Eisbären verlieren im Spitzenspiel in Bremerhaven

Die Eisbären Berlin haben das Spitzenspiel der Gruppe Nord am 21. Spieltag der PENNY DEL Saison 2020/21 bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven verloren. Tabellenführer Berlin unterlag den Norddeutschen mit 3:5. Trotz dieser Niederlage bleiben die Eisbären mit einem Punktequotienten von 2,05 an der Spitze der Nord-Gruppe.

Die Gastgeber erwischten den besseren Start und gingen durch McMillan (9./PP1) im Powerplay in Führung. Zach Boychuk (12./PP1) glich jedoch kurze Zeit später für die Berliner aus, ebenfalls mit einem Mann mehr auf dem Eis. Im Mitteldrittel zog Bremerhaven innerhalb von 195 Sekunden durch Urbas (30.), Fortunus (31.) und abermals McMillan (33.) auf 4:1 davon und Tobias Ancicka ersetzte Mathiass Niederberger im Tor der Eisbären. Jonas Müller (53.) und Leo Pföderl (58.) verkürzten im Schlussabschnitt noch auf 3:4 aus Berliner Sicht. Andersen (59./EN) traf jedoch ins leere Berliner Tor zum 5:3-Endstand.

Für Eisbär Parker Tuomie war es eine Rückkehr an die Stätte, wo er einst das Eishockey Einmaleins erlernte. Sein erstes Spiel als Profi in Bremerhaven. „Ich bin dort aufgewachsen und haben dort das Eishockey lieben gelernt. Das kann man nicht abschalten“, sagt der Stürmer der Eisbären Berlin.

Leider konnte Eisbär Giovanni Fiore das Spiel nicht beenden. Er krachte nach einem Check unglücklich in die Bande. Bleibt zu hoffen, dass er nicht länger ausfällt.

Die Eisbären Berlin treten am Montag, den 1. März 2021 zu ihrer nächsten Partie in der PENNY DEL an, wenn die Grizzlys Wolfsburg in der Bundeshauptstadt gastieren. Spielbeginn in der Mercedes-Benz Arena ist um 20:30 Uhr

Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin): „Natürlich bin ich enttäuscht. Im ersten Drittel war es noch ziemlich ausgeglichen. Wir haben das Spiel dann im Mitteldrittel verloren. Drei Gegentore in so kurzer Zeit zu kassieren, ist nicht zu akzeptieren. Wir haben uns im Schlussabschnitt aber noch einmal gewehrt und versucht zurückzukommen. Leider hat es aber nicht mehr gereicht. Tobias Ancicka hat gezeigt, dass wir jederzeit auf ihn setzen können. Wir haben zwei sehr gute Torhüter.“

Kai Wissmann (Verteidiger Eisbären Berlin): „Das zweite Drittel war spielentscheidend. Da haben wir zu viele Zweikämpfe und Laufduelle verloren. Bremerhaven hat die neutrale Zone gut zugemacht, da haben wir keinen Weg durchgefunden. Nach Puckverlusten hatten sie dann einige 3 gegen 2 Situationen, in denen unser dritter Mann hinten fehlte. Im Schlussdrittel haben wir noch einmal alles versucht, aber die Zeit hat leider nicht mehr gereicht. Dass wir nicht aufgegeben haben, zeigt, dass der Charakter in der Mannschaft stimmt. Aber wir müssen unser Spiel über die gesamte Spielzeit spielen.“

Lukas Reichel (Stürmer Eisbären Berlin): „Die ersten beiden Drittel haben wir nicht zu unserem System gefunden und etwas wild gespielt. Wir hätten einfacher spielen müssen. Im letzten Drittel haben wir dann noch einmal alles versucht. Im nächsten Spiel müssen wir von Anfang da sein.“

Spieldaten

DEL 21. Spieltag 26.02.2021 18:30 Uhr Eisarena Bremerhaven

Fischtown Pinguins Bremerhaven – Eisbären Berlin 5:3 (1:1, 3:0, 1:2)

Aufstellungen:

Fischtown Pinguins Bremerhaven: Maxwell (Pöpperle) – Krogsgaard, S. Dietz; Eminger, Moore; Fortunus, Alber – Verlic, Jeglic, Urbas; Andersen, Friesen, McGinn; Hilbrich, McMillan, Uher; Stowasser, Gläser, Reisnecker – Trainer: Thomas Popiesch

Eisbären Berlin: Niederberger (Ancicka/33.) – Ramage (A), Müller; Wissmann (A), Hördler (C); McKiernan, Mik – Pföderl, Reichel, Noebels; Fiore; Boychuk, White; Foucault, Olver, Tuomie; F. Dietz, Streu, Hänelt – Trainer: Serge Aubin

Torfolge
1:0 – 08:55 – McMillan (Friesen, Fortunus) – PP1
1:1 – 11:00 – Boychuk (Pföderl, Reichel)-PP1
2:1 – 29:04 – Urbas (Jeglic, Verlic) – EQ
3:1 – 30:26 – Fortunus (Urbas, Krogsgaard) – EQ
4:1 – 32:19 – McMillan (Uher, Krogsgaard) – EQ
4:2 – 52:06 – Müller (Noebels, Pföderl) – EQ
4:3 – 57:05 – Pföderl (Ramage, Noebels) – 6-5
5:3 – 58:32 – Andersen (Friesen, McGinn) – EQ/EN

Strafen:
Fischtown Pinguins Bremerhaven: 10 (6, 2, 2) Minuten – Eisbären Berlin: 12 (6, 4, 2) Minuten

Schiedsrichter:
Marc Iwert, Andre Schrader (Andreas Kowert, Jonas Merten)

Quelle: EHC Eisbären/Hans-Peter Becker

Offener Brief des BFV Präsidenten

„Ich glaube, wir können nicht mehr, aber wir können auch nicht einfach aufmachen“, sagte Tübingens Oberbürgermeister am Donnerstag, 25. Feb. im Fernsehen. Die Krise, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, soll durch vor allem durch Verbote und Vorgaben des Staates gelöst werden. Eigenständiges, verantwortungsbewusstes handeln der Staatsbürger ist nicht gefragt.

BFV-Präsident Bernd Schultz beginnt seinen Brief, gerichtet an den Regierenden Bürgermeister und den für Sport zuständigen Senator mit einem eindringlichen Appell. „Im Namen der über 170.000 Mitglieder des Berliner Fußball-Verbandes bitte ich Sie, den Fußballerinnen und Fußballern der Hauptstadt eine Perspektive zur Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes aufzuzeigen und damit die sportliche Betätigung in den rund 400 Berliner Fußballvereinen als Teil der Lösung zur Bewältigung der Pandemie zu verstehen.“

Etwas weiter heißt es, „Nach den vielen Monaten ohne Sportbetrieb in den Berliner Vereinen wäre es ein wichtiges Zeichen, wenn nunmehr die Verantwortlichen im Senat von Berlin den vielen Sportlerinnen und Sportlern eine Rückkehr zum Breitensport ermöglichen würden. Daher werbe ich bei Ihnen, die Infektionsschutzverordnung im Land Berlin im ersten Schritt wieder auf die Regelung vor dem harten „Lockdown“ zurückzuführen und somit Kindern im Alter bis 12 Jahren die Rückkehr in 10er Gruppen zum Training ab dem 8. März 2021 zu ermöglichen, ggf. auch ohne die Nutzung von Kabinen/Duschen.“

  • Öffnungsschritt 1: Training bis 12 Jahre in 10er Gruppen (ab 8. März 2021)
  • Öffnungsschritt 2: Training für alle Vereinsmitglieder in 10er Gruppen
  • Öffnungsschritt 3: Training in Mannschaftsstärke (30er Gruppen)
  • Öffnungsschritt 4: Rückkehr zum Wettkampf/-Spielbetrieb.

Aufgrund der nachgewiesen sehr geringen und zudem sehr kurzen Kontakte beim Fußballspielen ist dabei ein kontaktloser Einstieg in den Trainingsbetrieb ausdrücklich nicht erforderlich, d.h., es sollte sofort ohne Kontakt-Einschränkungen trainiert werden dürfen.

Dem Schreiben angehängt ist eine aktuelle Untersuchung derUniversität des Saarlandes und der Universität Basel (Zeitraum: August bis Dezember 2020), die den Nachweis erbringt, dass beim Fußball nur ein geringes Ansteckungsrisiko besteht.

„Fußball sollte aus Infektionssicht daher als „Sportart mit kurzen, sporadischen Kontakten“ und nicht als „Kontaktsportart“ klassifiziert werden. Eine Re-Start kann von Beginn an mit Spielformen, die Körperkontakt beinhalten, durchgeführt werden.“

Quelle: Berliner Fußballverband/Hans-Peter Becker

BR Volleys verlängern mit Benjamin Patch

Benjamin Patch liebt Berlin und die BR Volleys Fans lieben Benjamin Patch. Daher dürfte diese Nachricht die Herzen aller höherschlagen lassen: Der US-Amerikaner verlängert seinen Kontrakt beim zehnmaligen Deutschen Meister um weitere drei Jahre bis 2024. Seine Beweggründe für eine Vertragsverlängerung mit Signalwirkung für den Hauptstadtclub und die gesamte Volleyball Bundesliga erklärt der 26-jährige Diagonalangreifer, der seit der Saison 18/19 das Berliner Trikot trägt, im Interview:

Ben, drei Jahre spielst Du schon für die BR Volleys, drei weitere kommen nun hinzu. Ist Dir bewusst, dass Du damit in den Kreis echter Vereinsikonen vorstoßen dürftest?
Benjamin Patch: Haha, darüber habe ich bislang nicht nachgedacht. Bis zum „Hall of Famer“ muss ich aber wohl erst noch ein bisschen Leistung bringen. Ich glaube, die Vertragsverlängerung zeigt in erster Linie, wie wohl ich mich hier fühle und wie glücklich der Verein zugleich mit mir ist. Diese Wertschätzung ist schlicht großartig. Ich habe hier starke Beziehungen aufgebaut – sei es zu den Mitarbeitern, den Teamkollegen oder unseren Fans. Die gesamte Organisation steht hinter mir, genauso wie ich bin. Ich freue mich einfach, diese Zusammenarbeit fortzusetzen und hier etwas Großes aufzubauen. Ich will nicht nur auf dem Court meinen Beitrag zu diesem dynamischen Projekt leisten, sondern auch im Umfeld des Clubs etwas bewirken. Ich will dazu beitragen, dass die BR Volleys noch attraktiver, noch aufregender und noch bekannter werden.

Drei Jahre sind im Volleyball eine lange Zeit. Was hat Dich zu der langfristigen Bindung bewogen?
Patch: Weil Kaweh Niroomand mit seinen Worten einfach überzeugend ist (lacht). Spaß beiseite, Berlin ist für mich zur Heimat geworden. Ich fühlte mich in meinem Leben nie besser, als ich es hier tue. Die Stadt ist bestimmt auch nicht der einfachste Ort zum Leben. Es herrscht ständiger Wandel, es gibt so viel zu tun und zu lernen. Aber genau das passt zu mir. Was mich hier hält, ist auch alles, für das unser Verein steht und in Zukunft stehen möchte. Das ist mir wichtiger als Geld oder in einem Team aus Superstars zu spielen – nicht, dass wir nicht überragende Spieler in unserer Mannschaft hätten! Wenn ich eines Tages sterbe, möchte ich in allen Lebensbereichen ein Teil von etwas Bedeutsamem sein. Genau das spüre ich hier. Mir ist wichtiger, der beste Mensch zu werden, der ich sein kann, als der beste Sportler. Wenn mir irgendwo jedoch das eine wie das andere gelingen kann, dann hier!

Du bist ein Kreativkopf und Künstler, arbeitest abseits des Volleyballs an vielen Projekten. Würdest Du sagen, Du bringst all das inzwischen besser zusammen, um auch Deine sportliche Bestleistung zeigen zu können?
Patch: Man lernt immer dazu, aber es war auch früher nicht das Problem, dass ich zu viel gemacht habe. Es lag eher an mir selbst. Ich habe mir Gedanken gemacht, ob Leute dadurch von mir denken, mein Fokus läge nicht auf dem Sport. Manche glauben bestimmt, ich tanze fröhlich durch mein Leben und nehme die Dinge nicht ernst genug. Aber es gibt vieles, dass die Menschen nicht über mich wissen. Nur weil ich vielleicht eine gewisse Lockerheit ausstrahle, bedeutet das nicht, dass ich nicht fokussiert bin. Ich bin sogar sehr fokussiert. Darum traue ich mir eben auch zu, verschiedene Dinge gleichzeitig zu machen.

Dein erstes Jahr in Europa bei Tonno Callipo Vibo Valentia (ITA) war für Dich nicht einfach. Ist Dir genau das dort noch nicht gelungen?
Patch: Ich funktioniere nur, wenn ich viel zu tun habe. Das war dort nicht der Fall und das hat mich blockiert, auch auf dem Spielfeld. Ich brauche einen kreativen Ausgleich, um in allen Bereichen meines Lebens gut zu sein. Deshalb war mein Wechsel zu den BR Volleys ein Glücksfall. Dabei war es hier zu Beginn ebenfalls nicht einfach. Unsere Fans wissen das. Ich habe in meinem ersten Jahr nicht so gespielt, wie ich es heute tue. Ich war 23 Jahre jung. Man glaubt zu jeder Lebensphase, dass man sich selbst gut kennt. Aber vieles wird einem erst in der Draufsicht oder im Rückblick bewusst. Meine Debütsaison in Berlin war ein Reifeprozess für mich und am Ende gab es diesen enorm wertvollen Impuls mit dem Gewinn der Meisterschaft 2019. Nach diesem Sommer kam ich zurück und war eine bessere Version meiner selbst. Das hat man in meiner zweiten Saison gesehen, glaube ich.

Welche Rolle spielt Deine Beziehung zu Kaweh Niroomand bei diesem Prozess?
Patch: Ich mag Kaweh einfach. Ganz unabhängig davon, wo jemand herkommt oder was er macht, begegne ich jedem mit Respekt. Es liegt an der Person, ob sie sich diesen erhalten kann. Vor Kaweh habe ich höchsten Respekt. Er ist nicht einfach, er kann auch hart sein, aber er ist stets verlässlich und konsequent. Das schätze ich an ihm. Man weiß, was man von ihm bekommt, genauso wie man weiß, was man von mir bekommt. Ich hatte hier auch meine schwierigen Momente, in denen er mir geholfen hat. Dann sind wir gemeinsam einen Kaffee trinken gegangen und haben offen geredet. Kaweh stärkt mir den Rücken und hat auch jetzt im Zuge der Vertragsverlängerung deutlich gemacht, dass der Verein langfristig an mich glaubt.

Was steht abseits des Spielfeldes als nächstes an?
Patch: Der Club und ich arbeiten an einem gemeinsamen Projekt, das von den Fans und Partnern hoffentlich gut angenommen wird. Ich will noch nicht zu viel verraten, aber es hat natürlich etwas mit Kunst zu tun. Ich hoffe, dass wir damit zeitnah starten können.

Was sind Deine sportlichen Ziele in den kommenden Jahren?
Patch: Erst einmal muss man festhalten: Die letzte Spielzeit war bis zu deren abrupten und bitteren Abbruch ein Traum. Dass es nicht immer derartig perfekt laufen kann, hätte jeder vorher wissen können. Die aktuelle Saison ist wesentlich schwieriger. Wir mussten mit einer Verletzungsmisere kämpfen, bei der wir alle sicher auch Fehler gemacht haben. Aber wir wollen und werden daraus lernen. Unsere Mannschaft ist gut und wir können auch in diesem schweren Jahr zusammen noch etwas erreichen. Natürlich will ich mit Team USA zu Olympia und dort möglichst eine wichtige Rolle spielen. Im Sommer darauf brauche ich vielleicht mal etwas mehr Zeit für mich und mache eine Nationalmannschaftspause. Hier in Berlin will ich auch in Zukunft mein Bestes für den Verein geben und vielleicht irgendwann mal mit den BR Volleys im Champions League Finale stehen.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BBSC siegt im Berliner Derby

BBSC Berlin – VC Olympia Berlin              3:2 (28, -17, -20, 22,11)

Im kurzfristig angesetzten Lokalderby besiegte der BBSC den VC Olympia Berlin mit 3:2. Beide Teams boten ein spannendes Spiel. Die Gastgeberinnen erreichten mit einer Energieleistung, dass die Punkte gegen das Talentteam in der Hämmerlinghalle blieben.

Von Anfang an taten sich die Köpenickerinnen – erneut ohne Stammlibera Annika Kummer – gegen die gut eingestellten und spielfreudigen Gäste schwer und lagen meist einige Punkte zurück. Erst mit dem 24:24 gelang der Ausgleich. Nachfolgend schenken sich die Teams keinen Zentimeter. Erst den sechsten Satzball konnten die BBSC-Mädels zur Satzführung verwandeln. Die darauffolgenden beiden Sätze holten sich die jungen VCO-Spielerinnen und dominierten dabei teilweise deutlich. Erst nach einer Abwehrumstellung im 3. Satz gelang es den Gastgeberinnen, mit mehr Stabilität in der Abwehr das Spiel offener zu gestalten. Völlig anderes Bild dagegen im 4. Satz: Der BBSC führte von Anfang an und sicherte sich den Ausgleich, obwohl sich Mittelblockerin Marie Dreblow bei einer Aktion am Finger verletzte und nicht mehr weiterspielen konnte. Laura Walsh übernahm für sie die Position, obwohl sie die Mittelblockspezifik sehr lange Zeit nicht trainiert hatte. Der Tiebreak musste nun entscheiden. Gleich zum Satzbeginn trumpften die Gastgeberinnen mit einer Aufschlagserie von Annalena Grätz zum 7:1 auf und ließen sich danach nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Mit dem verwandelten fünften Matchball fiel von den Gastgeberinnen auch die Anspannung der langen und intensiven Serie ab – immerhin hatte das Team acht Ligaspiele innerhalb von 26 Tagen zu absolvieren.

Nun geht es erst einmal darum, die angeschlagenen und verletzten Spielerinnen zu pflegen und wieder aufzubauen. Die Akkus müssen noch einmal richtig aufgeladen werden: Am 20. März folgt das nächste der noch sechs Heimspiele.

Zur MVP des Abends wählten die Trainer Annalena Grätz sowie Celine Jebens (VCO).

Für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Isabel Böttcher, Paula Morgenroth, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Stephanie Utz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Laura Walsh

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Aufschlagwucht besiegt Berliner Leidenschaft

Der Hauptstadtclub bot streckenweise eine sehr gute Leistung, aber am Ende war das italienische Topteam besser: Im Hinspiel des Viertelfinals der CEV Champions League unterlagen die BR Volleys Itas Trentino mit 1:3 (19:25, 23:25, 28:26, 17:25). Während Timotheé Carle 18 Punkte sammelte, war auf Seite der Italiener vor allem Nimir Abdel-Aziz mit 28 Zählern nicht zu stoppen. Den Berlinern bleibt nun eine spielfreie Woche, um sich auf das Rückspiel in Italien (04. März um 19.00 Uhr) vorzubereiten.

Coach Cedric Enard musste an diesem besonderen Königsklassen-Abend lediglich auf Denys Kaliberda verzichten, der nach Rückenproblemen nicht rechtzeitig fit geworden war. Dennoch beobachtete der Franzose einen guten Start seines Teams, nach einem Block von Anton Brehme und einem Ass von Timotheé Carle lagen die Berliner vorn (6:4). Dann aber trat Nimir Abdel-Aziz hinter die Servicelinie und der beste Aufschlagspieler der Champions League wurde seinem Ruf mehr als gerecht. Innerhalb weniger Minuten baute Trentino einen 7-Punkte-Vorsprung auf, den die Italiener im Anschluss nicht mehr hergaben (6:13). Zwar fanden die BR Volleys immer besser ins Spiel, entscheidend verkürzen konnten Benjamin Patch und Co. aber nicht mehr (19:25). Auch im zweiten Durchgang waren es die Hausherren, die immer wieder clevere Mittel im Angriff fanden und zunächst in Führung gingen (4:2, 10:6). Trentino ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen und arbeitete sich schnell wieder heran (12:12). Der Hauptstadtclub bot den international ungeschlagenen Italienern nun stark Paroli (16:15, 22:22), am Ende war es die Blockstärke Trentinos, die den Unterschied ausmachen sollte: Mit dem insgesamt achten Blockpunkt der Gäste beendete der eingewechselte Youngster Alessandro Michieletto den Satz krachend (23:25).

Die BR Volleys bewiesen weiter viel Herz und zeigten nun eine starke Leistung (13:13), gerieten aber dennoch erneut in Rückstand (13:16). Enard rief sein Team noch einmal zur Besprechung zusammen und die zeigte Wirkung. Angeführt von Patch stellten die Berliner zunächst den Anschluss her (16:17) und erkämpften sich schließlich den ersten Satzball (24:23). Insgesamt vier Versuche sollte dauern, ehe Carle die Chance nutzte und auf 1:2 nach Sätzen stellte (28:26). Aber die Antwort der Mannschaft von Angelo Lorenzetti folgte wieder in Satz vier (10:14). Es war schließlich einmal mehr Abdel-Aziz, der mit seinem Aufschlagdruck für die Vorentscheidung sorgte (12:17). Dank 14 Blockpunkten, sechs Assen und einer Angriffsquote von 60 Prozent holte sich Trentino den 3:1-Sieg im Volleyballtempel (17:25). Während die Gäste nun gute Chancen haben, in einer Woche in das Halbfinale der Königsklasse einzuziehen, benötigen die BR Volleys ein kleines Wunder im Rückspiel.

Stimmen zum Spiel
Kaweh Niroomand: „Wir haben einfach zu viele individuelle Fehler gemacht. Ich hatte den Eindruck, dass wir zu viel Respekt hatten und nicht befreit aufspielen konnten. Phasenweise haben wir gut aufgeschlagen, aber in der Annahme waren wir nicht stabil genug. Insgesamt waren wir nicht weit weg, haben aber deutlich unsere Schwachstellen aufgezeigt bekommen.“
Timothée Carle: „Trentino hat uns wirklich extrem unter Druck gesetzt. Manchmal konnten wir nur noch versuchen, den Ball irgendwie im Spiel zu halten. Auch im Block waren sie dominant. Aber wir haben gesehen, was mit einem guten Aufschlag möglich ist. Trentino ist verwundbar und wir wollen im Rückspiel noch einmal alles versuchen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Robin Baghdady, Pierre Pujol

Topscorer
Carle 18 Punkte, 3 Asse | Patch 16 Punkte, 2 Asse, 2 Blocks | Tuia 12 Punkte, 2 Asse

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Niederlage im Bärenduell

Am 20. Spieltag der DEL kam es zum ersten Bärenduell in Berlin. Das 1. Drittel endete Unentschieden. In der 8. Minute gelang Matt White der Führungstreffer für die Eisbären. Es war eine Portion Glück dabei, der Schuss von Ryan McKiernan prallte von der Bande genau vor den Schläger des Torschützen. Bis dahin hatten die Grizzlys aus Wolfsburg sogar leichte Vorteile. Sie verteidigten gut und konnten sich einige Torchancen erarbeiten. In der 12. Minute nutzten sie ihr erstes Überzahl gleich zu einem Treffer. Eisbär Mark Zengerle mussten wegen eines hohen Stocks auf die Strafbank. Für die Wolfsburger traf Anthony Rech.

Im Mittelabschnitt bemühten sich beide Teams um den Führungstreffer. Der Torjubel blieb aus. Es blieb beim 1 : 1, so musste das Schlussdrittel die Entscheidung bringen. Es begann mit einer Strafzeit für die Eisbären Ryan McKiernan hatte seinen Gegenspieler unzulässig behindert. Das Powerplay der Gäste sah gut aus und es war Mathias Niederberger zu verdanken, dass die Eisbären nicht in Rückstand gerieten. Das passierte dann in der 48. Minute, beide voller Mannschaftsstärke auf dem Eis. Der Schwede Max Görtz ging als Torschütze in die Statistik ein. Es war allerdings mehr ein Eigentor der Nummer 58 Ryan McKiernan der die Vorlage von Sebastian Furchner unhaltbar für seinen Goalie abfälschte. Spätestens jetzt haderten die Eisbären mit ihrer Chancenverwertung. Es blieben noch 12 Minuten zur Ergebniskorrektur. Das gelang in der 56. Minute, das Anrennen der Eisbären wurde belohnt, Parker Tuomie hatte Erfolg mit seinem Schuss aus dem Hinterhalt. Die Flugbahn des Schusses wurde leicht von einem Verteidiger abgefälscht, sodass Chet Pickard keine Chance der Abwehr hatte. Während des Spiels fiel Mark Zengerle mit einer Verletzung am Knöchel aus.

Für die Entscheidung fiel erst im Penalty. Die Overtime war, und das passte zu diesem Spiel, Unentschieden ausgegangen. Das bessere Ende hatten die Grizzlys für sich. Für die Eisbären traf nur Mat Whithe. So holten sich die Wolfsburger den glücklichen Zusatzpunkt.

Wolfsburgs Trainer lobte vor allem seinen Torhüter Chat Pickard, der in einem hart umkämpften Spiel seine Mannschaft im Spiel gehalten hat.

Serge Aubin, der Eisbären-Trainer, bescheinigte seiner Mannschaft eine gute kämpferische Leistung, wenn auch das Ergebnis nicht zufrieden stellen kann.

Parker Tuomie (Stürmer Eisbären Berlin): „Wolfsburg hat eine wirklich gute Mannschaft. Im Laufe der Partie sind wir immer besser ins Spiel gekommen. Vor allem im Mitteldrittel haben wir viele Chancen kreiert, aber wir konnten leider kein Tor erzielen. Die Gegentore waren unglücklich, aber wir konnten zum Glück noch ausgleichen. Es war ein Spiel auf Augenhöhe und im Shootout kann es natürlich in beide Richtungen gehen.“

John Ramage (Verteidiger Eisbären Berlin): „Wir haben hart gespielt und uns viele Chancen erarbeitet.

Die Siegesserie, fünf Spiele in Folge ungeschlagen, ist zunächst gerissen, am Freitag, 26.02.2021 geht es für die Eisbären in Bremerhaven weiter.

Hans-Peter Becker

DEL 20. Spieltag 23.02.2021

EHC Eisbären Berlin – Grizzlys Wolfsburg 2:3 SO (1:1/0:0/1:1 OT 0:0/SO 0:1)

Aufstellungen:
Eisbären Berlin:
Niederberger (Ancicka) – Wissmann (A), Hördler (C); Ramage (A), Müller; McKiernan, Mik – Pföderl, Reichel, Noebels; Fiore, Boychuk, White; Foucault, Zengerle, Olver; Dietz, Streu, Tuomie; Hänelt – Trainer: Serge Aubin

Grizzlys Wolfsburg: Pickard (Strahlmeier) – Likens, Melchiori; Adam, Button; Möser, Raabe – Machacek, Festerling, Hungerecker; Görtz, Järvinen, Furchner; Nijenhuis, Fauser, Boucher; Jormakka, Olimb, Rech; Busch – Trainer: Pat Cortina

Torfolge:
1:0 – 07:31 – White (Mik, McKiernan) – EQ
1:1 – 11:46 – Rech (Olimb, Button) – PP1
1:2 – 47:13 – Görtz (Järvinen, Raabe) – EQ
2:2 – 55:08 – Tuomie (Olver, Wissmann) – EQ
2:3 – 65:00 – Furchner – GWS
Strafen:
Eisbären Berlin: 8 (4, 2, 2) Minuten – Grizzlys Wolfsburg: 4 (2, 2, 0) Minuten

Schiedsrichter:
Marc Iwert, Andre Schrader (Maksim Cepik, Wayne Gerth)

BBSC mit leeren Händen aus dem Westen zurück

Blau-Weiß Dingden – BBSC Berlin           3:1 (-15,17, 21,21)

Das Samstagabendspiel, am 20.02.2021, an der holländischen Grenze zeigte Phasen, in denen jeweils eines der Teams das Spiel absolut dominierte, aber auch in der nächsten Minuten völlig den Spielfluss verlor. Im 1. Satz zeigten sich die Gäste in allen Belangen effektiv und überlegen, ließen den Gastgeberinnen kaum eine Chance. Ab dem 2. Satz drehte sich das Spiel völlig: über 9:3 und 22:12 überrollte Dingden die Hauptstädter vom Feinsten. So ging es auch im 3. Satz weiter: 8:1 führten die Gastgeber, ehe der BBSC wieder ins Spiel fand, selbst in Führung ging, aber den Satz doch abgeben musste. Im 4. Satz führten die Berlinerinnen bereits 16:14 – dann jedoch zogen die Gastgeber erneut die Zügel an und erarbeiteten sich 5 Matchbälle. Der BBSC zeigte zeitweise ein ausgesprochen konzentriertes Spiel, verfiel aber in den nächsten Szenen in Ungenauigkeiten und nicht ausreichende Abstimmung, so dass letztendlich der Sieg des Tabellendritten verdient war. Dingden präsentierte nach dem verlorenen 1. Satz die altbekannten Fertigkeiten in der Block-Feldabwehr, hatte auch in den Angriffsaktionen Vorteile. Die MVP Medaille auf Berliner Seite wurde Libera Paula Morgenroth verliehen, die der Berliner Abwehr in Abwesenheit von Annika Kummer gute Stabilität gegeben hatte.

RC Sorpesee – BBSC Berlin          3:1 (-23,22, 22,25)

Etwas mehr als 17 Stunden nach Spielende in Dingden und 150 km entfernt stand das BBSC Team im Sauerland erneut auf dem Spielfeld: Aufsteiger Sorpesee und die Berliner Gäste lieferten sich trotz leicht müder Beine einen mehr als zweistündigen harten Kampf mit engen Sätzen. Dabei zeigten sich erneut die Gastgeber als die etwas stabilere Mannschaft mit etwas weniger Fehlern in Abwehr, Spielaufbau und Angriff. Erneut konnte der BBSC Phasen, in denen man dem Spiel den Stempel aufdrückte, nicht so gestalten, dass man sich mit einem Satzgewinn belohnen konnte. Im 3. Satz führten die Gäste bereits mit 12:5, gaben den Satz aber noch ab. Den 4. Satz hatte eigentlich Sorpesee lange dominiert und mit 21:13 Zwischenstand sahen die Gastgeber wie der sichere Sieger aus. Doch mit einer Aufschlagserie von Annalena Grätz holte sich Berlin den Anschluss. In der Crunchtime kämpften beide Teams verbissen um die Punkte, doch Sorpesee hatte das bessere Ende für sich. In einem Spiel, das von beiden Mannschaften umkämpft war, setzte sich ein wenig mehr vorhandene Frische der Gastgeberinnen zum Spielschluss durch.

Mittelblockerin Marie Dreblow erhielt die MVP-Silbermedaille des Sonntagsspiels.

Der BBSC wird am kommenden Mittwoch gegen den VC Olympia mit dem 8. Spiel innerhalb von 26 Tagen den Kraftakt der letzten Wochen abschließen. BBSC Trainer Robert Hinz hat „absoluten Respekt vor der Energieleistung meiner Mädels in den letzten Wochen – neben den kräftezehrenden Ligaspielen und knapp 4.000 Autobahn- oder Landstraßenkilometern war ja für alle Spielerinnen als Amateure auch die tägliche Arbeit oder Ausbildung zu absolvieren. Nach dem Mittwoch geht es darum, erst einmal wieder die Akkus aufzuladen“. Das nächste Heimspiel folgt danach erst am 20. März – vielleicht das erste Mal nach langen Monaten wieder mit Publikum?

Für den BBSC am Wochenende im Einsatz: Marie Dreblow, Isabel Böttcher, Paula Morgenroth, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Annalena Grätz, Antonia Heinze, Stephanie Utz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Laura Walsh

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Das Für und Wider zu Hertha BSC

Im Olympiastadion 0:3 gegen RB Leipzig verloren und trotzdem sah die Mannschaft von Pal Dardai nicht wie ein Absteiger aus. Diese meine positive Meinung könnte die Akteure eventuell beruhigen und weiterhin sicher wähnen. Moment mal, in den Spielen zuvor sahen sie ja auch ganz gut aus, ohne die nötigen Punkte trotz positiven Verlauf einzufahren. Der Hassgegner für Hertha ist zweifelsfrei Schalke 04. Hertha weiß doch hoffentlich, was die Stunde geschlagen hat. Bei Fortsetzung der fehlenden Effektivität könnte die nächste Partie in Wolfsburg auch verloren werden. Wolfsburg ist heuer verdammt stark. Schließlich ist da unten im Keller Mainz 05 enorm erstarkt. Selbst Bielefeld könnte im ausstehenden Spiel gegen Köln punkten. Das heißt, Hertha ist bereits auf dem Relegationsplatz gelandet. Bisher kam Lars Windhorst nur ins Grübeln. Jetzt spitzt sich die Lage arg zu. Hertha könnte am Ende Arm in Arm, ausgerechnet mit Schalke, absteigen.

Was mich positiv gegen Leipzig stimmte: Hertha war dem Championsleague-Teilnehmer gewachsen, hatte anfangs sogar mehr vom Spiel. Khedira spielte von Anfang an und zeigte mit 77% gewonnener Zweikämpfe mit welch guter Fitness er zu Hertha wechselt ist. Außerdem zeigte Pal Dardais Sohn  Marton Dardai eine überzeugende Leistung in der Startformation. Was immer mal im Fußball passieren kann, so in der 28. Minute, als  Marcel Sabitzer am Sonntagnachmittag aus 32 Metern einen traumhaften „Sonntagschuss“ unhaltbar ins Hertha-Tor  beförderte. Anerkanntermaßen ein Weltklassetor. Das 0:1 hielt bis zur 71. Minute.

Die Geschichten, die der Fußball schreibt. Wenn ein Trainer einen Spieler einwechselt, der den Siegtreffer markiert, bekommt der Coach anerkennende Worte und Schulterklopfen. Diesmal geschah das Gegenteil. Kurz bevor Mukiele das 0:2 erzielen konnte, unmittelbar zuvor kam Guendouzi von der Bank für S. Khedira und ausgerechnet dieser sonst souveräne Guendouzi verlor im Strafraum den Zweikampf und damit den Ball. Der „Genickbrecher“ in dieser Partie. Orban erhöhte in der 84. Minute per Kopf auf 3:0 für Leipzig. Zuvor ließ Hertha Chancen für einen möglichen Anschlusstreffer liegen.  

Hertha muss, aber wie soll Hertha in den nächsten Spielen punkten? Augsburg erzielte gegen Bayer Leverkusen ein beachtliches 1:1, lag sogar bis zur 94. Minute 1:0 in Front. Nun, gegen Augsburg und Leverkusen muss Hertha auch noch ran. Vor Leverkusen heißt der Gegner Dortmund. Also mal der Reihe nach, erst Wolfsburg und dann Augsburg, Dortmund, Leverkusen, Mönchengladbach. Die Negativserie muss gestoppt werden. Der 1. FC Union bestand bisher die Prüfungen auch ohne Max Kruse ganz passabel. Ich weiß, das ist für Hertha kein Trost, eher im Gegenteil: Zumindest einen Berliner Verein in der Eliteliga zu haben sollte aus Hertha-Sicht nicht „Eisern Union“ sein. Wie beliebt der 1. FC Union mittlerweile in Berlin ist, dafür sprechen die gestiegenen Mitgliederzahlen im Köpenicker Verein. Erstaunlicherweise haben die Unioner auch damit die Herthaner erfolgreich überholt.

Christian Zschiedrich

Hertha verliert im Abstiegskampf und Union beschenkt den Trainer

Der 1. FC Union kann noch gewinnen. Am 22. Spieltag sorgte ein goldenes Tor von Grischa Prömel mal wieder für einen Dreier. Just an diesem Tag feierte Trainer Urs Fischer seinen 55. Geburtstag, insofern kam der Sieg zusätzlich gelegen. Eines ist so gut wie gewiss, die Hauptstadt hat in der kommenden Saison einen Platz in der Bundesliga sicher. Hinter dem zweiten Platz stehen mehr und mehr Fragezeichen.

Hertha BSC, der Verein den mehr Geld für seinen Kader ausgegeben hat, als jeder andere in der Liga, steckt tief im Abstiegskampf. Gegen RB Leipzig war trotz einer Leistungssteigerung nichts zu holen. Irgendwie soll es gelingen erstklassig zu bleiben. Mit einem Kader, der auf alles andere, als auf Abstiegskampf eingestellt war. Langsam kommen böse Erinnerungen hoch. Seit dem 14. Spieltag hat Hertha nicht mehr gewonnen, das vierte Heimspiel in Folge verloren, zuletzt gab es das unter dem Trainer Otto Rehhagel und frei nach Wilhelm Busch, Wehe, Wehe, wenn ich auf das Ende sehe.

Der Abgang von Jürgen Klinsmann war merkwürdig, hat eines bewirkt, die Bräsigkeit der Herthaführung wurde aufgebrochen, hoffentlich nicht zu spät. Wie wird sich der Investor im Falle eines Abstieges verhalten? Er wurde dazu befragt, „darüber denken wir nicht nach“, war die Antwort. Selbst Pal Dardai scheint manchmal Zweifel zu haben. So äußerte er nach der Niederlage in Frankfurt: „Das ist eine junge Mannschaft. Sie haben sie zusammengekauft und wahrscheinlich einiges vergessen.“ Gegen Leipzig war das mangelhafte Mannschaftskonstrukt erkennbar. Bis zu seiner Auswechselung bemühte Sami Khedira darum, Struktur in das Spiel zu bringen. Das Ganze hat Potenzial für die Zukunft, leider muss jetzt die Gegenwart gemeistert werden. Nur mal so, Hertha hat jetzt 40 Gegentore kassiert. Nur zwei Mannschaften haben bisher mehr kassiert, Mainz und Schalke. Werfen sie mal ein Blick auf die Tabelle. Es bleibt hier die Frage, kann dieser Kader Abstiegskampf ?

Hans-Peter Becker

Eisbären siegen – Krefeld schlussendlich auf verlorenem Posten

Die Pinguine aus Krefeld konnten auch bei Ihrem zweiten Auftritt in der Hauptstadt dem Gastgeber wenig entgegensetzen. Im Anfangsdrittel gelangen den Eisbären zwei Tore. Tor Nummer Eins fiel im Powerplay bereits nach fünf Minuten durch Christopher Foucault und in der 13. Minute war Jonas Müller mit einem Schuss aus dem Hinterhalt gegen seinen ehemaligen Mannschaftskameraden Marvin Cüpper erfolgreich. Die Statistik des 1. Drittels sprach eine deutliche Sprache, 13 zu 3 Schüsse auf das Tor zugunsten der Eisbären.

Das 2. Drittel begann mit einem Powerplay für die Pinguine, Marcel Noebels musste wegen Beinstellens auf die Sünderbank und siehe da, der Puck zappelte im Eisbären-Tor. Martin Schymanski hatte getroffen. Das Überzahlspiel ist in dieser Saison keine Paradedisziplin der Krefelder, lediglich eine Erfolgsquote von 10 % schlug bisher zu Buche. In diesem Spiel nutzten sie gleich ihre erste Chance. Der Anschlusstreffer beflügelte den Tabellenletzten. Das Spiel wurde ausgeglichener. In der 33. Minute nutzten die Eisbären erneut ein Powerplay. Diesmal überlistete Lukas Reichel den Krefelder Goalie. Den entscheidenden Pass gab Marcel Noebels, der damit in 14 Spielen in Folge scoren konnte. Er übertraf damit u.a. die Bestmarke der Eisbärenlegende Steve Walker. Das Drittel ging mit einem Unentschieden in die Pause.

Was sich im Anfangsdrittel angedeutet hatte, eine deutliche Niederlage, zeichnete sich im Schlussdrittel mehr und mehr ab. Eine doppelte Powerplay Chance ließen die Eisbären liegen. Matt White traf in der 46. Minute zum 4 : 1. Wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, hätte zwei Minuten später Lucas Lessio einen Alleingang erfolgreich abschließen können. Er scheiterte an Mathias Niederberger. So verging die Spielzeit. Krefeld steckte nie auf, die Moral stimmte, das spielerische Vermögen war dem Gegner letztlich nicht gewachsen. In der 58. Minute schlugen die Eisbären zum dritten Mal im Powerplay zu. Zachary Boychuk sorgte für das 5 : 1 und knappe 30 Sekunden vor der Schlussirene traf Kapitän Frank Hördler zum Endstand 6 : 1. Sein Assist zum 3:1 war gleichbedeutend mit seinem 315. Punkt in Deutschlands höchster Spielklasse, zudem erzielte er mit dem 6:1 sein 80. Tor in der DEL.

Hans-Peter Becker

Stimmen:

Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin)

„Ich bin sehr zufrieden, wie wir heute aufgetreten sind. Im ersten Drittel haben wir gut und kraftvoll gespielt. Im Mitteldrittel haben wir aber etwas nachgelassen, deutlich zu viele Strafen genommen und uns aus dem Rhythmus bringen lassen. Im Schlussdrittel haben wir das aber wieder besser gemacht, was auch mit den Anpassungen zusammenhing, die wir vorgenommen haben. Unser Powerplay war heute sehr gut. Wir haben solide gespielt und die Chancen genutzt, die wir bekommen haben.“

Marcel Noebels (Stürmer Eisbären Berlin):
„Mit Blick aufs gesamte Spiel war es ein verdienter Sieg, wenn auch etwas zu hoch. Vierzig Minuten haben wir gutes Eishockey gespielt. Wir sind gut ins Spiel
gekommen und auch in Führung gegangen, was sehr wichtig war. Das Mitteldrittel war nicht unser bestes Drittel, da haben wir Krefeld wieder etwas ins Spiel kommen lassen. Den Clubrekord aufzustellen macht mich stolz, ist aber Nebensache. Der Mannschaftserfolg steht im Vordergrund, aber natürlich freue ich mich sehr darüber.“

Jonas Müller (Verteidiger Eisbären Berlin):

„Mit der Mannschaftsleistung können wir heute zufrieden sein, auch wenn wir im zweiten Drittel wieder zu viele Strafen genommen und Krefeld so wieder ins Spiel gebracht haben. Im Schlussdrittel haben wir aber wieder zu unserem Spiel gefunden, Krefeld nicht wirklich eine Chance gelassen und das Spiel gut zu Ende gebracht. Gegen Köln erwartet uns ein schweres Spiel, wir wissen aber, wie wir gegen sie spielen müssen. Wenn wir uns an unseren Plan halten, haben wir gute Chancen, auch dieses Spiel zu gewinnen.“

DEL 18. Spieltag 17.02.2021 MB-Arena Berlin 18:30 Uhr
EHC Eisbären Berlin – Krefeld Pinguine 6:1 (2:0/1:1/3:0)

Aufstellungen:
Eisbären Berlin: M. Niederberger (Ancicka) – Ramage (A), Müller; Wissmann (A), Hördler (C), McKiernan; Mik – Foucault, Zengerle, Tuomie; Pföderl, Reichel, Noebels; Fiore, Boychuk, White; Labrie, Streu, Dietz; Olver – Trainer: Serge Aubin

Krefeld Pinguine: Cüpper (Quapp) – Sacher, C. Braun; Bappert, Bindulis; Gläßl, Mass; Bull – Karsums, Olson (A), L. Braun (A); Tyanulin, Blank, Schymainski (C); Lessio, Postel, L. Niederberger; Buncis, Petrakov, Shatsky – Trainer: Clark Donatelli

Torfolge:
1:0 – 04:23 – Foucault (Fiore, White) – PP1
2:0 – 12:52 – Müller (Noebels, Ramage) – EQ
2:1 – 22:26 – Schymainski (Tyanulin, Petrakov) – PP1
3:1 – 32:48 – Reichel (Noebels, Hördler) – PP1
4:1 – 45:45 – White (Ramage, Müller) – EQ
5:1 – 57:18 – Boychuk (Noebels) – PP1
6:1 – 59:31 – Hördler (Ramage, Boychuk) – EQ

Strafen: Eisbären Berlin: 8 (0, 6, 2) Minuten -Krefeld Pinguine: 14 (4, 4, 6) Minuten

Schiedsrichter: Aleksander Polaczek, Andre Schrader (Maksim Cepik, Jonas Merten)