Zwei Punkte zum Jahresabschluss

Die BR Volleys haben das Jahr 2020 mit einem 3:2-Sieg (25:20, 25:20, 25:27, 29:31, 15:10) im Klassiker gegen die SWD powervolleys Düren abgeschlossen. Den Sprung vorbei an den Rheinländern auf Tabellenplatz zwei verpassten die Berliner sowohl im dritten als auch im vierten Satz mit vergebenen Matchbällen. Dank großer Moral und eines glänzend aufgelegten MVPs Timothée Carle verließen die Gäste nach zweieinhalb Stunden Spielzeit den Court trotzdem als Sieger und bleiben in der Erfolgsspur.

Cedric Enard schickte seine inzwischen gut eingespielte Formation um Vize-Kapitän Pierre Pujol in dieses wichtige Spitzenspiel in der Arena Kreis Düren. Ohne Sergey Grankin, Samuel Tuia, Robin Baghdady und Kévin Le Roux im Kader streifte sich der etatmäßige Libero Adam Kowalski ein schwarzes Auswärtstrikot über und bildete sowohl die Absicherung für den einzigen Zuspieler Pujol als auch eine mögliche Verstärkung der Annahme. In dieser Besetzung gelang ein guter Start in ein erwartungsgemäß umkämpftes Match (8:6, 14:10, 19:18). In der Abwehr zeigten sich die BR Volleys hellwach und Pujols alleiniger Block gegen Andrae brachte die Entscheidung im ersten Durchgang (24:20). Den anschließenden Satzball verwertete Carle nach eigener Fußabwehr (25:20).

Obwohl auch der zweite Satz nach ähnlichem Verlauf (7:7, 18:14) und einem krachenden Angriff von Patch zum Abschluss an die Hauptstädter ging (25:20), sollte es noch ein langer Volleyballabend in Düren werden. Die BR Volleys ließen nämlich in der Folge in allen Elementen, vor allem aber im bis dahin guten Aufschlag, etwas nach. So öffneten sie den Powervolleys die Tür zurück ins Match. Liga-Topscorer Gevert und seine Nebenmänner nutzten ihre Chancen (6:9, 12:17) und das von Carle angeführte Berliner Comeback in Satz drei wurde nicht mehr belohnt. Obwohl der Franzose in Angriff (22:23), Block (23:23) und Aufschlag (25:24) alles richtig machte, konnte der erste Matchball nicht genutzt werden und Düren verkürzte auf 2:1 nach Sätzen (25:27). Ein ähnlicher Verlauf ereignete sich in Satz vier. Düren legte vor (18:21) und Carle läutete eine erneute Wende ein. Nach einem Éder-Ass lag der Vorteil wieder bei den Gästen, doch Pujol & Co vergaben weitere drei Matchbälle. Beide Teams steckten zu keinem Zeitpunkt auf, aber die Dürener waren es, die sich mit dem nächsten Satzgewinn und Ausgleich belohnten (29:31).

Im Tiebreak war weiter Berlins Bester, Timothée Carle, wild entschlossen, den Unterschied auszumachen. Drei Asse des Franzosen in Serie sorgten für die Vorentscheidung (9:6) und nach einem Dürener Aufschlag ins Aus durften die Männer in Schwarz schließlich doch noch jubeln (15:10). Mit dem fünften Bundesligasieg nacheinander verkürzten die BR Volleys den Rückstand auf den zweiten Platz auf einen Punkt und gehen mit einem positiven Gefühl in die kurze Neujahrspause.

Stimmen zum Spiel
Timothée Carle: „Wir haben genau ein solches Spiel erwartet und uns vorgenommen, noch einmal alles in dieses Match zu legen. Im dritten oder vierten Satz hätten wir Verantwortung übernehmen und die Begegnung beenden müssen, aber Düren ist ein Topteam und deshalb dürfen wir uns trotzdem über den Sieg freuen. Jetzt erholen wir uns gut und kommen in 2021 noch stärker zurück.“
Julian Zenger: „Ich denke, wir haben zwei Sätze gut gespielt, dann ließ unser Aufschlagdruck nach und wir haben Düren ins Spiel kommen lassen. Sie haben ihr Niveau merklich angehoben und so können wir glücklich sein, am Ende den Sieg hier mitgenommen zu haben. Es war unser Ziel, mit einem Erfolg in die wohlverdiente Pause zu gehen. Mit diesem Sieg wünschen wir allen Fans einen guten Rutsch ins neue Jahr.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Cody Kessel (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Pierre Pujol (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Adam Kowalski, Denys Kaliberda, Renan Michelucci

Topwerte
Carle 26 Punkte, 3 Blocks, 3 Asse | Kessel 19 Punkte | Michelucci 3 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Chancenlose Gäste in der leeren Arena

Es war eine klare Angelegenheit für die Eisbären. Sie begannen engagiert und hatten die Krefelder während des gesamten Spiels gut im Griff.

Aufseiten der Gäste aus Krefeld waren einige Akteure mit Eisbären-Vergangenheit. Angefangen beim Trainer Boris Blank, trugen auch die Akteure Alex Trivellato, Marvin Cüpper und Constantin Braun das Eisbären-Trikot. Ex-Eisbär Laurin Braun konnte verletzungsbedingt nicht auflaufen. Sein Bruder hatte in der 33. Minute eine unglückliche Szene als er in Überzahl den Puck vertändelte und den Eisbären einen shorthander zur 2:0 Führung ermöglichte. Der Treffer zum 1:0 fiel nach acht Minuten durch Kristopher Focault und auch da sah sein direkter Gegenspieler Constantin Braun nicht gut aus. An seine Rückkehr nach Berlin hat er erstmal keine guten Erinnerungen.

Constantin Braun im Krefelder Trikot Foto: © Becker

Bis zum Ende der regulären Spielzeit konnten die Hausherren der leeren Arena am Berliner Ostbahnhof drei weitere Treffer nachlegen. Den harmlosen Krefeldern gelang kein Treffer. So konnte Eisbären-Goalie Mathias Niederberger den ersten shutout der Saison feiern. Er hielt 26 Schüsse, darunter ein Monstersafe und avancierte zum Spieler des Tages. Aufseiten der Pinguine stürmte sein jüngerer Bruder Leon Niederberger. Er hatte mehrere Möglichkeiten auf dem Schläger und bemängelte nach dem Spiel die schlechte Chancenverwertung.

Eine Eishockeyweisheit lautet: Wenn du auf der Strafbank sitzt, ist schwer ein Spiel zu gewinnen. In diesem Spiel verwiesen die Eisbären den Spruch in das Reich der Fabel. Trotz doppelt so vieler Strafminuten wie der Gegner, war der Sieg nie in Gefahr.

Die Krefelder wirkten nicht wie ein eingespieltes Team. In dieser Form dürfte es schwer werden, die Teilnahme an den Playoffs zu erreichen. Vor allem an ihrem Überzahlspiel müssen sie arbeiten. Während die Krefelder im alten Jahr noch bei der Düsseldorfer EG antreten müssen, geht es für die Eisbären erst im neuen Jahr, am 5. Januar 2021 in Iserlohn bei den Roosters weiter.

Hans-Peter Becker

Stimmen:

Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin): „Ich bin sehr glücklich über den Sieg. Wir sind sehr gut aus der Kabine gekommen und hatten ein starkes Puck-Management. Wir haben heute aber deutlich zu viele Strafen bekommen, dafür war unser Unterzahlspiel sehr gut. Unsere Defensive stand heute sicher und im letzten Drittel konnten wir viel durchwechseln. Mathias hatte einige Big Saves genau zur richtigen Zeit.“

Mathias Niederberger (Torhüter Eisbären Berlin): „Wir haben heute diszipliniert gespielt und waren geduldig vor dem Tor.Ich freue mich, dass ich meinen Teil zum Gewinn heute beitragen konnte, der Shutout-Sieg ist aber ein Verdienst der gesamten Mannschaft.“

Matt White (Stürmer Eisbären Berlin): „Das Zusammenspiel innerhalb unserer Reihe mit Kris Foucault und Mark Zengerle funktionierte sehr gut. Wir sind direkt gut ins Spiel gekommen und hatten guten Puckbesitz. In der Angriffszone konnten wir unseren Speed gut ausspielen und viele Chancen kreieren.“

Constantin Braun (Verteidiger Krefeld Pinguine): „Das war nicht so schön heute. Ich habe mir meine Rückkehr natürlich anders vorgestellt. Aber so ist Eishockey, wir haben unsere Chancen nicht genutzt, ihr habt eure eiskalt ausgenutzt. Ein komisches Gefühl, ich war ja hier noch nie in der Kabine des Gegners, bin noch angefressen über die Leistung die wir hier abgeliefert haben…“

DEL Gruppe Nord 3. Spieltag 28.12.2020 18:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin vs Krefeld Pinguine 5:0 (1:0/2:0/2:0)

Torfolge:

1:0 07:44–Foucault (Ramage)–EQ

2:0 32:11 –White (Noebels) –SH1

3:0 38:27 –Olver (Tuomie, Espeland) –EQ

4:0 41:43 –Pföderl (Reichel, Noebels) –PP1

5:0 56:09 –White (Foucault) -EQ

Aufstellungen:

Eisbären Berlin: Niederberger (Ancicka)–McKiernan, Hördler (C); Ramage (A), Müller; Wissmann (A), Espeland; Gawanke –White, Zengerle, Foucault;Reichel, Noebels, Pföderl;; Tuomie, Olver, Fiore; Hänelt, Kinder, Labrie–Trainer: Serge Aubin

Krefeld Pinguine: Cüpper; Belov–Valitov, Braun(A); Sacher, Bindulis; Bappert, Trivellato –Buncis, Olson(A), Saponari; Schymainski(C), Postel, Tianulin; Niederberger, Petrakov, Karsums; Lessio, Blank, Klöpper; Kuhnekath -Trainer: Mihails Svarinskis

Topspiel zum Jahresabschluss

Während die meisten Menschen die Weihnachtstage ruhig im Kreis ihrer Familien verbringen konnten, haben sich die Teams der SWD powervolleys Düren und der Berlin Recycling Volleys akribisch auf das morgige Spitzenspiel (27. Dez um 18.00 Uhr) in der Volleyball Bundesliga vorbereitet. Die Hauptstädter könnten mit einem Drei-Punkte-Sieg an den Rheinländern vorbeiziehen, diese wiederum würden im Erfolgsfall sogar die Tabellenführung erobern und als Ligaprimus ins neue Jahr starten.

Unmittelbar vor dem Jahreswechsel und dem letzten Spiel 2020 hat ein Blick auf die Tabelle der Volleyball Bundesliga durchaus Aussagekraft. Ein Großteil der Teams hat trotz vieler Corona-bedingter Absagen bzw. Verschiebungen die Hälfte ihrer Matches absolviert und an der Spitze kämpfen Friedrichshafen (27 Punkte), Düren (25) und Berlin (24) mit fünf oder mehr Zählern Vorsprung auf die Konkurrenz um die Podestplätze. Nachdem die BR Volleys die Powervolleys zum Saisonstart 3:0 bezwangen, schickten die Powervolleys den VfB Friedrichshafen Ende Oktober mit dem gleichen Ergebnis zurück an den Bodensee, bevor sich die Häfler im November zu Hause ebenfalls klar und verdient per 3:0 gegen den Hauptstadtclub durchsetzten. Somit stehen bisher also jeweils drei deutliche Heimsiege in den direkten Duellen des Spitzentrios zu Buche. Durch eine zusätzliche Niederlage in Bühl haben sich die BR Volleys in diesem Dreikampf jedoch unter erheblichen Zugzwang gebracht, umso wichtiger ist für die Berliner demzufolge das morgige Auswärtsspiel in der Arena Kreis Düren. „Unser Ziel ist, dieses schwierige Jahr mit einem Sieg abzuschließen“, gibt Trainer Cedric Enard selbstbewusst die Marschroute vor.

Das Jahr 2020 stellte die BR Volleys – wie viele Menschen – vor zahlreiche, unerwartete Herausforderungen. Schmerzlich vermisst das Team Woche für Woche seine Fans im Volleyballtempel und die Zuschauer in den Arenen deutschlandweit. Trotz der Erfolge mit dem DVV-Pokalsieg im Februar sowie dem Supercuptitel im Oktober entlockt ein Rückblick Coach Enard kaum ein Lächeln. „Es war mental für jeden schwer. Jetzt wollen wir unseren treuen Anhängern und uns selbst einen versöhnlichen Abschluss schenken“, ist die Sehnsucht nach einer Verschnaufpause beim Trainer und seiner Mannschaft spürbar. Das erste Saisondrittel 2020/21 war nicht nur nerven- sondern auch kräftezehrend, denn immer wieder wurde das Team von Verletzungen zurückgeworfen und ging aufgrund der wenigen Wechseloptionen teilweise auf dem Zahnfleisch. „An eine solche Verletztenmisere kann ich mich weder als Trainer noch als Spieler erinnern. Das war und ist wirklich verrückt“, beschreibt Enard diese schwierige Zeit und spricht gerade deshalb seinen Schützlingen auch ein großes Kompliment aus: „Wie meine Spieler diese Rückschläge immer wieder gemeistert und in den letzten Wochen Leistung gebracht haben, verlangt größten Respekt. Die Einstellung der Mannschaft stimmt.“

Diese Einstellung und Entschlossenheit braucht es nun ein letztes Mal gegen die starken SWD Powervolleys. Nachdem die BR Volleys am 24. & 25. Dezember trainiert haben, tritt die Mannschaft heute die weite Fahrt ins Rheinland an. Dort wartet morgen in der Arena Kreis Düren ein Heimteam in absoluter Topverfassung, das in der Bundesliga zuletzt neun Siege in Folge einfuhr, auf die weiterhin dezimierte Berliner Reisegruppe. Trainer Cedric Enard weiß genau, welches harte Match ihm und seinen Spielern bevorsteht: „Das ist einfach eine eingespielte Mannschaft. Die Dürener besitzen die Automatismen, die wir uns aktuell immer noch hart erarbeiten. Bis hierhin stehen die Powervolleys zurecht auf dem zweiten Platz, doch diesen wollen wir ihnen nun streitig machen. Das wird keine einfache Aufgabe, aber wir haben die Qualität für deren Lösung.” Dann könnte der Coach zum Jahresabschluss sicher doch noch einmal lächeln, wenn es in die bis zum 13. Januar andauernde Spielpause geht.

Quelle: Christoph Bernier/BR Volleys

In eigener Sache

Alle Jahre wieder, der Kalender zeigt nur noch wenige Tage, Weihnachten und Silvester stehen vor der Tür. Ein Jahr geht zu Ende, in dem vieles anders war und wir hoffen, dass mit dem Wechsel der Jahreszahl sich vieles zum Guten wenden wird.

Die Pandemie hat ihre Spuren auch im Sport hinterlassen. Im Amateursport ist der Wettkampfbetrieb eingestellt. In den Profiligen wird gespielt, in leeren Stadien und Hallen. Hoffen wir, dass dieser Zustand nicht mehr allzu lang anhalten wird und nur der Sport im Mittelpunkt der Berichterstattung steht.

Wir wünschen unseren Lesern und Freunden, ein besinnliches Weihnachtsfest sowie Gesundheit und Glück im neuen Jahr 2021.

Im Namen der Mitarbeiter:

Christian Zschiedrich und Hans-Peter Becker

Eisbären holen einen Punkt in Wolfsburg

Die Eisbären Berlin haben ihr erstes Auswärtsspiel der neuen Saison verloren. Das Spiel in Wolfsburg wurde erst im Penaltyschießen beendet. Die regulären 60 effektiven Spielminuten und die Verlängerung brachten keine Entscheidung. Während Kristopher Foucault und Marcel Noebels mit ihren Penaltys an Wolfsburgs Goalie Dustin Strahlmeier scheiterten, konnten Matti Järvinen und Fabio Pfohl Tobias Ancicka im Eisbären Tor überwinden.

Ancicka, der 19-jährige Goalie musste ganz kurzfristig für Andreas Niederberger einspringen. Es war mehr eine Vorsichtsmaßnahme, Niederberger hatte leichte muskuläre Probleme, stand aber als Backup zur Verfügung.

Eisbären Trainer Serge Aubin konnte wieder auf einen größeren Kader zurückgreifen. So standen u.a. Jonas Müller und Marcel Nobels erstmals im Kader. Spieler des Tages bei den Eisbären war zweifelsohne Tobias Ancicka. Er parierte 32 Schüsse auf sein aus dem Spiel heraus. „Das war heute natürlich etwas ganz Besonderes. An sein erstes Spiel erinnert man sich sein ganzes Leben.Die Jungs haben es mir aber auch einfach gemacht. Insgesamt hat mir die Partie gezeigt, dass ich mithalten kann. Das Spiel gibt mir viel Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben.“

Sein Gegenüber Dustin Strahlmeier hatte 27 Pucks abgewehrt und das bessere Ende für sich. Bei der Entscheidung durch Penalty spielt das Glück eine größere Rolle.

Der Eisbären-Trainer sah die Partie so: „Das erste Drittel hat mir heute nicht so gefallen, im 2. Abschnitt wurde es dann besser. Wir hatten einige Chancen, haben aber zu viel zugelassen. Insgesamt können wir uns heute bei Tobias Ancicka bedanken, der fantastisch gespielt hat. Wenn man in 60 Minuten keinen Gegentreffer bekommt, sollte man eigentlich gewinnen.“

Für die Eisbären geht es am 28. Dezember weiter. In der heimischen MB-Arena empfangen sie die Krefeld Pinguine. Die Spieler der Eisbären haben jetzt drei Tage trainingsfrei. Die nächste Trainingseinheit ist für den 26.12.2020 angesetzt.

Hans-Peter Becker

DEL 2. Spieltag 22.12.2020

Grizzlys Wolfsburg – Eisbären Berlin 1:0 n.P. (0:0, 0:0, 0:0, 0:0, 1:0)

Mannschaftsaufstellung EHC Eisbären Berlin

Eisbären Berlin: Tor Ancicka (Niederberger) Hördler (C), Gawanke; Müller, Ramage (A); Espeland, Wissmann (A); McKiernan–Foucault, Zengerle, Fiore; White, Noebels, Pföderl; Reichel, Streu, Tuomie; Kinder, Olver, Labrie–Trainer: Serge Aubin

Hertha war dem SC Freiburg nicht gewachsen

Hoffentlich bin ich nicht vom Kommentator des Spiels beeinflusst worden, der Hertha im Tiefschlaf sah. Ich habe die Begegnung nicht live sehen können, aber doch das ganze Spiel im Fernsehen. Demnach muss Hertha noch hundert Millionen mehr investieren, um Fußball wie die Freiburger oder Mannschaften aus der Spitzengruppe bieten zu können. Besonders schlimm empfanden die Hertha-Fans die erste Halbzeit, in der fehlte nicht nur der Angriffsfußball, sondern die Spielweise insgesamt war zum Wegschauen oder zum Weglaufen. Kein Tempo und Torszenen waren auch nicht zu sehen.

Hertha schien auf dem Vormarsch, auf dem Weg zu sein, mit dem Ziel, besser als Union zu landen, hahaha! Den Vergleich lassen wir lieber. Drei Punkte vom Relegationsplatz entfernt, das spricht Bände. Es wäre meiner Meinung nach verkehrt, den blamablen, miserablen Start auf den Trainer zu schieben. Seid froh, Bruno Labbadia zu haben! Es liegt wirklich nicht am Trainer, das hat tiefere Gründe. Labbadia soll bloß nicht von selbst sagen, das tue ich mir nicht weiter an! Ohne ihn kann Hertha BSC  dem  „geliebten“ Schalke 04 die Hände reichen. Und was das bedeuten würde, wissen nicht nur Insider. Der Blick geht eindeutig nach unten.

Zur Halbzeit hätte ich gern die Kabinenpredigt gehört, wie den Großverdienern ins Gewissen geredet wurde. Ja, Hertha kann viel besser spielen, die ersten 45 Minuten waren grausam. So geschehen nach der Halbzeitpause. Die Belohnung war der 1:1 Ausgleich. War es plötzlich Powerfußball, war es Leidenschaft, war es das zu erwartende Aufbäumen? Es war nur von kurzer Dauer. Wer es nicht wissen sollte, ein richtungsweisendes Spiel  endete für Hertha mit 1:4. Labbadias Mimik verriet alles. Seine Anweisungen haben einen großen Erfahrungswert, sind fachlich genau das Richtige, nur umgesetzt wird davon nichts. Hertha präsentierte sich auf dem Platz selten als Mannschaft. Schaut einfach mal nach Köpenick.

Christian Zschiedrich

Sieg und Niederlage unter dem Gabentisch

Für Herthas Torwart Alexander Schwolow war es die Rückkehr an den einstigen Arbeitsplatz. Der gebürtige Wiesbadener gehörte seit 2009 mit der einjährigen Unterbrechung in der Saison 2014/15 dem SC Freiburg an. Es dauerte lediglich bis zur 7. Spielminute, da musste er bereits den Ball aus dem Netz holen. Vincenco Grifo war der Nutznießer, nach einem Ballverlust der Hertha im Spielaufbau. Anschließend passierte nicht viel. Freiburg führte und Hertha war wie zuletzt gegen Mainz stets bemüht. Es dauerte bis zur 36. Minute, da konnte Maximilian Mittelstädt erstmals auf das Tor schießen. Sein Schuss wurde geblockt. In der 41. Minute erfolgte erst ein direkter Torschuss, der allerdings für Florian Müller, dem Freiburger Keeper kein Problem darstellte. Mehr gelang der „Alten Dame“ nicht in Halbzeit eins. Sie hatten sogar Glück, dass den Breisgauern kurz vor dem Pausentee nicht auf 2:0 erhöhten. Grifo hätte erneut zuschlagen können.

Nach der Kabinenpredigt schien es für die Berliner besser zu laufen. Es gelang der Ausgleich und beinahe die Führung. Doch die Freiburger waren gnadenlos effektiv. Erst gelang den Freiburgern die erneute Führung und dann wurde die alte Fußballregel, von den drei Ecken die ein Tor sein sollen, bestätigt. In der 67. Minute führten die Freiburger mit 3:1 und das waren Wirkungstreffer. Sie steckten zwar nicht auf, viel gelang ihnen nicht mehr. Es lief die Zeit davon. Den Schlussakkord setzten die Freiburger. Niels Petersen verwandelte einen Foulelfmeter. So wurde es Ergebnis-technisch eine unerwartete Klatsche für Hertha BSC. Lediglich 13 Punkte wurden geholt, der Abstand zu dem Konkurrenten aus Köpenick beträgt aktuell 8 Punkte. Hertha muss nach unten schauen, nur 3 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Wer hätte das gedacht!

Während die Hertha sich also quälte, blieb den Eisernen das Glück der Tüchtigen treu. Erneut wurde ein enormer Laufaufwand belohnt. Sie liefen fast 10 km mehr als die Dortmunder. Mit zwei Eckbällen schafften sie die Borussia aus Dortmund. Mit jetzt 21 Punkten bleiben sie über Weihnachten in den internationalen Rängen der Tabelle. Bemerkenswert, dass trotz des kleinen Kaders, trotz namhafterer Konkurrenz weiter fleißig gepunktet wird. Für den 1. FC Union ist das Fußballjahr noch nicht beendet. Im Pokal wird am Dienstag, 22.12., vor dem Fest, der SC Paderborn empfangen.

Die Halbserie ist noch nicht vorbei. Nach einer kurzen Weihnachtspause geht es am 2. Januar 2021 weiter. Der 1. FC Union macht sich auf den Weg zum SV Werder Bremen und die Hertha empfängt am selben Tag im heimischen Olympia-Stadion Schalke 04 zum Abstiegsduell.

Hans-Peter Becker

Mit Auftaktsieg in die Saison

Pünktlich um 19:30 Uhr ging es los an diesem Freitag am 18. Dezember 2020, exakt 286 Tage lang hatte es kein Eishockey-Spiel mehr in der MB-Arena am Berliner Ostbahnhof mehr gegeben. Jetzt war es ein Geisterspiel. Keine Pfiffe oder sonstige Geräuschkulisse lediglich die Musikeinspiele erinnerten an das Spiel vor Corona. Die beiden Kurven, hinter den Toren waren eine Brache. Dort fanden die Feuertonnen Platz, die sonst Teil der Einlaufshow sind. Zur Begrüßung der Teams und bei Eisbären-Treffern versahen sie ihren Dienst, schließlich musste für das Fernsehen etwas geboten werden. Eine Neuerung fiel noch auf, hinter den Mannschaftsbänken laufen Informationen und Werbeschriften auf dem Plexiglas.

Die Eisbären mussten mit einem ausgedünnten Kader an den Start gehen. Verletzungsbedingt beziehungsweise wegen Trainingsrückstands musste Eisbären-Cheftrainer Serge Aubin auf Marcel Noebels, Fabian Dietz, Nino Kinder und Stefan Espeland verzichten. Zudem war Verteidiger Jonas Müller aufgrund einer Sperre aus der letzten Saison noch nicht spielberechtigt. Auf dem Spielberichtsbogen stand 19 Spieler für die Eisbären, die Gäste konnten einen Spieler mehr aufbieten. Wer ist besser eingespielt? Die Gäste hatten bis in das Finale des Magenta-Sport-Cups geschafft, während die Eisbären durch einige Coronafälle nur eine sehr verkürzte Vorbereitung hatten.

Das Spiel war ausgeglichen. Den Eisbären gelang eine frühe Führung. Zwei Minuten waren erst gespielt und in Überzahl gelang Kristopher Foucault das 1:0. Bremerhafens Stürmer Maxime Fortunus musste wegen Beinstellens auf die Strafbank. Ihre erste Überzahl nutzten dann auch Gäste, um den Spielstand wieder pari zu stellen. Eisbär Sebastian Streu musste wegen Haltens auf die Sünderbank und Carson McMillian konnte einnetzen. Es blieb ausgeglichen und mit dem 1:1 ging es in die erste Drittelpause.

Ein kleiner Joke von Hallensprecher Uwe Schumann eröffnete den Mittelabschnitt. Bitte, bitte Plätze einnehmen, die Aufforderung an die Zuschauer an den Getränkeständen und den Rauchern auf dem Außenbereich. Die anwesenden Journalisten hatten die Zeit genutzt, um an den Spielberichten zu schreiben oder Fotos zu sichten. Der Mittelabschnitt ging es mit dem gleichmäßig verteiltem Spiel weiter. Doch während die Gäste zwei Überzahlmöglichkeiten liegen ließen, machten es die Eisbären besser. In der 38. Spielminute war es ein weiterer Neuzugang, Stürmer Matthew White der die Eisbären wieder in Führung brachte.

Im Schlussdrittel drängten die Spieler aus Fischtown energisch auf den erneuten Ausgleich. Viele Chancen blieben ungenutzt. Besser machten es die Eisbären in der 52. Minute zog Leonard Pförderl energisch ab, gegen seinen Schuss hatte Brandon Maxwell im Tor der Gäste keine Chance. Es war das erste Tor im Spiel das bei gleicher Spieleranzahl auf dem Eis erzielt wurde. Die Bemühungen der Mannschaft von Thomas Popiesch wurden belohnt durch Niklas Andersen. Allerdings waren nur noch 33 Sekunden zu spielen. Trotz Unterzahl, die Gäste nahmen ihren Torhüter vom Eis, retteten die Eisbären den kostbaren Vorsprung ins Ziel. Kurz vor dem Spielende verkündete der Hallensprecher ein „ausverkauftes Haus“ und bedankte sich bei den 16 anwesenden, maskierten Journalisten und 6 Fotografen. Nur nicht den Humor verlieren.

Beide Trainer waren insgesamt mit dem Auftritt ihrer Teams zufrieden. Etwas zufriedener war natürlich Eisbären-Trainer Serge Aubin. Er bescheinigte seiner Mannschaft eine konzentrierte Leistung und letztlich haben die Special-Teams den Unterschied gemacht. Beide Neuzugänge im Sturm trafen.

Der Gäste Trainer äußerte in seinem Statement, dass die Berliner den besseren Start ins Spiel erwischten und insgesamt das eine Tor besser waren.

Matt White (Stürmer Eisbären Berlin): „Wir haben heute als Einheit gut funktioniert. Natürlich freue ich mich, dass ich meinen Beitrag leisten konnte, aber meine Teamkollegen haben es mir auch leichtgemacht. Der Powerplay-Treffer direkt zu Beginn des Spiels hat uns viel Selbstvertrauen gegeben.“

Leo Pföderl (Stürmer Eisbären Berlin): „Ich bin sehr stolz auf unsere Mannschaft, das gesamte Team hat heute überragend gekämpft. Es freut mich für unsere Neuzugänge, dass sie direkt eingeschlagen haben.“

Für die Eisbären steht vor dem Fest noch das erste Auswärtsspiel der neuen Saison in Wolfsburg an. In der sicher wieder „ausverkauften“ heimischen Arena geht es dann am 28. Dezember weiter. Der Gegner heißt dann Krefeld Pinguine.

Hans-Peter Becker

DEL 1. Spieltag 18.12.2020 19:30 Uhr MB-Arena Berlin

Eisbären Berlin–Fischtown Pinguins Bremerhaven3:2 (1:1, 1:0,1:1)

Aufstellungen: Eisbären Berlin: Niederberger; Ancicka –Gawanke, Ramage (A); Hördler (C), McKiernan; Mik, Wissmann (A) –White, Streu, Pföderl; Foucault, Zengerle, Fiore; Tuomie, Olver, Labrie; Reichel, Hänelt–Trainer: Serge Aubin

Fischtown Pinguins Bremerhaven: Maxwell; Pöpperle –Fortunus (A), Dietz; Eminger, Moore (C); Krogsgaard, Alber –Verlic, Jeglic, Urbas (A); Andersen, Friesen, Wahl; Mauermann, Quirk, Uher; Hilbrich, Gläser, McMillan–Trainer: Thomas Popiesch

Torfolge

1:0-02:01– Foucault (White, McKiernan)–PP1

1:1-11:22 – McMillan (Andersen, Uher) –PP1

2:1-37:12 –White (Zengerle, Foucault) –PP1

3:1-51:08 – Pföderl (White) –EQ

3:2-59:27 – Andersen (McMillan) –EQ

Strafen: Eisbären Berlin: 12 (4, 4, 4) Minuten–Fischtown Pinguins Bremerhaven: 10 (2, 8, 0) Minuten

Schiedsrichter: Marc Iwert, BastianSteingross (Maksim Cepik, Jonas Merten)

Eisbären Stürmer Mark Zengerle #9 in Aktion gegen seine ehemaligen Mannschaftskollegen © Becker

Wasserfreunde erleiden dritte Niederlage in der Champions League

Im dritten Hauptrundenspiel der Gruppe A der Wasserball-Champions League hat Spandau 04 die erwartete dritte Schlappe nach den beiden vorausgegangenen Niederlagen gegen Jug Dubrovnik (7: 13) und Olympiacos Piräus (9:13) an den Vortagen hinnehmen müssen. Gegen den achtmaligen Gewinner von Meistercup und Champions League Pro Recco Genua (Italien) unterlagen die Berliner am Mittwochabend in Ostia bei Rom deutlich mit 6:19 (0:4, 3:5 – 0:5, 3:5). Ohne voll gefordert zu werden und zu glänzen, dominierte Genua nach Belieben die Partie und hatte schon nach dem Auftaktviertel die Weichen für den klaren Sieg gestellt. Spandau war kräftemäßig klar unterlegen und konnte kaum Angriffsdruck entwickeln. So musste sich das Team in der Offensive lediglich auf einige mehr oder minder gefahrlose Distanzschüsse beschränken. Bei diesem Spielablauf blieb es, zumal der Berliner Widerstand zunehmend schwächer wurde und die Motivation nachließ. Für die Treffer der Wasserfreunde sorgten Dmitri Kholod (3), Stefan Pjesivac (2) und Lucas Gielen.

„ Mehr war zum gegenwärtigen Zeitpunkt angesichts des Vorlaufs offenbar nicht drin. Es gab sicher mehr Schatten als Licht, das wir nur partiell zeigen konnten“, befand Trainer Petar Kovacevic. „Jetzt wissen wir aber auch, woran wir arbeiten müssen – und hoffen, dass die Umstände es uns erlauben.“ Mit der Olympiaqualifikation um eins der drei noch offenen Tickets für die Spiele im Sommer 2021 in Tokio liegt die größte Herausforderung der nahen Zukunft vor dem deutschen Männer-Wasserball.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Wasserball Champions League Gruppe A / Spiel 3

Wasserfreunde Spandau 04 – Pro Recco Genua

6:19 (0:4, 3:5, 0:5, 3:5)

Torschützen: D. Kholod 3, S. Pjesivac 2, L. Gielen 1

Ziel ist das Erreichen der Playoffs

Am Freitag, 18. Dezember starten die Eisbären Berlin in die neue Saison in der DEL. Das Eröffnungsspiel bestritten am Donnerstag, 17.12.2020 die Kölner Haie gegen die Düsseldorfer EG.

Der Start musste mehrfach verschoben. Jetzt geht es endlich los. Die Saison wurde verkürzt. Statt 52 werden die 14 Teilnehmer zunächst 38 Hauptrunden-Spiele austragen. Die Liga wird in 2 Gruppen Nord und Süd eingeteilt. Die Plätze 1 bis 4 qualifizieren sich für die Playoffs die Mitte April 2021 beginnen sollen. Auch die Playoffs werden verkürzt. Vom Viertelfinale bis zum Finale soll eine Serie „best of three“ gespielt werden. Es reichen also bereits zwei Siege zum Weiterkommen und letztlich Meister zu werden.

Die Eisbären empfangen zur Saisoneröffnung die Mannschaft aus Bremerhaven. Während die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch es bis ins Endspiel des Magenta-Cups schaffte, war die Vorbereitung der Eisbären durch Corona empfindlich gestört. Die beiden letzten Vorrunden-Spiele gegen Mannheim und München mussten abgesagt werden. Die Mannschaft der Eisbären musste in Quarantäne. Es stehen zum Auftakt dem Eisbären Trainer Serge Aubin nicht alle Akteure zur Verfügung.

Bei der Pressekonferenz zum Saisonauftakt wurde das Erreichen der Playoffs als Saisonziel ausgegeben. In der Gruppe Nord müssen die Eisbären wenigstens 3 Mannschaften hinter sich lassen. Eine größere Phase des Eingewöhnens kann sich keine Mannschaft erlauben. Ein guter Start ist noch wichtiger als in früheren Zeiten. So werden die Eisbären alles daransetzen, möglichst gleich zum Auftakt alle drei Punkte in Berlin zu behalten.

Hans-Peter Becker