Zwist und Streit vor der Mitgliederversammlung bei der Alten Dame

Was spielt sich hinter den Kulissen bei Hertha ab und könnte bei der Freiluft-Mitgliederversammlung am Sonntag, 25. Oktober 2020, zu einigen Nachfragen führen ? Die Alte Dame wird immer mal wieder von der eigenen Vergangenheit eingeholt wird. Die interessierte Öffentlichkeit erfuhr in schöner Regelmäßigkeit von Zank und Streit in der Führungsebene. Der Mann an der Spitze ist seit 2008 Werner Gegenbauer, der sich mit Thorsten Manske seinen Vize-Präsidenten ins Boot holte. Dabei blieben in den letzten Jahren einige verdienstvolle Herthaner, genannt sei hier Jörg Thomas, auf der Strecke.

Sportvereine sind grundsätzlich froh, finanzstarke Persönlichkeiten im Vorstand zu haben. Werner Gegenbauer hat in Berlin einiges an Geld gescheffelt. Und das Präsidentenamt beim selbsternannten Hauptstadtclub war sicherlich kein Hindernis bei seinen Geschäften.

Für TV Sport in Berlin ließ ich einst kein Hertha-Trainingslager aus und unterhielt mich gern am Spielfeldrand mit dem Präsidenten. Ein Interview war immer drin, selbst in den Pausen von bewegten Mitgliederversammlungen, wenn nicht jeder Sender entsprechende Wünsche erfüllt bekam. Die Welt schien 2008 in Ordnung zu Zeiten, als Christian Wolter für das Präsidium und Werner Gegenbauer für den Vorsitz ihre Kandidatur bekannt gaben. Christian Wolter lagen zu der Zeit besonders Herthas Jugend und Amateurmannschaften am Herzen. Als erfolgreicher Unternehmer ist er ein großzügiger Sponsor, sozusagen von der Pike an.

Ich war ein bisschen stolz, als damals, kurz vor der Wahl Christian Wolter, Thorsten Manske und Werner Gegenbauer zum Talk in die Sendung kamen. Ein solches Gespräch soll Gegenbauer mit dem RBB abgelehnt haben. Werner Gegenbauer wurde Präsident und Christian Wolter mit großer Zustimmung ins Präsidium gewählt. Gegenbauer löste damals Bernd Schiphorst ab, in seine Amtszeit fielen die Ausgliederung des Profibetriebs in eine Kapitalgesellschaft und die weitere sportlichen Konsolidierung des Vereins. Das sollte Werner Gegenbauer fortführen.

Von Reibereien im Vorstand sickerte immer mal was durch. Nachdenklich stimmten mich Äußerungen, Werner Gegenbauer vertrage keine Kritik und reduziere vieles auf ein einfaches Freund-Feind Denken. Vielleicht war das ein Grund, weshalb Christian Wolter in Ungnade gefallen war. Der Präsident bräuchte Ja-Sager und keine Besserwisser. Jedenfalls standen zwei Vorstandsmitglieder vier Jahre später, 2012 nicht wieder auf Gegenbauers den Mitglieder vorgelegter Wahlliste.

Man erinnerte sich an unsere Berichterstattung und die Talkrunde vor den Wahlen 2008. Die zwei abservierten Vorstandsmitglieder fragten an, dass aktuell zu wiederholen. Die Sendung hatte Zündstoff und kam erneut gut an. Werner Gegenbauer war diesmal nicht dabei. Die zwei Aussortierten wurden erneut in den Vorstand gewählt. Als Journalist hatte ich wohl bei Gegenbauer und der Presseabteilung von Hertha verspielt. Nebenbei sei erwähnt, dass es 2012 zu einer Gerichtsverhandlung gegen einen sich unklug verhaltenen Journalisten kam. Der Prozess endete mit einem Freispruch. Gegenbauer war persönlich geladen und nicht erschienen. Er wurde mit einem Ordnungsgeld belegt und bei Nichtzahlung sogar 3 Tage Haft angedroht. Der Vorgang, eigentlich ein gefundenes Fressen für den Berliner-Boulevard, fand erstaunlicherweise keine weitere Beachtung.

In meinem Buch „Von Weltkrieg bis Web-TV“ war ich vielleicht „zu kritisch mit unserer Hertha und mit Manager Michael Preetz“, umgegangen. Als Journalist und ehemaliges Hertha-Mitglied ließ ich es mir nicht nehmen, auf Mitgliederversammlungen unangenehme Fragen zu stellen. War es die Rache des kleinen Mannes ? Als Journalist wurde ich abserviert und bekam seitdem keine Akkreditierungen mehr.

Nun zurück zur Aktualität. Werner Gegenbauer will Präsident bleiben und Thorsten Manske soll wieder sein Vize werden. Für die acht weiteren Plätze im Präsidium kandidieren elf Personen. Präsidiumsmitglied Christian Wolter wird gegen Thorsten Manske für den Vize-Posten kandidieren. Das dürfte spannend werden.

Christian Zschiedrich

Wasserball – Deutscher Supercup 2020

Im 21. Supercup zum achten Mal das Finale Spandau vs. Hannover

„Hurra, wir leben noch!“ – Milvas Song passt gleich in doppelter Hinsicht, und zwar zur Situation der Wasserfreunde Spandau 04 und auch zur aktuellen gesellschaftlichen Situation aufgrund der Pandemie. Die Wasserballer des Vorzeigevereins mit den 86 nationalen und internationalen Titeln (seit 1979) haben Anfang Oktober mit dem DSV-Pokalsieg gezeigt, dass sie nach der finalen Meisterschaftsniederlage gegen Herausforderer Waspo 98 Hannover keineswegs abzuschreiben sind. Dieses sportliche Statement soll nun beim zum 21. Mal ausgetragenen Supercup am Sonntag, 25.10.2020 (Stadionbad Hannover, 16 Uhr) abermals bekräftigt werden.

Der Kampf um die 1979 vom damaligen Spandauer Wasserballwart Dr. Günter Schwill gestiftete Trophäe „Jüngling von Praxiteles“ wurde in den bisherigen Austragungsjahren (1979-85, 1997-2000, 2014-2020) erst von zwei Teams gewonnen, und das sind genau die, die sich am Sonntag wieder gegenüberstehen. Spandau hat den Supercup 15-mal geholt, Waspo fünfmal – davon zuletzt von 2017 bis 2019 dreimal in Serie. Siebenmal duellierten sich die Erzrivalen in Supercup-Finals – erstaunliche fünfmal siegten dabei die Niedersachsen (1998,2000,2017-19), nur zweimal gewann Spandau (1999,2014).

Der Supercup, das auch in anderen Sportarten übliche Duell zwischen Meister und Pokalsieger, erwies sich für den Wasserball als kompliziert. Denn Spandau gewann seit 1979 in schöner Regelmäßigkeit fast jedes Jahr das Double, sodass der Zweitplatzierte der Meisterschaft als Ersatz bemüht werden musste.

Ein echtes Final-Match gab es nur zweimal: 1998 zwischen Spandau und Pokalsieger Hannover (Waspo gewann in Berlin 7:5) und 2016 zwischen Spandau und dem De-jure-Pokalsieger Bayer Uerdingen (Gewinner trotz 9:18-Niederlage, weil die Berliner nachträglich disqualifiziert worden waren).

Nun also heißt es zum dritten Mal „Supercup pur“ mit dem Duell Meister Hannover gegen Pokalsieger Spandau. „Das ist natürlich ein Prestigeduell, das beide Seiten gewinnen wollen, um mit psychologischem Rückenwind in die bald darauf startende neue Bundesliga-Saison und in die Champions League gehen zu können“, sagt Präsident Hagen Stamm.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Waspo 98 Hannover -Wasserfreunde Spandau 04

25. Oktober 2020

Spielbeginn: Sonntag, 16 Uhr

Spielort: Stadionbad, Robert-Enke-Str. 5, 30169 Hannover

Volleyball – BBSC Damen empfangen Allbau Essen

Nach der kurzen Pause im Volleyball geht es am Samstag, den 24. Oktober 2020 18:00 Uhr in der Hämmerlinghalle für den BBSC gegen Allbau Essen wieder um Punkte. Auch unter Coronabedingungen darf der BBSC dank umgesetztem Hygienekonzept erneut mit Publikumsunterstützung antreten.

Die Essener sind aktuell nach drei Siegen in vier Spielen auf dem 4. Platz (mit einem Spiel weniger als die Konkurrenten) in der Tabelle zu finden . So fügten die selbsternannten Pottperlen sogar dem Topteam aus Stralsund eine Niederlage zu. Das von Trainer Marcel Werzinger von der Regionalliga über die Dritte Liga bis in die 2. Liga geführte Team hatte sich dabei schon in den letzten beiden Jahren gut stabilisiert. Werzinger ging bereits in seine siebente Saison als Trainer der Essener Volleyballerinnen, die früher als Essen-Borbeck in der Liga bereits Erfolge feierten. Der Kader wurde von Jahr zu Jahr verstärkt, ohne den Bezug zum eigenen Nachwuchs wie auch zu Spielerinnen aus dem Ruhrgebiet und dem Rheinland zu verlieren. Viel Fleiß und ein großes Engagement im Nachwuchsbereich kennzeichnen die Blau-Weißen aus dem Ruhrpott.

Beim VC Allbau Essen sind u.a. Kira, Alexander und Pia-Sabrina Walkenhorst groß geworden. Nur scheinbar gibt es im Aufgebot der Essener größere Entwicklungen – das täuscht, da zwei Aktivposten der letzten Saison Trainer und Cotrainer geehelicht haben und nun den Namen des Ehemannes tragen. Nur eine Woche nach Außenangreiferin Lena Verheyen und Trainer Marcel Werzinger läuteten auch bei Libera Gianna Castiglione und Co-Trainer Janik Limmroth im Sommer die Hochzeitsglocken. Mittlerweile stehen mit den erstligaerfahrenen Lena Werzinger sowie Sandra Ferger (beide in der 1. Liga für Leverkusen auf dem Parkett), auch viele Nachwuchstalente aus der Region bei Allbau für eine bodenständige Entwicklung – mit viel Teamgeist und vollem Einsatz wird um Punkte gefightet.

Am Samstagabend geht es also für den BBSC darum, an die Essener Erfolge anzuknüpfen. „Das ist ein Gegner, den wir so richtig ernst nehmen müssen. Nachlässigkeiten wird Essen schnell bestrafen“ ist Berlins Trainer Robert Hinz gewarnt. Also heißt es volle Konzentration auf das Spiel am Samstag – mit dem sprichwörtlichen Kampfgeist des BBSC und einem guten Spielaufbau wollen die BBSC-Girls die Punkte in Berlin behalten. Wir freuen uns auf eine zahlreich erschienene Fangemeinde in der Hämmerlinghalle, die auch unter Coronabedingungen wieder das Berliner Team unterstützt!

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Viktoria 89 baut die Führung weiter aus

10 Spiele, 10 Siege, wann gab es das schon einmal bei den Süd-Berlinern? 8 Punkte Vorsprung vor dem Tabellenzweiten VSG Altglienicke. Deren mit Spannung erwartete Partie gegen den BFC Dynamo fiel im von beiden als Heimspielstätte genutzten Jahnsportpark leider Corona zum Opfer. Dagegen sahen 303 Zuschauer in Halberstadt einen verdienten Sieg von Viktoria 89 beim momentanen Schlusslicht der Regionalliga Nordost. Viktoria führte durch Fardjad-Azad (38.) und Becker (49.) 2:0. Aber warum müssen die Berliner fast regelmäßig einen späten Gegentreffer hinnehmen und dann um den Sieg bangen?  Diesmal war es in der 89. Minute Junge-Abiol, der auf 1:2 verkürzte. Am Freitag, 23.10. ab 19.00 Uhr, kommt der Tabellenzehnte Babelsberg 03 ins Stadion Lichterfelde. Vorsicht, die Babelsberger besiegten zuletzt den ZFC Meuselwitz mit 3:1.

Außerdem stehen am 10. Spieltag aus Berliner Sicht zwei Niederlagen, ein Remis und ein weiterer Sieg zu Buche. Aufsteiger Tennis Borussia verlor chancenlos mit 0:4 bei Lok Leipzig und Lichtenberg (13.) ließ mit der 0:2 Niederlage die drei Punkte bei Union in Fürstenwalde. Gegen die Punkteteilung, ein 0:0 von Herthas Zweiten im Amateurstadion gegen Energie Cottbus ist nichts einzuwenden, auch wenn Andreas Neuendorf mangelnde Entschlossenheit bei seinem Team als Manko anführte. Im Poststadion schoss der BAK 07 – immerhin vor 367 Zuschauern – drei Tore, ließ nach 32 Minuten zunächst den 1:1 Ausgleich der Gäste aus Rathenow zu. Am Ende gewannen die Platzherren im Poststadion mit 3:1. Der BAK hat nach 10 Spielen jetzt 14 Punkte und Platz 9, am Samstag, 24.10. geht es nach Cottbus und die haben ebenfalls 14 Punkte.

Die Zuschauerzahlen sind sehr unterschiedlich, je nachdem was die Gesundheitsämter an Auslastung genehmigen und was die Stadiongröße hergibt. In Auerbach durften 999 Zuschauer das 0:2 gegen Chemie Leipzig sehen. Bei Lok Leipzig waren es gegen die Berliner Borussen 1.755, in Babelsberg sahen 1.365 Zahlende den 3:1-Sieg und in Jena feierten 1.256 Zuschauer den 2:1-Erfolg gegen den Chemnitzer FC.

Am Freitag, 23.10. stehen zwei Berlin-Derbys an. Aufsteiger Tennis Borussia empfängt, so Corona es will, den BFC Dynamo im Mommsenstadion und die VSG Altglienicke – Hertha BSC II im Jahnsportpark. Am Sonntag, 25.10. kommt Lok Leipzig zu den 47ern nach Lichtenberg.  

Christian Zschiedrich

Oberliga – Tasmania und der Greifswalder FC kassieren erste Saisonniederlage

Der Tabellenzweite Greifswalder FC verliert mit 1:2 beim Aufsteiger Rostocker FC (12.). Insofern hatte der SV Tasmania noch Glück mit seiner 2:3-Niederlage in Zehlendorf bei Hertha 03 (5.). Wer in der Nachspielzeit den Siegtreffer des Gastgebers hinnehmen muss, das ist alles andere, nur kein Glück. Hertha 03 machte übrigens zweimal einen Rückstand wett. Das spricht für eine gute Moral nach dem Trainerwechsel. Fabian Gerdts feierte damit ein erfolgreiches Liga-Debüt. Mit den 3 Punkten kletterten die Zehlendorfer auf Tabellenplatz 5 (12 Punkte, 20:12 Tore). Bereits am Mittwoch, 21.10., steht das Nachholspiel der Hertha 03 in Strausberg auf dem Programm. Tasmania (20:4 Tore ) hat auch nicht mehr Tore geschossen, aber mit 21 Punkten, 9 mehr auf dem Konto. Am Sonntag, 25.10. hat Tas Heimrecht gegen den Rostocker FC.  

Kurz zum Pokal: Im Elfmeterschießen gewann nervenaufreibend Hertha 03 bekanntlich gegen TuS Makkabi. Das Los bescherte ihnen in der 3. Hauptrunde den Spandauer FC Veritas. Der SV Tasmania muss beim SV Empor aus der Berlin-Liga bestehen. Pokalverteidiger VSG Altglienicke muss zum SC nach Staaken und Blau Weiß 90 zum Lichtenrader BC und Eintracht Mahlsdorf zum Poloplatz nach Frohnau. .

In der Oberliga gewann Hertha 06 das Heimspiel gegen den FC Strausberg. Unter Dietmar Demuth geht es bei Hertha 06 endlich wieder aufwärts, 7 Spiele, 6 Punkte, Tabellenplatz 13. Am Sonntag, 25.10. steht ein Berlin-Derby in der Sömmeringstraße Hertha 06 gegen den SC Staaken an. Staakens Heimspiel gegen Hansa Rockstock II musste leider ausfallen. Blau Weiß 90 trennte sich 1:1 im Spiel gegen den Sechsten der Tabelle, den Torgelower FC Greif. Weiter geht es für Blau-Weiß auswärts beim Tabellenletzten Lok Stendal. Stern 1900 (9.) hatte spielfrei und muss nun am Sonntag, 25.10. nach Torgelow zu den Greifen. Keine leichte Aufgabe bahnt sich für Hertha 03 an. Der nächste Gegner wartet in Neustrelitz.

Christian Zschiedrich

Spielabbruch in der Berlin-Liga und weitere drei Spielausfälle

Schiedsrichter Marcel Richter brach am Anhalter Bahnhof zur Halbzeit die Partie zwischen BSV Al-Dersimspor und dem 1. FC Wilmersdorf ab. Die Gäste aus Wilmersdorf führten mit 1:0. Naja, da ist es wieder zu Gewalttaten gekommen, wird angenommen. Nein, diesmal ist es nicht so leicht zu beurteilen. Dersim-Trainer Brandt gab sogar zu Protokoll, es habe keinen Anlass gegeben, das Spiel abzubrechen. Brandt rutschte der interpretationswürdige Satz in Richtung Schiedsrichter heraus: “Ihr könnt uns nicht plattmachen“. Der Schiedsrichter Marcel Richter meinte nur, die Sicherheit der Spieler wäre nicht mehr zu gewährleisten gewesen.

Kurz vor dem Halbzeitpfiff beschwerte sich der Al-Dersimspor-Spieler Aktürk lautstark beim Referee und da er anschließend noch den Ball wegschlug, wurde aus der Gelben die berechtigte Gelb-Rote Karte. Trainer Brandt versuchte seine aufgebrachten Spieler zu beruhigen, bekam ebenfalls die Gelbe Karte, weil er dabei ein paar Zentimeter im Spielfeld stand. Interessant könnte sein, was im Spielbericht stehen wird. Wie auch immer, entscheidend dürfte die Tatsache sein, dass der 1.FC Wilmersdorf weiterspielen wollte. Das entkräftet die angebliche Gefährdung der Spieler. 

Das Freitagspiel, 16.10.2020 am Heckerdamm zwischen Berlin Türkspor und dem SV Empor musste wegen Corona abgesagt werden. Dem folgten die geplanten Sonntagspiele SD Croatia – Berliner SC und Spandauer Kickers – Türkiyemspor. Fünf Partien wurden ausgetragen. Spielfrei waren der Frohnauer SC und Fortuna Biesdorf.

Sparta Lichtenberg (Tabellenzweiter) besiegte Brandenburg 03 mit 3:2, der SC Charlottenburg (5.) gewann sein Heimspiel mit 4:3 gegen Hilalspor (10.) und der TSV Rudow (9.) siegte auswärts bei Stern Marienfelde mit 1:0. Der TuS Makkabi musste am Wackerweg bei den Füchse Berlin (8.) ran. Die Füchse führten vor 107 Zuschauern 2:1 bis zur 90. Minute, doch TuS Makkabi (6.) glich durch Diop per Kopf nach Freistoß von Cheung zum 2:2 aus. Besonderes Interesse fand das Spitzenspiel der beiden bisher ungeschlagenen Mannschaften. 147 Zuschauer sahen die erste Niederlage von Novi Pazar. Die Gäste aus Mahlsdorf gewannen das Duell deutlich mit 3:0. Das Team von Trainer Volbert verteidigte souverän – jetzt mit 25 Punkten nach dem 9. Spieltag – die Tabellenspitze vor Sparta Lichtenberg mit 22 Punkten.

Am Donnerstag, 22.10. hat Novi Pazar das Nachholspiel bei SV Empor zu bestreiten, am Sonntag, 25.10. sind dann für Novi weitere 3 Punkte beim Schlusslicht Stern Marienfelde An der Dorfkirche eingeplant. Eintracht Mahlsdorf hat wie der SV Empor spielfrei. Al-Dersimspor hat auf dem Lilli-Henoch-Sportplatz Heimrecht gegen den SC Charlottenburg, Sparta Lichtenberg empfängt die Spandauer Kickers. Die Füchse Berlin bekommen es am Wackerweg mit dem TSV Rudow zu tun und im Freitagspiel, 23.10. am Heckerdamm Berlin Türkspor gegen Türkiyemspor könnten die Wogen hochkochen.

Christian Zschiedrich

Magere Ausbeute für den Berliner Profifußball

Über die Leistung der der Alten Dame im Heimspiel gegen den Aufsteiger aus Stuttgart müssen nicht viele Worte verloren werden. Es war einfach zu wenig. Der Haussegen dürfte jetzt schief hängen. Hertha ist noch keine Mannschaft, die bekanntlich mehr ist als die Summe ihrer einzelnen Teile. Mit dem zur Verfügung stehenden Personal wäre Stuttgart eigentlich ein machbarer Gegner gewesen. Der Saisonstart ist in die Hose gegangen. Bruno Labbadia räumte ein, dass die Mannschaft am Ende der vergangenen Saison weiter war. Wurde der Umbruch zu heftig betrieben, angesichts des Geldsegens ? Eine eingespielte Mannschaft sieht anders aus. Der nächste Gegner ist das Spitzenteam von RB Leipzig, da sollten sich die Hertha-Profis an die Leistung am 3. Spieltag bei den Bayern erinnern.

Probleme mit dem eingespielt sein hat das andere Berliner Profi-Team weniger. Fehlende individuelle Klasse wird mit mannschaftlicher Geschlossenheit wett gemacht. Beim Auswärtsspiel auf Schalke gelang das erneut ganz gut. Es hätten sogar beim königsblauen Krisenclub drei Punkte herausspringen können. Schlussendlich, um hier eines der Lieblingsworte von Urs Fischer zu verwenden, wurden schiedlich-friedlich die Punkte geteilt. Marvin Friedrich, Unions Innenverteidiger mit Schalker Vergangenheit sorgte in der 55. Minute für den Führungstreffer. Ein von Christopher Trimmel getretener Eckball wurde zu kurz abgewehrt und vom Kapitän selbst nochmals scharf gemacht. In der 69. Minute egalisierte Goncalo Paciencia den Spielstand. Indirekt beteiligt an dem Treffer war der Ex-Unioner Steven Skrzybski, der Andreas Luthe fast mit einem Schuss aus spitzem Winkel überwunden hätte. Daraus folgte ein Eckball, den Paciencia per Kopf auf den kurzen Pfosten, am verduzten Luthe vorbei, zum Ausgleich beförderte. Beim Eckball steht immer einer am kurzen Pfosten, hieß es früher einmal, das ist wohl aus der Mode gekommen. So war der mögliche Auswärtssieg dahin. Union empfängt am 5. Spieltag den SC Freiburg in der Alten Försterei. In der Tabelle rangieren sie bis dahin vor den Herthanern.

Hans-Peter Becker

Gelungenes Comeback im Volleyballtempel

Zurück in der Volleyball-Bundesliga, zurück vor heimischem Publikum: Rund 800 Fans bejubelten zum Heimauftakt am Samstag (17. Okt) einen 3:0-Erfolg (25:22, 25:16, 25:23) der Berlin Recycling Volleys über die SWD powervolleys Düren. Topscorer wurde, wie schon beim Supercup, Neuzugang Timothée Carle (16 Punkte), für die Gäste punktete Diagonalangreifer Sebastián Gevert am häufigsten (10).

Zwar feierte Diagonalangreifer Davy Moraes sein Debüt für die BR Volleys, dafür musste Coach Cedric Enard zum Bundesliga-Start allerdings auf Außenangreifer Robin Baghdady verzichten, der sich im Abschlusstraining am Freitag eine Wadenverletzung (Flüssigkeit in der rechten Wade) zuzog und damit vorerst ausfällt. Enard beobachtete einen spannenden, leidenschaftlich geführten ersten Satz, in dem lange das eingespielte Dürener Team den Takt vorgab: Erst zum Ende des ersten Durchgangs fanden die Berliner im Angriff Mittel gegen die bekannte Blockstärke der Gäste. Statt von der noch zu hohen Eigenfehlerquote der Hauptstädter zu profitieren, sorgte ein eigener Fehler von Sebastián Gevert schließlich für den Satzgewinn der BR Volleys (25:22).

Die rund 800 Zuschauer und Zuschauerinnen sorgten weiter für prächtige Stimmung, die nun mit einem ganz starken Auftritt der Berliner Mannschaft belohnt wurde. Der eingewechselte Benjamin Patch sorgte mit einer Aufschlagserie für die frühe Vorentscheidung im zweiten Durchgang (17:10), den die Männer in Orange souverän nachhause brachten. Es blieb dem späteren Topscorer Timothée Carle (16 Punkte) überlassen, den Satzball zur 2:0-Führung zu verwandeln (25:16).

Deswegen steckte das Team von Rafal Murczkiewicz aber lange noch nicht auf und warf angesichts der drohenden Niederlage noch einmal alles in die Waagschale. Ein weiteres Ass von Patch und ein aufmerksamer Julian Zenger in der Abwehr sorgten in der Endphase des dritten Durchgangs aber dafür, dass das Spiel nicht noch einmal kippte. Weil Tomas Kocian schlussendlich einen Aufschlag hinter die Linie setzte, ging der Sieg mit 3:0 an die Hauptstädter. Auf Berliner Seite wurde Libero Zenger zum „Most Valuable Player“ gekürt, die silberne Medaille ging an Kocian.

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Ich war vor dem Spiel mega aufgeregt. Ich kannte die Atmosphäre der BR Volleys-Heimspiele sonst nur vom Zuschauen. Trotz der Umstände hat es sehr viel Spaß gemacht, da freue ich mich auf mehr. In der Vorbereitung und im Supercup lief nicht alles gut, dafür hat heute schon wieder viel mehr geklappt. Insgesamt machen wir zu viele Fehler im Aufschlag und müssen mehr Punkte aus der Block-Feldbwehr machen. Dass Sergey heute Lust hatte, viel über die Mitte zu spielen, nehme ich natürlich dankend an. Mit so einem gestandenen Profi als Zuspieler macht der Angriff nochmal deutlich mehr Spaß, wir verstehen uns ziemlich gut.“

Julian Zenger: „Ich war überrascht, wie gut die Stimmung trotz der Umstände war. Das macht auf jeden Fall deutlich mehr Spaß, als vor einer Geisterkulisse zu spielen. Ich bin sehr zufrieden mit unserem Auftritt. Es gibt zwar weiterhin einige Elemente, die sehr gut funktionieren, und andere, an denen wir noch arbeiten müssen, aber das war schon ein Schritt nach vorne.“

Kaweh Niroomand: „In den Bereichen, in denen wir uns verbessern wollten, habe ich heute einen Fortschritt gesehen. Mir gefällt das Grundgerüst der Mannschaft, das funktioniert. Der Aufschlag wird immer besser, Tuia übernimmt viel Verantwortung in der Annahme und Patch hat dem Team nach seiner Einwechslung viel Stabilität verliehen. Die Eigenfehlerquote bleibt zu hoch, aber das ist nur über viel Spielpraxis abstellbar. Alles andere sah schon sehr stabil aus, aber wir befinden uns erst am Anfang einer langen Wegstrecke.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Davy Moraes (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Benjamin Patch

Topwerte
Carle 16 Punkte, 3 Blocks | Patch 14 Punkte, 3 Asse| Brehme 12 Punkte, 1 Ass

Nächstes Heimspiel
14. November | 18.30 Uhr | vs. Helios Grizzlys Giesen

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Oberliga – Tasmania mit optimaler Punktausbeute

Der SV Tasmania siegte zum siebenten Mal und führt mit der stolzen Bilanz von 18:1 Toren verlustpunktfrei die Tabelle in der NOFV Oberliga Staffel Nord an. Am 7. Spieltag gewannen mit 2:0 durch Tore von Froelian (60.) und dem zur Halbzeit eingewechselten  Kascha (91.) vor 201 Zuschauern im Werner-Seelenbinder-Sportpark gegen Aufstieger MSV Pampow. Bisher nur ein einziger Gegentreffer am 5. Spieltag beim 3:1 Erfolg über den Berliner SC, die Abwehr steht.

Der Greifswalder FC folgt mit 17 Punkten auf Platz 2, sie bezwangen vor 420 Zuschauern Hertha 03. Die kleine Hertha präsentierte sich in Greifwald desolat und unterlag deutlich mit 1:6. Die Zehlendorfer rutschten mit jetzt 9 Punkten auf Platz 10 ab und erwarten am Freitag, 16.10., 19.30 Uhr, Spitzenreiter Tasmania.  

Erfreulich ist der 3:0-Sieg des SC Staaken in Stendal, ebenso der 3:1-Sieg von Stern 1900 in Stahnsdorf beim Tabellendritten. Nach der 1:3-Niederlage von CFC Hertha 06 in Rostock bei Hansa II zieren die Charlottenburger mit 3 Punkten das Tabellenende. Die haben die gering nach Toren Besseren auch der Rostocker FC und Lok Stendal. Nur einen Punkt besser rangiert der Brandenburger SC Süd auf Platz 14. Vier Mannschaften müssen die Oberliga Nord am Ende der Saison verlassen, insgesamt nehmen 17 teil. Bis dahin sind es jedoch noch 25 Spieltage.

Blau-Weiß 90 war am 7. Spieltag spielfrei, empfängt am 17.10., 13.00 Uhr, den Torgelower FC Greif (4.). Der SC Staaken hat am Samstag, 17.10., Heimrecht gegen Hansa II und am Sonntag, 18.10., hofft Hertha 06 auf den ersten Dreier in der Heimpartie gegen den FC Strausberg.

Christian Zschiedrich

Berlin-Liga, Mahlsdorf und Novi Pazar noch unbesiegt

Auch nach dem 8. und 9. Spieltag bleibt Mahlsdorf ungeschlagen, jetzt mit 22 Punkten bei nur einem Remis an der Spitze der Berlin-Liga. Tabellenzweiter ist Sparta Lichtenberg mit einer Niederlage, 19 Punkten nach ebenfalls 8 Spielen. Eintracht Mahlsdorf hatte gemeinsam mit Berlin Türkspor am 8. Spieltag frei. Am 9. Spieltag siegten die Mahlsdorfer durch ein Tor von Fabian Fritzsche mit 1:0 (84.) über Al-Dersimspor. Die Tabelle ist noch etwas ungeordnet. Sechs Mannschaften haben bereits 9 Spiele absolviert, der Berliner SC (3. der Tabelle) mit 17 Punkten nach neun Spielen. 17 Punkte hat auch der 1. FC Novi Pazar, allerdings erst 7 Spiele absolviert. Novi Pazar blieb auch nach der englischen Woche weiter ungeschlagen und der Ex-Herthaner Ronny besorgte beim SC Charlottenburg vor 117 Zuschauern das 2:0 per Elfmeter.  

Den deutlichsten Sieg errang TuS Makkabi in Biesdorf bei der Fortuna am Grabensprung mit 6:0. Der SD Croatia fertigte die Füchse am Wackerweg mit 6:1 ab. Der Berliner SC schlug die Füchse zuvor mit 4:1 und die Spandauer Kickers mit 5:1. Der Frohnauer SC fuhr Sieg und Niederlage ein, gewann 1:0 beim SV Empor und das Spiel zuvor am Polo-Platz gegen Al-Dersimspor ging mit 0:2 verloren.

So sieht es in der Abstiegszone aus: Berlin United hat zurückgezogen. Auf Platz 20 ist Stern Marienfelde mit nur einem einzigen Punkt platziert, Platz 19 Türkiyemspor (7 P.), 18. ist Fortuna Biesdorf (7 P.), 17. Spandauer Kickers (7 Punkte) und über dem Strich steht der SD Croatia mit ebenfalls nur 7 Punkten. Nach der Länderspielpause geht es am Freitag, 16.10., weiter mit: Berlin Türkspor – SV Empor und Füchse Berlin – TuS Makkabi. Am Tag zuvor, Donnerstag, 15.10. steht das Nachholspiel in der Cantianstraße zwischen SV Empor und dem 1. FC Novi Pazar auf dem Programm.

Christian Zschiedrich