum Volleyball Nations League-Kader der Amerikaner. Schon im vergangenen Jahr gewann Ensing mit Team USA Bronze beim VNL-Finalturnier. Wie zukünftig auch bei den BR Volleys buhlt „The Drone“, so sein Spitzname, im Nationaltrikot unter anderem mit Benjamin Patch um Einsatzzeit.

Einige seiner neuen Teamkollegen kennt Ensing somit bereits gut und vertraut daher auf deren Urteil, was den Volleyball-Standort Berlin betrifft. „Natürlich habe ich mich mit meinen US-amerikanischen Mitspielern ausgetauscht und alle haben bei mir Vorfreude geweckt. In Berlin erwarten mich ein professioneller Verein, eine starke Liga und eine einmalige Atmosphäre. Alle haben mir dazu geraten, hier meine Profikarriere zu starten“, so der Neuzugang.

Nachdem er sich in Amerika einen Namen als Toptalent gemacht hat, will sich Ensing auch im europäischen Vereinsvolleyball beweisen und hat in Deutschland nicht nur sportlich Großes vor. „Ich bin gespannt auf die deutsche Küche. Bratwurst und Kartoffelklöße stehen ganz oben auf der Verkostungsliste“, erzählt der Neu-Berliner und fügt an: „Außerdem möchte ich mehr über meine Herkunft erfahren.“ Der Mann aus Valencia (Kalifornien) hat nämlich deutsche Wurzeln. Seine Ur-Ur-Großeltern wanderten 1879 über den Atlantik aus. „Geschichte interessiert mich sehr“, erklärt Ensing. Bis er mit der Familienforschung beginnen kann, könnte es allerdings noch ein wenig dauern. Für den Fall, dass der Diagonalspieler für den FIVB World Cup in Japan berufen wird, könnte er erst ab Mitte Oktober und somit nach dem offiziellen Saisonstart für die BR Volleys aufschlagen.

Quelle: BR Volleys/Christoph Bernier

Auf Talente-Camp folgt Volleyball Beachcamp 2019

BeachMitte bleibt fest in den Händen der Berliner Nachwuchsvolleyballer. Nachdem mehr als 100 Kids vergangene Woche beim großen Talente-Camp 2019 in die Sommerferien starteten, schließt sich nun direkt das Volleyball Beachcamp 2019 powered by Berliner Wasser an. Vier Tage lang feilen noch einmal die männlichen Vereinsspieler im Alter von 11 bis 19 Jahren intensiv an ihren Beachvolleyball-Fähigkeiten.

Auch in der bevorstehenden heißesten Woche des Jahres trotzen 60 Kinder und Jugendliche den Temperaturen und wühlen den Sand auf dem Gelände von BeachMitte auf. Am Montagmorgen (24. Jun) fiel der Startschuss für den zweiten Teil des BR Volleys Beach-Sommers, der noch bis einschließlich Donnerstag andauert. Auf dem Programm stehen neben zwei Trainingseinheiten täglich auch Freizeitaktivitäten abseits des Sports in den ausgedehnten Mittagspausen.

Mit den Berliner Wasserbetrieben hat die Nachwuchsabteilung des Deutschen Meisters seit dem letzten Jahr dazu einen starken Partner an ihrer Seite, der das Camp für die Berliner Talente fördert. „Aufschlag zur Trinkpause ist gerade bei diesem Wetter das perfekte Motto. Wir freuen uns, jetzt zum zweiten Mal als Partner der SCC JUNIORS das Volleyball Beachcamp powered by Berliner Wasser zu unterstützen und das Bewusstsein der Jugendlichen für das gute Berliner Trinkwasser als erfrischende und umweltfreundliche Alternative zu Flaschenwasser zu schärfen“, erklärt Jörg Simon, Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe, die Intention der Zusammenarbeit. Bei der amtlichen Hitzewarnung für die letzte Juni-Woche heißt es für die Kinder und Jugendlichen nämlich, den eigenen Körper beim Beachvolleyball stets mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen.

Quelle: Christoph Bernier/BR Volleys

Volleyball Nationsleague

Nach der Meisterschaft ist vor der Volleyball Nations League: In dieser Woche (31. Mai bis 02. Juni) beginnt für die Deutsche Nationalmannschaft die Reise quer um den Globus mit dem ersten Vorrundenturnier in Jiangmen (CHN). Die letzten drei Matches bestreiten die DVV-Männer um Moritz Reichert dann vom 28. bis 30. Juni in Leipzig und hoffen, dort noch um ein Ticket für die Finalrunde in Chicago (USA) zu spielen.

„Unser Ziel ist durchaus das Final-Six-Turnier zu erreichen, aber vor allem wollen wir als Team weiter wachsen und uns mit den besten Mannschaften auf höchstem Niveau messen“, blickt BR Volleys Außenangreifer Reichert auf die Volleyball Nations League voraus und sieht noch viel Potenzial in der DVV-Auswahl. 16 Teams aus fünf Kontinenten nehmen an der Nationen-Eliteliga teil. In jeder Woche sind an vier verschiedenen Standorten jeweils vier Mannschaften im Einsatz, bis jeder einmal gegen jeden angetreten ist. Die sechs Nationen mit den meisten Siegen qualifizieren sich letztlich für die Finalrunde in den USA. Im vergangenen Jahr wurden die Männer von Bundestrainer Andrea Giani Neunter. Titelverteidiger der VNL ist Russland – ohne Sergey Grankin im Aufgebot.

Zum Auftakt geht es für Deutschland gegen Gastgeber China, Italien und den Iran. Dabei weiß Reichert, dass der Start in der Metropolregion von Hongkong richtungsweisend werden dürfte: „Ich denke, wir haben gleich am ersten Wochenende die Chance, wichtige Punkte zu sammeln. Ich kann die Gegner nicht so gut einschätzen, deshalb sollten wir uns besonders auf unsere Leistung konzentrieren.“ Persönlich möchte der 24-Jährige an seine fulminanten Auftritte im Meisterschaftsfinale anknüpfen: „Ich bin zum Saisonende nach den Verletzungen richtig gut in Fahrt gekommen und möchte genau dort jetzt weitermachen!“

An ihrem Zusammenspiel haben die deutschen Männer in Kienbaum und zuletzt im Zuge zweier Testspiele gegen den Weltmeister Polen intensiv gefeilt (1:3, 3:2). Im Aufgebot für die Auftaktwoche steht neben Reichert auch der Neu-Hauptstädter und Stammlibero Julian Zenger. Vier Wochen lang möchte man in wechselnder Besetzung nun Siege sammeln, um Ende Juni beim Heimspiel in der Arena Leipzig die Vorrunde erfolgreich abzuschließen.

Quelle: BR Volleys / Christoph Bernier

BR Volleys bleiben Europas Zuschauermagnet

Sportlich wollen sich die Berlin Recycling Volleys in den kommenden Jahren näher an die europäische Spitze heranarbeiten. Dieses Ziel haben die historischen CEV Champions League Volley 2019 Super Finals am Samstag in der Max-Schmeling-Halle noch einmal verstärkt. Was das Zuschauerinteresse betrifft, ist man bereits heute das kontinentale Maß der Dinge! Die 19 Heimspiele des Deutschen Meisters in der Saison 2018/19 verfolgten insgesamt 98.961 Zuschauer, was 5.208 Besucher im Durchschnitt und damit einen neuen Vereinsrekord bedeutet.

„Wir definieren uns als Verein nicht nur über sportliche Ergebnisse, sondern auch durch die Art und Weise, wie wir Volleyball präsentieren. Unser Ziel ist es, die Zuschauer abzuholen, mitzunehmen und dauerhaft für unsere Sportart zu begeistern. Ich glaube, das ist uns in zehn Jahren Volleyballtempel nie besser gelungen, als in dieser Saison“, blickt BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand zufrieden auf das zurückliegende Spieljahr zurück und erklärt: „Die Bundesliga Hauptrunde und vor allem die Playoffs waren enorm spannend und für die Fans reizvoller als je zuvor. Unsere Eventserie „10 Jahre | 10 Highlights“ hat dafür den perfekten Rahmen geboten. Die Mischung aus Sport, Unterhaltung und Atmosphäre macht unsere Heimspiele immer wieder zu einzigartigen Erlebnissen für das Publikum.“

Vor dem perfekten Saisonende mit dem Gewinn des Meistertitels in Friedrichshafen folgte der nicht minder gelungene Heimspiel-Abschluss. Erstmals seit dem 30. April 2015 war die Max-Schmeling-Halle am 08. Mai mit 8.553 Zuschauern wieder ausverkauft. Wie schon vor vier Jahren elektrisierte das vierte Playoff-Endspiel gegen den Dauerrivalen vom Bodensee die Massen. Die anderen beiden Heimspiele gegen die Häfler waren ähnlich gut besucht (7.309 beim zweiten Finale und 7.276 in der Hauptrunde), aber nicht nur das ewig junge „Duell der Giganten“ begeisterte die Berliner Volleyballfans, beispielsweise wollten schon den Heimauftakt gegen Düren 7.166 Zuschauer miterleben.

Von Lissabon bis Nowosibirsk – im europäischen Volleyball suchen diese Besucherzahlen ihres Gleichen. Ein Blick auf die Topligen des Kontinents (Polen, Russland, Italien, Türkei, Frankreich) zeigt, dass die BR Volleys (5.208 Ø) gemeinsam mit den italienischen Teams aus Modena (4.687 Ø) und Conegliano (4.139 Ø / Frauen) das europäische Spitzentrio bilden. „Wir spüren ein kontinuierlich wachsendes Interesse an unserem Sport und uns als Verein. Ein dramatisches Meisterschaftsfinale wie das zurückliegende hilft dabei natürlich. Wir wollen an diese Zahlen anknüpfen und irgendwann einmal die 100.000 Zuschauer in einer Saison knacken“, haben Niroomand und der Hauptstadtclub das nächste Ziel schon vor Augen. Sportlich wurden die Weichen dafür bereits gestellt, denn der Kern der Meistermannschaft geht auch im nächsten Jahr für die BR Volleys in Bundesliga, Pokal und CEV Champions League ans Netz.

Quelle: BR Volleys/Christoph Bernier

BR Volleys – Meisterlich gefeiert

Zwei Tage nach dem Gewinn der zehnten Deutschen Meisterschaft kamen Fans, Partner und Unterstützer der BR Volleys am Dienstagabend zusammen, um den Saisonabschluss 2018/19 zu zelebrieren. 580 Gäste feierten ausgiebig und lauschten gespannt den Lippen von Geschäftsführer Kaweh Niroomand, der zum einen verdienstvolle Spieler – allen voran Kapitän Sebastian Kühner – verabschiedete und zum anderen die BR Volleys Anhängern mit einigen spruchreifen Vertragsverlängerungen begeisterte.

Bevor der stimmungsvolle Abend in der Max-Schmeling-Halle seinen Lauf nahm, war das BR Volleys Team am Nachmittag schon zu Gast beim Regierenden Bürgermeister Michael Müller und durfte sich einmal mehr in das Goldene Buch der Stadt Berlin eintragen. Kaweh Niroomand sprach aus diesem Anlass von einer „fast schon schönen Tradition, die aber aufgrund ihrer Bedeutung garantiert nie zur Gewohnheit werden würde“, während Müller die BR Volleys als „ein herausragendes Aushängeschild der Sportmetropole“ lobte. Wenige Stunden später wurden die Meistermannschaft unter dem tosenden Applaus der Fans des Hauptstadtclubs gefeiert und die Trikots von Sebastian Kühner und Co zugunsten der SCC JUNIORS versteigert – mit dem Rekorderlös von 12.800 €. Zuvor wurde ausführlich bei den Fanclubs, Volunteers und Partnern „Dankeschön“ für eine in jeder Hinsicht erfolgreiche Jubiläumssaison „10 Jahre Volleyballtempel“ gesagt.

Trotz der Partystimmung standen natürlich auch diesmal schmerzliche Abschiede auf dem Programm. Nach zwei Titeln mit den BR Volleys sagen Kyle Russell und Adam White „Goodbye“. Die Liberos Nicolas Rossard (nach Frankreich) und Dustin Watten (nach Polen) verlassen den Verein. Auch Nationalspieler Linus Weber sucht sein Volleyballglück zukünftig im Ausland. Mehr Spielpraxis und wichtige Erfahrung will Egor Bogachev in der kommenden Saison sammeln. Der Außenangreifer wird in der Spielzeit 2019/2020 für einen anderen Bundesligisten schmettern, soll danach jedoch seinen Vertrag in Berlin fortsetzen.

Besonders emotional wurde es bei der Verabschiedung des Meisterkapitäns Sebastian Kühner. Nach sieben Jahren mit insgesamt acht Titeln für die Berliner beendet der 32-jährige Zuspieler seine äußerst erfolgreiche Karriere und widmet sich zukünftig dem Familienleben sowie einer beruflichen Laufbahn abseits des Sports. „Es fühlt sich gerade für mich genau richtig an. Meine Entscheidung habe ich aus persönlichen und privaten Gründen getroffen. Ich möchte einfach mehr Zeit mit meiner kleinen Familie verbringen. Das Ende mit dem Titel in allerletzter Sekunde hätte gar nicht schöner sein können“, sagte der frühere SCC JUNIOR. Niroomand verabschiedete ihn mit einem Sonderlob: „Sebastian ist in große Fußstapfen getreten und hat überragende Arbeit als Kapitän in dieser turbulenten Saison geleistet.“

Der Geschäftsführer verkündete jedoch auch erfreuliche Personalentscheidungen: „Die Startformation des letzten Playoff-Finalspiels bleibt uns erhalten“, erklärte Niroomand zur Freude der Fans. Das bedeutet: Der “Anführer“ Samuel Tuia und der „Matchwinner“ Moritz Reichert erfüllen ihre bestehenden Verträge. Dazu wird der BR Volleys Mittelblock in der Saison 2019/20 unverändert bleiben: Nicolas Le Goff, Jeffrey Jendryk und Georg Klein bilden weiterhin die „Berliner Mauer“. Auch Benjamin Patch schlägt im neuen Spieljahr für den Deutschen Meister auf. Tosender Jubel brannte im bis auf den letzten Steh- und Sitzplatz gefüllten Saal auf, als Niroomand zum Abschluss verlauten ließ, dass auch Zuspieler Sergey Grankin weiterhin das orange Trikot des Hauptstadtclubs tragen wird.

Die BR Volleys sagen „Danke“ für jedwede Unterstützung in der Spielzeit 2018/2019!

Quelle: Christoph Bernier/BR Volleys