Hertha weiter auf der schiefen Bahn und Union bleibt Eisern

Die Berliner Ausbeute war mager am 19. Spieltag der Bundesliga. In der frostigen Wuhlheide holten die Eisernen einen Punkt, wiederholten das Ergebnis vom Hinspiel und ärgerten erneut einen Champions-League Teilnehmer. Sie liefen wie die Wiesel, spulten über 6 km mehr ab als Mönchengladbach und hatten so das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite. Egal wer spielt, da steht immer eine kompakte Mannschaft auf dem Feld. In den bisherigen 19 Saisonspielen konnten nur in 4 davon nichts geholt werden. Ein Freistoß brachte die Eisernen in Front und mehr als den Ausgleich gestatteten die Eisernen nicht. Ziel war, ist und bleibt der Klassenerhalt, kann da eigentlich noch was schiefgehen?

Ein Blick zur Hertha verheißt dagegen was ganz anderes. Die Entfernung in der Tabelle zwischen den beiden wird immer größer, beträgt inzwischen 12 Punkte. Das Beben in Charlottenburg hat sich Ergebnis technisch nicht oder noch nicht niedergeschlagen. Bei der Eintracht in Frankfurt hielt die neu formierte Truppe von Pal Dardai (6 Neue in der Startformation) lange mit. Die größte Überraschung war, im Tor stand Rune Jarstein und der Routinier zeigte, dass er nichts verlernt hatte. Er hielt in der ersten Halbzeit den Kasten sauber. Hertha ging sogar in Führung. Das kleine Licht der Hoffnung bekam nur eine Minute, länger hielt die Führung nicht und in der Schlussphase wurde es bitter. Hertha verliert weiter und kommt der gefährlichen Zone der Tabelle näher. Der Relegationsplatz ist verdammt nah.

Viel Grund zum Optimismus gibt es rund um das Olympiastadion nicht. Es könnte sogar richtig bitter werden. Der nächste Gegner heißt Bayern München. Die Eisernen müssen nach Mainz und sollten sie dort punkten, käme das dem Ortsrivalen nicht ungelegen.

Hans-Peter Becker

Eine offene Rechnung

Zwei Niederlagen mussten die BR Volleys in der Bundesliga-Hinrunde einstecken. Die erste Gelegenheit, sich für eine davon zu revanchieren, konnten die Hauptstäter am Mittwochabend beim 1:3 gegen den VfB Friedrichshafen nicht nutzen. Die zweite bietet sich nun schon am Sonntag (31. Jan um 16.00 Uhr) gegen die Volleyball Bisons Bühl. Mit einem Heimsieg wollen die Berliner ihre Verfolger aus Düren in der Tabelle auf Abstand halten.

Fünf Spieltage sind für die BR Volleys in der Bundesliga-Hauptrunde noch zu gehen. Fünf Spieltage, in denen es darum geht, Platz zwei zu sichern und somit im Entscheidungsmatch eines möglichen Playoff-Halbfinals den Heimvorteil zu haben. Dabei sitzen die SWD powervolleys Düren dem Team von Coach Cedric Enard im Nacken. Die Rheinländer haben zwar drei Punkte, jedoch auch ein Spiel weniger auf dem Konto. „Nach der Niederlage gegen Friedrichshafen können wir Platz eins abschreiben, unseren zweiten Rang wollen wir aber unbedingt halten“, sagt Samuel Tuia, wichtiger ist ihm jedoch: „Jetzt, wo wir endlich nahezu komplett sind, müssen wir unsere beste Formation finden und einspielen.“ Dabei hat der französische Außenangreifer vor allem das in Sichtweite liegende, zweite Champions-League-Turnier in Kasan (vom 09. bis 11. Feb) im Visier. Dort in Topverfassung anzutreten, ist das übergeordnete Ziel, auf das Tuia & Co hinarbeiten.

Gleichzeitig will man eben den aktuellen Tabellenplatz in der Bundesliga festigen. Dazu muss die Revanche gegen die „Bisons“, die im November die bis dahin eineinhalb Jahre andauernde nationale Siegesserie der BR Volleys beendeten, glücken. Auf Bühler Seite fehlt derzeit der Mann, der den Berlinern im Hinspiel (1:3) am heftigsten zusetzte. Außenangreifer Tomas Lopez zählt zu den Entdeckungen dieser Bundesliga-Saison, beeindruckt mit Topwerten in allen Bereichen. Der Argentinier zog sich allerdings Anfang dieses Jahres eine Fraktur des Mittelfußknochens zu und wird seitdem von Tim Stöhr ersetzt. Ohne ihren auffälligsten Akteur gelang den Bühlern in 2021 noch kein Sieg (0:3 vs. Friedrichshafen, 1:3 vs. Netzhoppers). Den hat das Team von Trainer Alejandro Kolevich aber sicher beim VC Olympia eingeplant, wo man schon am Samstag gastiert (30. Jan um 19.00 Uhr). Alles andere als drei Punkte gegen die VCO-Nachwuchstalente könnte die „Bisons“ beim Kampf um die Endrunde zurückwerfen. Nach vier Spieltagen noch ungeschlagen an der Tabellenspitze, muss man im Schwarzwald inzwischen um den Playoff-Einzug zittern (19 Punkte und 8. Platz).

„Das Ergebnis aus dem Hinspiel ist für uns Motivation genug. Wir wollen beweisen, dass wir diesen Gegner bezwingen können“, sagt Samu Tuia über das zweite Heimspiel in dieser Woche. Obwohl das 1:3 gegen den VfB Friedrichshafen die Baustellen im BR Volleys Spiel aufzeigte, verlief die Rückkehr von Diagonalangreifer Benjamin Patch verheißungsvoll. Dieser stellte zwei Sätze lang unter Beweis, wie wichtig er für die Berliner ist. Das hat auch Tuia, ebenfalls von der Bank gekommen, bemerkt: „Ben hat enorme Energie in unser Spiel gebracht. Wir sind aktuell beide sicher noch nicht bei 100 Prozent, aber das wird kommen. Nur gemeinsam sind wir stark“, schwört das Kraftpaket sich und seine Mitspieler für die Chance zur Revanche ein.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Eisbären bleiben zu Hause weiter ungeschlagen

Die Serie hält, auch die Iserlohn Roosters, die sich erstmals in der neuen Saison in Berlin vorstellten, konnten die Eisbären nicht bezwingen. Ein frühes Tor durch Leo Pförderl in der 6. Minute konnten die Gäste nur knapp drei Minuten später ausgleichen und hatten in der 11. Spielminute das Spiel gedreht. Joseph Whitney traf in Überzahl für die Roosters. In der DEL-Statistik, was den Erfolg bei Überzahlspielen anzeigt, rangieren die Iserlohner aktuell auf Platz 4, 27,08 % ihrer Überzahlspiele endeten mit einem Torerfolg. Die Eisbären haben da Nachholbedarf, zum Vergleich: Platz 6 und eine Erfolgsquote von 21,43 %.

Der Puck zappelte im Anfangsdrittel erneut im Eisbären-Tor. Die Roosters gewinnen das Bully vor dem Eisbären-Tor und Casey Bailey zog ab mit einem mächtigen Schlagschuss. Auf dem Eis wurde auf Tor entschieden, der Videobeweis brachte eine Revision. Mathias Niederberger hatte reklamiert. Torraumabseits war es nicht, aber eine unzulässige Behinderung des Goalies soll vorgelegen haben. Da hatten sie ein bisschen Glück, das Tor hätte auch zählen können.

Im Mittelabschnitt drehten die Eisbären mächtig auf und übernahmen erneut die Führung im Spiel mit einem Doppelschlag in der 31. und 34. Minute. Es blieb spannend bis in die Schlussphase. Erst in der 59. Minute machte Mark Zengerle mit seinem Treffer zum 4:2 ins leere Tor alles klar. Der Sieg war insgesamt verdient. Die Eisbären steigerten sich nach dem 1. Drittel. Erstmals wirkte bei den Eisbären Neuzugang Zachary Boychuk mit. Er kam als Center der dritten Sturmreihe zusammen mit Matthew White und Giovanni Fiore zu Einsatz. Bei seiner Premiere im Eisbärentrikot war er exakt 17:01 Minuten bei 24 Wechseln auf dem Eis. Der inzwischen 31-jährige Kanadier spielte zuletzt in der Schweiz und kann auf die Erfahrung von 127 Spielen in der NHL verweisen.

Für sie Eisbären geht es am Sonntag, 31. Januar auswärts in Wolfsburg weiter.

Hans-Peter Becker

Stimmen:

Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin): „Die ersten vier bis fünf Minuten waren durchaus in Ordnung, danach sind wir etwas nachlässig und zu leichtfertig geworden. In der Drittelpause haben wir dann ein paar Veränderungen vorgenommen und sind deutlich besser aus der Kabine gekommen. Im zweiten und dritten Drittel haben wir als Team wunderbar funktioniert. Mit dem Ausgang des Spiels bin ich zufrieden, auch wenn die ersten Minuten noch Optimierungspotenzial hatten.“

Lukas Reichel (Stürmer EisbärenBerlin): „Das war ein verdienter Sieg. Wir haben gut und diszipliniert gespielt. Wir haben es Iserlohn schwergemacht, gut Druck erzeugt und hart gespielt. Mathias Niederberger war stark heute und hat die Chancen der Roosters vereitelt.“

Zach Boychuk (Stürmer Eisbären Berlin): „Ich habe mich gut gefühlt. Das Training gestern hat mir sehr geholfen. Das Zusammenspiel in unserer Reihe hat mit gut gefallen und ich hatte einige Chancen. Der Schlüssel zum Erfolg war unser aggressives Spiel, wir haben Iserlohn kaum Zeit gelassen, haben viele Puckverluste kreiert, viele Schüsse abgegeben und zweite Chancen bekommen. So müssen wir spielen.“

DEL 13. Spieltag 28.01.2021 18:30 Uhr MB-Arena Berlin

Eisbären Berlin – Iserlohn Roosters 4:2 (1:2, 2:0, 1:0)

Aufstellungen:

Eisbären Berlin: Niederberger (Ancicka) – McKiernan, Espeland; Ramage (A), Müller; Wissmann (A), Hördler (C); Mik – Foucault, Zengerle, Tuomie; Pföderl, Reichel, Noebels; Fiore, Boychuk, White; Labrie, Streu, Dietz – Trainer: Serge Aubin

Iserlohn Roosters: Jenike (Schwendener) – Ankert, Baxmann; Johnston, Raymond; Buschmann; Orendorz; Proske – Aubin, Raedeke, Friedrich; Jentzsch, Grenier, Whitney; Bailey, Sutter, Lowry; Fleischer, Weidner, Lautenschlager – Trainer: Jason O’Leary

Torfolge

1:0 – 05:27– Pföderl (Noebels, Espeland) – EQ
1:1 – 08:23 – Johnston (Raymond, Friedrich) – EQ
1:2 – 10:09 – Whitney (Raymond, Grenier) – PP1
2:2 – 31:13 – Foucault (Zengerle, Müller) – EQ
3:2 – 33:49 – Fiore (McKiernan, Foucault) – PP1
4:2 – 58:15 – Zengerle (Tuomie) – EQ/EN
Strafen: Eisbären Berlin: 10 (6, 2, 2) Minuten – Iserlohn Roosters: 16 (6,4,6) Minuten

Schiedsrichter: Gordon Schukies, Bastian Steingross (Maksim Cepik, Wayne Gerth)

Friedrichshafen gewinnt in Berlin

Die Siegesserie der BR Volleys in der Volleyball Bundesliga ist gerissen. In einem packenden Spiel unterlagen die Hauptstädter am Mittwochabend einem starken VfB Friedrichshafen mit 1:3 (22:25, 27:29, 25:23, 22:25). Während die Berliner in der Tabelle nun auf Verfolger Düren schauen müssen, können die Häfler mit acht Punkten Vorsprung für die Playoffs mit Platz eins planen.

Es war alles angerichtet für einen spannenden Volleyball-Abend in der Max-Schmeling-Halle und live auf SPORT1: Mit Unterstützung des „Sponsor des Tages“, der Berlin Recycling GmbH, und großer Beteiligung der Fans stand eine Wand von 400 Pappaufstellern für dieses „Duell der Giganten“ hinter dem BR Volleys Team. Coach Cedric Enard gab gegenüber dem Spiel in Giesen Cody Kessel den Vorzug im Außenangriff, sein Landsmann Benjamin Patch war zurück im Kader, stand aber noch nicht in der Startformation.

Das Match begann eines Spitzenspiels würdig mit zunächst stabilem Angriffsspiel aus der eigenen Annahme. Auf beiden Seiten setzten die Diagonalangreifer die ersten Ausrufezeichen. Linus Weber donnerte teilweise spektakulär Ball um Ball ins Berliner Feld (9:10), bis Davy Moraes mit zwei Assen eine Antwort gab (12:11). Insgesamt zeigte sich der VfB allerdings etwas sicherer – und das obwohl mit Dejan Vincic der etatmäßige Zuspieler fehlte und von US-Boy Joseph Worsley vertreten wurde. Eine Aufschlagserie des Kubaners Fiel brachte die Berliner unter Zugzwang (12:16, 15:21). Obwohl das Aufbäumen, beispielsweise durch den ersten Éder-Block gegen Weber (18:22), vorhanden war, sicherte sich Friedrichshafen den Auftaktsatz (22:25).

In Durchgang zwei ließen sich die Hauptstädter nicht vom Tabellenführer abschütteln und profitierten vermehrt von Fehlern der Gäste (16:14). Trotz eines aus VfB-Sicht extrem wichtigen Asses von Mote (23:23), erarbeiteten sich die BR Volleys den ersten Satzball. Dieser blieb jedoch ungenutzt und mit einem One-Hand-Block gegen Carle ließ erneut Mote die Gäste jubeln (27:29). Mit Benjamin Patch auf der Platte und einem 4:0-Lauf starteten die Hausherren in Satz drei, wurden aber zügig vom VfB wieder abgefangen (5:5). Der Berliner Block bekam den späteren MVP und Topscorer Weber weiter nicht in den Griff (9:11), dann kam Tuia für Kessel ins Spiel und nach einer Aufschlagserie von Worsley auch Denys Kaliberda (13:17). Als der VfB sich schon im Ziel wähnte (21:23), brachte Kaliberdas Service die Gastgeber zurück (23:23) und zwei Blockpunkte später war zumindest ein Satzgewinn perfekt (25:23).

Die Berliner nahmen den Schwung mit, spielten im Aufschlag ihr vielleicht bestes Saisonspiel und lagen nach einem Patch-Ass in Satz vier erneut vorn (12:10). Dann trumpfte allerdings erneut Weber auf, blockte gegen Tuia zum Ausgleich (17:17), servierte das Ass zum 20:22 und verwandelte wenig später auch den Matchball zum verdienten Auswärtssieg der Häfler (22:25). Friedrichshafen setzt sich mit dem Erfolg an der Tabellenspitze auf acht Zähler ab.

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Friedrichshafen ist momentan in einem guten Rhythmus. Wir waren heute einfach zu instabil und nicht effizient genug, um gegen so ein Team erfolgreich zu sein. Ben hat noch nicht viel trainiert, aber direkt gezeigt, wie wichtig er ist. Das Gleiche gilt für Samu, der mit seinem Mindset vorangeht.“

Benjamin Patch: „Diese Saison ist einfach schwierig. Ich hoffe sehr, dass wir ab jetzt verletzungsfrei bleiben. Wir müssen ruhig und geduldig bleiben, um unseren eigenen Rhythmus zu finden. Den hatten wir in der kompletten Saison noch nicht. Das Spiel von heute kann uns dabei sehr helfen, wenn wir die aggressiven Emotionen mitnehmen.“

Michael Warm: „Ich bin sehr stolz auf unsere Leistung. Wir haben heute gut gespielt, obwohl wir im Zuspiel umbauen mussten. Nach den vielen Siegen hat die Mannschaft das Selbstvertrauen dafür. Berlin hatte viel mit Verletzungen zu kämpfen, da ist es momentan für uns sicherlich einfacher. Linus ist ein sehr wichtiges Puzzleteil, das sehr gut von unseren Zuspielern eingesetzt wird. Er entwickelt sich von Woche zu Woche hervorragend.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel und Timothée Carle (AA), Anton Brehme und Éder (MB), Sergey Grankin (Z), Davy Moraes (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Denys Kaliberda, Renan Michelucci, Samuel Tuia

Topwerte
Timothée Carle 14 Punkte, 4 Blocks
Benjamin Patch 12 Punkt, 2 Asse
Samuel Tuia 3 Blocks, 62 % positive Annahme

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Crona und Finanzen – 1. FC Union macht 7 Millionen Minus

Die Mitgliederversammlung des 1. FC Union konnte nur virtuell stattfinden. Zunächst verlegt, in der Hoffnung doch noch zu einer Präsenzveranstaltung zusammenkommen zu können, mussten nun link’s an die Vereinsmitglieder verschickt werden. Aktuell hat der Verein 37.417 Mitglieder, 3.803 davon loggten sich ein, beteiligten sich und bekamen die Informationen aus erster Hand.

Leider passt die sportliche Bilanz nicht zu der finanziellen. Präsident Dirk Zingler war kurzfristig aus dringenden persönlichen Gründen verhindert, so hielt Präsidiumsmitglied Oskar Kosche den Rechenschaftsbericht. „Die Bereitschaft, die spürbaren Einnahmerückgänge gemeinsam zu tragen, war beeindruckend. Ob Mitglieder, Mitarbeiter, Partner, Banken und Sponsoren – alle haben dazu beigetragen, dass die vergangene Spielzeit sportlich erfolgreich mit dem Klassenerhalt beendet werden konnte. Sportlicher Erfolg, das haben die letzten Jahre bewiesen, ist die wichtigste Komponente, um auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein. In diesem Fall bedeutet das, dass wir trotz eines negativen Betriebsergebnisses die nötigen Voraussetzungen schaffen konnten, um das Ziel Klassenerhalt in der Bundesliga erneut mutig und selbstbewusst in Angriff zu nehmen.“ Corona hat den Wachstumskurs jäh unterbrochen und ein Loch von 7,44 Millionen in den Etat gerissen. Insgesamt erwirtschaftete der Verein im Aufstiegsjahr, in der Saison 2019/20 70,40 Millionen Euro, musste allerdings Ausgaben in Höhe von 77,84 Millionen Euro stemmen. In der BZ wurde Kosche dazu mit den Worten zitiert: „Bilanziell betrachtet ist die Arbeit von zehn Jahren innerhalb von dreieinhalb Monaten vernichtet worden.“ Trotz des Schuldenstandes wird, auch eine Aussage Kosches, wird der Verein in der Lage sein, „die fälligen Verbindlichkeiten fristgemäß zu bedienen.“

Die Pandemie hat die Eisernen in der stabilsten Phase der Vereinsgeschichte getroffen. Weitere Einsparungen bei den Spielergehältern und in anderen Bereichen sind zunächst nicht geplant. Geholfen hat der Transfer von Stürmer Sebastian Andersson zum 1. FC Köln, der inoffiziell etwa 6 Millionen gebracht haben soll.

Für die gerade laufenden Saison, die bereits unter Corona-Bedingungen geplant wurde, wird mit Erträgen von voraussichtlich 77,79 Mio. Euro und Ausgaben von 77,75 Mio. Euro gerechnet. Am Ende soll wieder ein kleiner Überschuss von stehen.

Zur Sprache kamen in der Versammlung Fragen zum Stand der Dinge beim Stadionausbau und Neubau des Nachwuchsleistungszentrums.

Das seit 2017 laufende vorhabenbezogene Bebauungsplanverfahren zur Erweiterung des Stadions An der Alten Försterei konnte noch nicht abgeschlossen werden. Über die zukünftige verkehrliche Erschließung im Bereich des ÖPNV sowie die Erörterung hierzu notwendiger Übergangsregelungen ist bislang noch keine abschließende Einigung erzielt worden. Der Erhalt des angestrebten Planungsrechts erscheint aber bis zum Ende des Jahres 2021 möglich.

Bei der Errichtung des zentralen Nachwuchsleistungszentrums am Köpenicker Bruno-Bürgel-Weg ist mit der Unterzeichnung des Erbbaupachtvertrages im Dezember 2020 ein entscheidender Schritt gelungen. Ein Baubeginn ist nach Erteilung der notwendigen Baugenehmigungen im Sommer 2021 realistisch.

Am Tag zuvor, am Dienstag, 26. Januar fand die Hauptversammlung der Stadionsbetriebs AG statt. Wie die Mitgliederversammlung konnten auch die Aktionäre lediglich virtuell zusammenkommen. Bis zu 7.197 Stimmen waren durch die im System angemeldeten Aktionäre, deren Bevollmächtigte sowie durch die Inanspruchnahme des Stimmrechtsvertreters der Gesellschaft vertreten und stimmten allen Anträgen der Tagesordnung mit deutlicher Mehrheit zu. So wurden Vorstand und Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2019/20 entlastet und der Jahresfehlbetrag der Gesellschaft in Höhe von 605.299,66 Euro auf neue Rechnung vorgetragen. Ein Verlust war somit auch in diesem Bereich zu verzeichnen. Dieser Betrag deckt sich mit Mietminderungen vonseiten des Vereins verursacht durch die Geisterspiele.

Hans-Peter Becker

Niederlage in Düsseldorf

Auswärts ist in dieser Saison bisher nicht das Ding für die Eisbären Berlin. Schon gar nicht in Düsseldorf, ging das erste Spiel knapp am 11. Januar in der Overtime verloren, kamen die Eisbären dieses Mal mit leeren Händen vom Rhein zurück. Sie unterlagen der Düsseldorfer EG mit 3:5 in der regulären Spielzeit. Durch diese Niederlage rutschen die Eisbären von der Tabellenspitze auf Rang drei der Gruppe Nord ab.

Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin): „Es war gefühlt das Gegenteil unseres Spiels gegen Düsseldorf vor zwei Wochen. In den ersten beiden Dritteln haben wir nicht mitgespielt und sind nur hinterhergelaufen. In den letzten 20 Minuten gab es einige positive Aspekte, da haben wir dagegengehalten. Aber natürlich sind wir mit dem Spiel nicht zufrieden, das war nicht gut genug.“

Jonas Müller (Verteidiger Eisbären Berlin): „Wir sind zeitweise zu wenig gelaufen, haben kein gutes Forechecking gespielt und dem Gegner zu viel Zeit gelassen. Dadurch ist Düsseldorf gut ins Spiel gekommen. Im zweiten Drittel kamen wir kaum aus unserer Zone heraus und hatten wenige Chancen. In den ersten vierzig Minuten hatten wir nur zehn Schüsse aufs Düsseldorfer Tor, das ist eindeutig zu wenig. Im nächsten Spiel wollen wir das auf jeden Fall wieder besser machen.“

Stefan Espeland (Verteidiger Eisbären Berlin): „Wir hatten einen schlechten Start ins Spiel und vor allem das zweite Drittel war unterirdisch. Wir waren nicht aggressiv genug und haben fast jede 1:1 Situation verloren. Um ein Team wie Düsseldorf zu schlagen, müssen wir unser Potenzial über die gesamten 60 Minuten abrufen. Im Schlussdrittel wurde es besser und der Ausgleich wäre auch möglich gewesen, aber jetzt müssen wir mit der Vorbereitung auf das nächste Spiel beginnen.“

Während des Spiels verletzten sich Mark Olver und Haakon Hänelt. Olver, der als Center der 1. Reihe eingesetzt war, zog sich eine tiefe Risswunde an der Wade zu und musste genäht werden. Nachwuchsmann Hänelt bekam Probleme mit dem Knie. Beide Spieler werden eine Pause benötigen.

Weiter geht es für die Eisbären am kommenden Donnerstag, 28.01.2021 in Berlin, ab 18:30 Uhr der Gegner sind die Iserlohn Roosters.

Hans-Peter Becker

DEL Gruppe Nord 12. Spieltag 25.01.2021 20:30 Uhr ISS Dome Düsseldorf

Endergebnis:

Düsseldorfer EG – Eisbären Berlin 5:3 (2:2, 2:0, 1:1)

Aufstellungen:

Düsseldorfer EG: Pantkowski (Hane) – Jensen (A), Cumiskey; Ebner, Nowak (A); Zanetti, Johannesen; Geitner – Alanov, Olimb, Fischbuch; Ehl, Barta (C), Flaake; Karachun, Carey, From; Jahnke, Eder – Trainer: Harold Kreis

Eisbären Berlin: Niederberger (Ancicka/24.) – Wissmann (A), Mik; Ramage (A), Müller; McKiernan, Hördler (C); Espeland – Foucault, Olver, Tuomie; Fiore, Zengerle, White; Pföderl, Reichel, Noebels; Dietz, Kinder, Hänelt – Trainer: Serge Aubin

Torfolge:

1:0 – 01:05 – Barta (Ehl, Nowak) – EQ

1:1 – 03:29 – Foucault (Tuomie, Olver) – EQ

1:2 – 08:59 – Pföderl (Noebels) – EQ

2:2 – 09:48 – Barta (Pantkowski) – EQ

3:2 –23:06 – Eder -EQ

4:2 – 32:17 – Jensen (Alanov, Fischbuch) EQ

4:3 – 44:10 – Müller (Noebels, Pförderl) EQ

5:3 – 59:40 – Barta (Fischbuch, Alanov) EQ-EN

BBSC entführt zwei Punkte von der Elbe

Der BBSC Berlin holte sich mit dem 3:2-Auswärtserfolg in Hamburg den ersten Sieg nach der langen Coronapause.

Das gestrige Ligaspiel konnten die Berliner Fans dank sporttotal-Stream und engagierten Hamburgern mit zwei Kameras und Originalkommentar aus der Halle am heimischen PC genießen. Genießen vor allem deshalb, weil nach der langen Pause die Fortschritte der Mannschaft im Zusammenspiel klar erkennbar waren.

Während Hamburg in den ersten beiden Sätzen noch das Spielgeschehen insbesondere mit dem starken Aufschlagspiel und ein paar Fehlern zu viel auf Berliner Seite für sich entscheiden konnte, drehte der BBSC mit Beginn des 3. Satzes das Spiel. Ab diesem Zeitpunkt gelang Hamburg keine Führung mehr und die Automatismen auf Berliner Seite funktionierten immer besser. Nicht nur im Abwehrspiel, sondern auch in den Angriffen ließ man die Gastgeberinnen mit der Zeit verzweifeln: Die Hamburger Angriffsbälle wurden von der strukturierten Abwehr immer wieder weggekratzt und eigene Angriffe nun auch mit größerer Sicherheit durchgebracht. Der schnelle Erfolg im 5. Satz war dann Konsequenz der zwischenzeitlich erreichten Überlegenheit.

„Ein wirklich schöner Erfolg, den sich die Mannschaft voll verdient hat“ strahlte BBSC-Trainer Robert Hinz. „Natürlich wünsche ich uns, dass die im 2. Satz dem Anschein nach schwer verletzte Antonia Lutz bald wieder mit uns auf dem Feld stehen kann, aber jetzt werden erst einmal die ärztlichen Untersuchungen zeigen, wie schwer ihre Knieverletzung tatsächlich ist.“

Die MVP-Titel wurden von den Trainern Annalena Grätz sowie Louisa Grams verliehen.

Für die Berlinerinnen geht es planmäßig am kommenden Wochenende mit einem Doppelspieltag weiter: Am Samstag trifft die Mannschaft in Bonn auf die Fortuna, ehe es am Sonntag 250 km entfernt in Emlichheim erneut um Punkte geht.

Eimsbütteler TV Hamburg – BBSC Berlin              2:3 (20, 20, -19, -18, -6)

Für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Isabel Böttcher, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Stephanie Utz, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Laura Walsh

Quelle: BBSC Berlin/Burkhard Kroll

BR Volleys – Auswärtssieg in Gießen

Acht Matchbälle benötigten die BR Volleys am Samstag, 23.01.2021, um sich bei den Helios Grizzlys Gießen durchzusetzen. Gegen bestens aufgelegte Gastgeber erlebten die Berliner eine Berg- und Talfahrt, die mit einem packenden Tiebreak und einem 3:2-Auswärtssieg (25:19, 24:26, 25:17, 21:25, 24:22) endete. Weil der VfB Friedrichshafen parallel 3:0 gegen den TSV Unterhaching gewann, vergrößerte sich der Rückstand auf den Tabellenführer vor dem direkten Duell am Mittwoch auf fünf Punkte.

Cheftrainer Cedric Enard bot nach einer guten und vor allem schmerzfreien Trainingswoche sowohl Sergey Grankin als auch Samuel Tuia in der Hildesheimer „Grizzly-Höhle“ von Beginn an auf. Anton Brehme und Julian Zenger kehrten ebenso gegenüber dem VCO-Spiel in die Startformation zurück, für Benjamin Patch kam ein Einsatz nach seinem Außenbandanriss noch zu früh.

Rückkehrer Grankin dirigierte seine Mannschaft im ersten Satz, als wäre er nie weg gewesen. Mit dem russischen Regisseur lief das eigene Sideout-Spiel flüssig, während die Berliner im Aufschlag noch ihren Rhythmus suchten. Tuia gelang das erste wichtige Ass (13:10) und wenn Abwehraktionen glückten, münzte man diese konsequent in Breakpunkte um (17:13, 22:17). Nachdem der erste Satz mit 25:19 souverän an die BR Volleys ging, wurde es ab dem zweiten Durchgang deutlich umkämpfter. Die Gießener steigerten sich im Aufschlag und das Resultat waren ständige Führungswechsel (7:8, 12:10, 13:14). Spätestens beim Zwischenstand von 18:20 waren die Berliner gefordert. Die Chance zum Ausgleich ließ man allerdings bei einem Missverständnis sträflich liegen, als im Zuge des Doppelwechsels mit Cody Kessel und Pierre Pujol kurzzeitig kein Zuspieler auf dem Court stand (20:22). Zwei Satzbälle wehrten die Gäste dennoch erfolgreich ab, dann schlug Davy Moraes zweimal in den Grizzlys-Block und Gießen verdiente sich den ersten Satzgewinn (24:26).

In Satz drei ersetzte Denys Kaliberda im Außenangriff Tuia und die Hauptstädter fanden ihren Spielfluss wieder. Ein Moraes-Ass sorgte für die beruhigende 13:9-Führung und auf dem Weg zum nächsten Satzgewinn drehte der spätere MVP Timotheé Carle so richtig auf (20:14, 25:17). Nach drei Sätzen beendete Kapitän Grankin seinen Arbeitstag und Pujol übernahm. Der Franzose musste bei schwächelnder Annahme zwar viel laufen, war aber auch gleich zweimal im Block zur Stelle (5:5, 12:11). Dennoch wurde der vierte Durchgang zur Analogie des zweiten. Nach einem intensiven Hin und Her gelang den Gastgebern der erneute Satzausgleich und damit der erste Punktgewinn gegen die Männer in Orange (21:25). Tiebreak also, und in dem stand es durchgängig Spitz auf Knopf. Der inzwischen eingewechselte Cody Kessel – diesmal als Außenangreifer – drehte auf und besorgte im Entscheidungssatz Punkt um Punkt (8:8, 13:13). Beim achten Berliner Matchball in einer teilweise hektischen Schlussphase stand der BR Volleys Dreierblock schließlich zum hart erkämpften Auswärtssieg (24:22).

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Samus und Sergeys Comebacks waren vielversprechend, aber es fehlten noch die letzten Automatismen. Wir haben gut begonnen, ab dem zweiten Satz ließ dann die Durchschlagskraft nach. Gießen hat gut gespielt und von uns war es zu wenig, um schließlich drei Punkte mitzunehmen. Volleyball ist eben oft ein Auf und Ab, aber wir hatten heute zu viele Tiefpunkte. Letztlich hat die Moral aber gestimmt, dennoch müssen Mittwoch deutlich besser sein, wenn wir gegen Friedrichshafen eine Chance haben wollen.“

Anton Brehme: „Der erste Satz war gut, nach dem zweiten Satz wurde es dann ein Kampf. Wir konnten uns im Angriff nicht durchgängig durchsetzen, aber am Ende haben wir gewonnen. Das ist wichtig. Wir haben im Tiebreak richtig gekämpft und eine gute Mentalität gezeigt. Das müssen wir gegen Friedrichshafen mitnehmen. Für dieses Match müssen wir konzentrierter im Aufschlag werden und mit Spaß spielen. Dann kann es auch gegen den Tabellenführer etwas werden.“

BR Volleys Formation
Samuel Tuia und Timothée Carle (AA), Anton Brehme und Éder (MB), Sergey Grankin (Z), Davy Moraes (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Pierre Pujol, Cody Kessel, Denys Kaliberda, Renan Michelucci

Topwerte
Timothée Carle 23 Punkte, 2 Asse, 57 % positive Annahme
Davy Moraes 17 Punkte, 2 Blocks
Anton Brehme 13 Punkte, 4 Blocks, 90 % Angriffsquote
Cody Kessel 9 Punkte, 82 % Angriffsquote

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Das Ende von Preetz und Labbadia

Am Sonntag, 24.01.2021 exakt um 11:33 Uhr war es offiziell:

Nach den enttäuschenden Ergebnissen und der negativen sportlichen Entwicklung der vergangenen Wochen hat sich das Präsidium von Hertha BSC nach eingehenden Beratungen dazu entschlossen, sich mit sofortiger Wirkung von Geschäftsführer Sport Michael Preetz zu trennen.

Bis zum Ende der Saison wird Arne Friedrich in seiner Funktion als Sportdirektor die Verantwortung im sportlichen Bereich bei Hertha BSC übernehmen.

Ebenso ist Hertha BSC zu dem Entschluss gekommen, sich von Trainer Bruno Labbadia zu trennen.

Ein Nachfolger wurde noch nicht benannt.

Nur kurze Zeit nach dem 1:4 im Samstag Top-Spiel gegen Werder Bremen kam zuerst von „Bild am Sonntag“  die Meldung: „Hertha trennt sich von Trainer Labbadia“. Michael Preetz „wackele“ noch. Doch es dauerte gar nicht lange, bis verkündet wurde, dass auch Preetz nicht mehr Manger der Hertha ist. Sein letztes Interview als Manager des Hauptstadtclubs, hatte ich mit Interesse verfolgt und was Preetz sagte, fand ich nachvollziehbar und gut. Immerhin 25 Jahre bei diesem Club, das ist  eine lange Zeit, auch wenn er in der Führungsposition die Rückendeckung des Präsidenten benötigte. Das ist aber oft praktizierte Kunst.

 Plötzlich empfand ich Mitleid mit Michael Preetz. Zuvor war ich von der Ehrlichkeit des Trainers Bruno Labbadia im Interview mit Florian Zschiedrich angetan. Zum Spielverlauf gefragt, antwortete er, keine Argumente mehr für die Fehltritte zu haben. Allerdings bezog, dass der eine oder andere Journalist als allgemeine Aussage für die künftige Entwicklung. Dabei war ganz klar, mit welcher Intensität weiter gearbeitet werden soll, um endlich erfolgreich zu sein. Ein ganz anderes Paar Schuhe.

Wenn schon das Thema Ehrlichkeit genannt ist, dann ziehe ich den Hut vor den Hertha-Fans, die in der Pandemie vor dem Spiel vor dem Stadion demonstrierten und sehr bemüht waren, die Corona-Regeln einzuhalten. Außerdem wurde deutlich, dass sie Labbadia keine Schuld an der Misere geben, im Gegenteil, sie schienen ihn zu mögen. Es waren nicht etwa nur junge Anhänger, sondern gestandene Männer in Sorge um ihren Verein. Ein 40jähriges Mitglied wünschte sich spontane Veränderungen in der Führung und die Gesamtheit drückte auch plakativ aus: „Preetz es reicht“!

Man stelle sich vor, Hertha hätte nur wieder den Trainer entlassen. Bestimmt hätte Hertha wohl die größte Revolte in ihrer Vereinsgeschichte  und eine düstere Zukunft erlebt.  Die Demonstration war natürlich angemeldet und genehmigt – für zunächst 70 Personen. Es wurden 250, die sich zur Freude der Ordnungshüter mit Anstand an Abstand hielten. In der aktuellen Woche vorm Auswärtsspiel in Frankfurt werden den Herthanern viele negative Berichte zu Augen und Ohren kommen. Es war ja auch ein ereignisreicher Tag mit ersten drastischen Konsequenzen.

Garantiert wird spekuliert, war das Ende von Labbadia und Preetz ein Vorstandsbeschluss? Wer hat dafür gesorgt? War es der Präsident oder hat er nur vorzeitig mit Carsten Schmidt dem Michael Preetz gerade rechtzeitig einen Vorgesetzten vor die Nase gesetzt? Vielleicht überschlagen sich die Entscheidungen. Mich würde interessieren, was kostet der Rausschmiss von Labbadia und Preetz aus ihren Ämtern. Pal Dardai als Nachfolge-Coach halte ich als die beste Lösung, dann aber nicht nur als Interims-Trainer.  

Christian Zschiedrich

Fotos: © 2021 Christian Zschiedrich

Eisbären gewinnen Spitzenspiel

Nach zwei gespielten Dritteln stand es 0:0 und die Eisbären schienen mehr und mehr den Spielfaden zu verlieren. Im Eishockey kann es passieren, dass das Momentum wechselt. In der 47. Minute war der Puck im Tor der Gäste. Marcel Noebels reagierte am schnellsten in einer unübersichtlichen Situation vor dem Kasten. Das überraschende Tor verlieh den Eisbären Flügel, den Rest besorgte Goalie Mathias Niederberger, der hinten dicht hielt. Er feierte seinen dritten Shutout in dieser Saison. Dafür musste er gegen Bremerhaven 42 Schüsse abwehren, sein Gegenüber Thomas Pöpperle bekam nur 23 Schüsse auf sein Tor, davon ließ er einen passieren und einmal konnte er nur von der Bank aus zusehen.

Leo Pföderl machte 54 Sekunden vor der Schlusssirene alles klar und traf ins leere Tor. Glücklicher konnte es für die Eisbären nicht laufen. Eine deutliche Steigerung im Schlussabschnitt brachte Sieg. Verteidiger Ryan McKiernan sprach von einem harten Stück Arbeit. Ob es auch eine Rolle gespielt haben könnte, dass es das dritte Spiel in fünf Tagen war? Ich weiß es nicht, war die Antwort. Auf dem Eis haben wir jedenfalls alles reingeworfen, was ging. Letztlich zählt das Ergebnis und gewonnen ist gewonnen, kann man da nur ergänzen.

Für die Eisbären geht es am Montag, 25. Januar auswärts in Düsseldorf weiter. Insgesamt stehen im Monat Januar noch 3 Spiele auf dem Programm.

Hans-Peter Becker

Stimmen

Mathias Niederberger (Torhüter Eisbären Berlin): „Bremerhaven war heute sehr stark, wir standen defensiv aber sehr kompakt und haben hinten dichtgemacht. Wir hatten die nötige Geduld, etwas Glück in Führung zu gehen und das Spiel dann zu gewinnen. Das zeigt dann auch unsere Heimstärke.“

Marcel Noebels (Stürmer Eisbären Berlin): „Das Spiel haben wir uns natürlich anders vorgestellt, die ersten beiden Drittel haben wir nicht gut gespielt. Aber das Wichtigste ist, dass wir gewonnen haben und unsere Lehren aus diesem Spiel ziehen. So dürfen wir nicht noch einmal spielen, normalerweise verlierst du so eine Partie. Wir haben dann zum Glück zum richtigen Zeitpunkt das Tor geschossen und sind in der Folge auch wieder etwas besser ins Spiel gekommen.“

Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin): „Das war ein hartes Spiel, Bremerhaven war heute Abend sehr gut aufgelegt. Wir haben die ersten fünf bis acht Minuten gut gespielt, dann hat Bremerhaven das Kommando übernommen und wurde immer stärker, wir konnten aber gut dagegenhalten. Im zweiten Drittel haben wir nicht gut gespielt, da konnten wir die drückende Überlegenheit der Bremerhavener nicht durchbrechen. Im Schlussabschnitt wurde es etwas besser, aber am Ende des Tages war der Sieg etwas glücklich, aber auch solche Spiele gibt es. Mathias Niederberger hat uns das ein oder andere Mal mit großartigen Paraden gerettet.“

DEL 11. Spieltag 21.01.2021 20:30 Uhr MB-Arena Berlin

Eisbären Berlin – Fischtown Pinguins Bremerhaven 2:0 (0:0, 0:0, 2:0)

Aufstellungen:

Eisbären Berlin: Niederberger (Ancicka) – Müller, Ramage (A); Hördler (C), McKiernan; Espeland, Wissmann (A); Mik – Noebels, Reichel, Pföderl; White, Zengerle, Fiore; Tuomie, Olver, Foucault; Hänelt, Kinder, Labrie Trainer: Serge Aubin

Fischtown Pinguins Bremerhaven: Pöpperle (Maxwell) Fortunus (A), Dietz; Eminger, Moore (C); Krogsgaard, Alber; Stowasser Verlic, Jeglic, Urbas (A); McGinn, Quirk, Wahl; Mauermann, McMillan, Uher; Reisnecker, Gläser, Sykora Trainer: Thomas Popiesch

Torfolge:

1:0 – 46:08 Noebels EQ

2:0 – 59:16 Pföderl (Noebels, Hördler) empty net

Strafen:

Eisbären Berlin: 18 (2, 16, 0) Minuten

Fischtown Pinguins Bremerhaven: 4 (2, 0, 2) Minuten